In Geschäftsidee, Idee - ecommerce

Es ist keine Schande, sich neu zu erfinden

Es gibt Entrepreneure, die mit Ihre erste Idee, die sie umsetzen, “gleich ins Schwarze treffen”. Das ist jedoch nach meinen Erfahrungen eher die Ausnahme. Häufig gelingt der erste Anlauf nicht. Man kann sich dann entweder in sein Schneckenhaus zurückziehen oder einen neuen Versuch starten. Ein neuer Versuch heißt aber nicht unbedingt, das erfolglose Geschäft zu schließen, sondern es neu zu erfinden. Ein geniales Beispiel dafür ist Fab, der extrem erfolgreiche Shoppingclub für Designprodukte aus den USA. Wie ich vor kurzem hier im Blog berichtet habe, hat Fab doppelt so schnell die erste Million Mitglieder generieren können als Facebook (wenn auch der Vergleich etwas hinkt, weil Fab viel später als Facebook an den Start gegangen ist).

Am Anfang sah es aber für die Gründer Jason Goldberg und Bradford Shellhammer gar nicht so rosig aus. Denn ihre erste Geschäftsidee, ein Social Network für die Gay-Community, entwickelte sich hinsichtlich der Mitgliederzahlen nicht so, wie es die Gründer erwartet haben. Und dabei sah es am Anfang so gut aus, weil die Gründer für Ihre Idee sogar Venture Capital in Millionenhöhe einsammeln konnten. Aber die Idee sollte einfach nicht zünden. Und da kam die Idee, das Business komplett neu zu erfinden. Aus fabulis wurde fab und aus einer Gay-Community ein Shopping-Club für Designprodukte. Und seitdem hebt die Geschäftsidee ab und fab gehört zu einem der hippesten StartUps in den USA mit beeindruckenden Wachstumszahlen.

Im Videointerview weiter oben erläutern die Gründer, wie sie ihr Unternehmen quasi komplett neu erfunden haben und damit erfolgreich geworden sind. Entrepreneur.com hat diese Erfolgsstory zum Anlass genommen, um auf die Suche nach weiteren StartUps zu gehen, die erst nach dem sog. “Reinventing” auf die Erfolgsspur gelangten. Dabei gibt es aus der Sicht von Entrepreneur.com drei verschiedene Ansätze, um sich neu zu erfinden. Entweder ändert man sein Angebot (wie bei Fab), peilt einen neuen (geographischen) Markt an oder spricht eine neue Zielgruppe an. Manchmal muss man eben nur das Zahnrrad einen Zacken weiterdrehen, um Erfolg zu haben.

Natürlich gibt es noch mehr als drei Möglichkeiten, die Geschäftsidee im Rahmen des “ReInventings” anzupassen. Es kann z.B. ein anderes Geschäftsmodell (Outsourcing statt Insourcing), ein revolutionäres Preismodell oder ein ganz neuer Vermarktungsweg sein. Entscheidend ist jedoch, dass das Team richtig zusammengestellt ist. Wenn es hier hakt, bringen die Reinventing-Versuche meist gar nichts. Und dann ist auch immer noch wichtig, dass das Timing für den Markteinstieg stimmt. Da kann man schon mal ins stolpern kommen. Aber nicht nur in der Küche kann die Lösung für dieses Problem lautem: Remix!

2 Responses to Es ist keine Schande, sich neu zu erfinden

  1. Sehr guter Artikel. Es ist vollkommen richtig: sich nachträglich anzupassen und nicht von Anfang an ins Schwarze zu treffen ist vollkommen ok. In Deutschland herrscht leider an vielen Stellen die Meinung, dass jeder Gründer von Anfang an alles perfekt machen muss. Dem ist aber nicht so!

  2. weblog sagt:

    Arthur Schopenhauer: “All truth passes through three stages. First, it is ridiculed. Second, it is violently opposed. Third, it is accepted as being self-evident.”

Schreibe einen Kommentar