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Vapiano-Gründer will jetzt mit La Baracca bundesweit durchstarten

Vapiano hat vor vielen Jahren gezeigt, dass Gastronomie auch anders geht. Seitdem gibt es immer mehr Gastronomienangebote, die Vapiona zumindestens ähneln bzw. nacheifern, wie z.B. holyfields. Und auch La Baracca ähnelt in vielen Punkten Vapiano. Das ist kein Zufall, denn dahinter steckt Mark Korzilius, der auch das Konzept für Vapiano entwickelt hat. Vor einem Jahr startete La Baracca mit seinem ersten Restaurant in München. Nachdem viele Kinderkrankheiten beseitigt wurden, werden im Sommer Düsseldorf und im Herbst Hamburg und anschliessend weitere Großstädte wie Berlin, Hannover und Stuttgart folgen.

Anders als bei Vapiano oder holyfields kann man sich im La Baracca gleich hinsetzen, nachdem man eine Chipkarte am Eingang erhalten hat und am Tisch via E-Book bestellen. Man erhält das Essen auch an den Tisch geliefert. Damit entsteht weniger ein Kommen und Gehen am Tisch als bei den o.g. Wettbewerbern vom La Baracca. Ein Schwerpunkt der italienischen Karte sind „Häppchen“, die Appetit auf mehr machen sollen. Nicht selten bestellen die Gäste mehrfach nach, so dass eine ähnliche Stimmung wie in einer spanischen Bodega entsteht.

Am genialsten finde ich persönlich, dass man seinen Wein direkt an einer Weinbar „zapfen kann“. Es gibt dort mehr als 80 Weine zur Auswahl. Ein Probeschluck ist umsonst, so dass man zuerst antesten kann, ob der Wein auch wirklich einem schmeckt und man Geld dafür ausgeben will. So kann man auch nachschenken lassen, ohne auf einen Weinkellner warten zu müssen. Sehr gut finde ich auch, dass im EBook viele Hintergrundinformationen zu den Angeboten enthalten sind. So verkürzt sich die Wartezeit fast spielerisch.

Die Gesamtinvestitionen für das erste Restaurant in München liegen bei 3,5 Mio. EUR. Das hat Korzilius mit seiner dafür gegründeten Betreibergesellschaft Food Concepts nicht selber stämmen können, sondern sich mit der italienischen Cir Group, hinter der die italienische Unternehmerfiliale Benedetti steckt, einen Hauptinvestor hereingeholt. Korzilius ist auch hier nicht im Tagesgeschäft aktiv, sondern überlässt die Leitung dem Amerikaner Jason Harlan. Das zeigt einmal mehr, dass auch im Gastrogeschäft ein Entrepreneur am und nicht im Unternehmen arbeiten kann.

Wie auch bei Holyfields muss man allerdings feststellen, dass die Bewertungen bei Qype & Co. eher mittelmäßig ausfallen. Das ist für mich erst einmal ernüchternd, wenn man bedenkt, wieviele innovative Ideen und Geld im La Baracca stecken. Ich glaube auch nicht, dass das Konzept den Deutschen zu innovativ ist. Vielmehr legen die meisten deutschen Gastrokunden viel Wert auf guten Service, Freundlichkeit und gute Preis-Leistungsverhältnis. Und man diesbezüglich den Kommentaren auf Qype in letzter Zeit glauben darf, gibt es Verbesserungspotenzial. Das zeigt, dass nicht alles an Maschinen outgesourct werden kann, sondern der Mensch immer noch entscheidend ist, auch in der Gastronomie.

One Response to Vapiano-Gründer will jetzt mit La Baracca bundesweit durchstarten

  1. Peter sagt:

    3,5 Mrd. EUR?

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