In Geschäftsidee, Idee - Drink

Finalist Frankfurter Gründerpreis: Original Marlenes Tau von den Wiesen

Wer hätte vor Jahrzehnten gedacht, dass kalter Kaffee ein Verkaufsschlager wird. Im Zuge der Red Bull Euphorie haben es tatsächlich Nestle & Co. geschafft, kalten Kaffee an Tankstellen und in Supermärkten salonfähig zu machen. Warum sollte das mit kaltem Tee nicht auch gelingen. Das haben sich wohl auch Tobias Rehberger und sein Freund Kai Grudde aus Frankfurt gedacht, die im letzten Jahr das Getränk “Marlenes TAU VON DEN WIESEN” in der Mainmetropole auf den Markt gebracht haben. Dabei lag auch diese Geschäftsidee so nahe. Denn Tobias Rehberger brühte sich schon seit Jahrzehnten Kräutertee auf, um ihn anschliessend in den Kühlschrank zu stellen und danach kalt zu genießen.

Der Weg vom für eigene Zwecke hergestellten Getränk zum Verkaufsschlager ist lang und steinig. Das mussten die beiden Gründer auch schnell feststellen. Hunderte von Teesorten und -kombinationen wurden ausprobiert, bis die zwei Geschmacksrichtungen, die jetzt zum Verkauf stehen, feststanden. Das Deutsche Lebensmittelinstitut wurde damit beauftragt, eine Rezeptur zu erstellen, die eine Haltbarkeit des Getränkes von mehr als zwei Jahren gewährleisten konnte. Letztlich wurde ein Produzent in der Rhön gefunden, der das Getränk herstellt und abfüllt. Die Region scheint ein gutes Pflaster für gesunde nichtalkoholische Getränke zu sein, letztlich ist hier auch die Bionade erfunden und abgefüllt worden. Aber trotzdem ist der Weg zum Erfolg noch lange, wie Welt-Online berichtet:

“Mit ihrer Idee verdienen die beiden Männer allerdings noch kein Geld. “Noch müssen wir viel Geld in das Produkt stecken, um zu expandieren”, sagt Rehberger. Nach Frankfurt soll es den kalten Tee auch in München und Berlin geben. 60.000 Flaschen wurden bisher in den Verkehr gebracht, 150.000 produziert. Am Main gibt es sie bei Grünkern in Sachsenhausen, im Margarete, in der Kleinmarkthalle bei Metzger Ullmann und im Robert Johnson. “Klar hoffen wir, dass wir über kurz oder lang auch Geld mit unserer Idee verdienen können”, so Rehberger. Verkaufen wollen sie ihre “Marktlücke”, wie sie ihre Idee nennen, aber nicht. “Dann steht das Produkt doch irgendwann mit einem Konzentrat versetzt in einem Regal”, so Rehberger. “Dann müssen wir wieder anfangen, eine Firma zu gründen.”

Über einen Verkauf ihrer Firma müssen sich die Gründer aber noch lange keine Gedanken machen. Denn erst einmal muss die Geschäftsidee rentabel werden. Und wenn Geld übrig bleibt, muss es wieder in Marktdurchdringungsmaßnahmen etc. reinvestiert werden. Das ist nun mal das Schicksal eines Lebensmittel- bzw- Getränkeproduzenten. Da haben es Web-StartUps leichter. Allerdings gelingt es auch StartUps im Lebensmittelsegment eher, in der Presse Beachtung zu finden. Und auch wenn noch keine bundesweites Vertriebsnetz aufgebaut ist, kann eine Berichterstattung in der überregionalen Presse etwas bringen, weil die Getränke letztlich auch online bestellt werden können. Aber dafür müssten die Getränke-Erfinder erst einmal auf vielen Veranstaltungen kostenlose Proben verteilen. Und dann muss es noch schmecken 🙂

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