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ueppaa-app lokalisiert und hilft auch, wenn keine Funkverbindung herrscht



Bildquellenangabe: Thommy Weiss / pixelio.de

Via Geolocation kann man Leben retten. Doch was macht man, wenn es in abgelegenen Gegenden keine Funkverbindung gibt? Ihr meint, dass passiert heute selten, weil die Funkabdeckung immer besser wird. Aber wie sieht es z.B. in den Schweizer Bergen aus? Hier verunglücken jeder Jahr 9.000 Sportler, Skifahrer und Touristen. Und wenn hier Hilfe zu spät kommt, weil das Hilfesignal des Betroffenen nicht ankommt, kann das Leben kosten. Deshalb hat sich Mathias Haussmann eine Lösung einfallen lassen, die auch in diesen Situationen einsetzbar ist: Wenn sich ein Smartphone im Funkloch befindet, versucht es mit einem anderen Smartphone in der Nähe zu kommunizieren, bis es ein Smartphone gibt, das Funkverbindung hat und Hilfe senden kann.

Im Tagesanzeiger werden die nächsten Schritte beschrieben, um o.g. Lösung näher zu kommen: “Ziel ist ein Gratisprogramm für Smartphones, das ab 2013 verfügbar sein soll. Die Ingenieure müssen als Erstes ein «Grüezi-Prinzip» für Smartphones programmieren. In den Bergen sagt in Zukunft nicht nur der eine Wanderer dem anderen «grüezi», auch ihre Handys tauschen ihre GPS-Daten aus. Das Handy registriert zudem die Bewegungen seines Trägers. Das bietet viele Möglichkeiten: Wenn ein Biker einen Salto produziert oder ein Tourenfahrer von einer Lawine in die Tiefe gerissen wird und regungslos liegen bleibt, registriert das sein Handy, wird aktiv und «sucht» nach Kameradenhilfe.”

Die erste Herausforderung bestand für Chris Haussmann und sein Team darin, einen Namen für diese etwas andere Geolocation-Lösung zu finden: Ueppaa soll der neue Dienst heißen. Als nächstes galt es, Geld einzusammeln. Dabei half ungemein, dass Ueppaa gleich in mehreren Wettbewerben gewinnen konnte und z.T. üppige Prämien einheimsen konnte. Zudem wurde so Ueppaa in Fachkreisen schnell bekannt und es fiel leichter, Business Angels zu begeistern, sich am neu gegründeten Unternehmen zu beteiligen. Allein über die Business Angels Plattform investiere.ch konnten insgesamt 457.000 CHF eingesammelt werden. Zusammen mit der Zürcher Kantonalbank und anderen Investoren konnte die erste Finanzierungsrunde mit insgesamt 1.500.000 CHF erfolgreich abgeschlossen werden.

Obwohl schon einige Hürden übersprungen wurden, wie ein Feldtest der ECH Zürich und die Realisierung der Erstfinanzierung, kommt jetzt noch viel Arbeit auf die Gründer zu. Derzeit suchen sie Programmierer, die das ueppaa-System marktreif entwickeln sollen. Dann braucht es noch ein überzeugenden Einnahmen- und Geschäftsmodell, um mit dieser Idee auch nachhaltig Geld zu verdienen. Und dann müssen noch viele Kleinigkeiten gelöst werden. Wie genau soll der Alarm ausgelöst werden? Wie kann sichergestellt werden, dass es keinen Fehlalarm gibt. Denn bei Auslösung eines Alarms wird die Flugrettungswacht der Schweiz rausgeschickt. Das kostet viel Geld. Aber echte Entrepreneure finden dafür Lösungen und der Lohn dafür wird wahrscheinlich nicht sein, reich zu werden, sondern Menschenleben zu retten.

2 Responses to ueppaa-app lokalisiert und hilft auch, wenn keine Funkverbindung herrscht

  1. Colin sagt:

    Super, endlich ein interessanter Beitrag, mein Dank. Muss man erstmal verarbeiten. Generell finde ich den Blog gut zu lesen und leicht zu verstehen.

  2. Simon sagt:

    Super Blog, gefaellt mir sehr.

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