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Mit Group Capital ist die nächste Crowdinvestingplattform an den Start gegangen

In diesem Sommer wird es in der Crowdinvesting-Szene in Deutschland Schlag auf Schlag gehen. Zahlreiche Plattformen stehen vor dem Start und sammeln gerade Geld für ihre eigene Plattform bei den Crowdvestoren ein oder trommeln schon im Vorfeld kräftig, damit es bei Launch einen fliegenden Start geben kann. So wurde z.B. auf dem StartUp-Weekend in Frankfurt am letzten Wochenende der Startschuss für die Plattform Sinnvest gegeben. In bester Crowdsourcing-Tradition soll Sinnvest eine Gemeinschaftsproduktion vieler Supporter werden, die durch die Einbindung zu Fanvertisern werden sollen.

Während Sinnvest erst in den Startlöchern steckt, hat die Crowdinvestingplattform Croup Capital vor kurzem die Plattform für alle geöffnet und damit die Prelaunch-Phase abgeschlossen. Damit ist Group Capital (made in Düsseldorf) sogar DEVEXO (ebenfalls made in Düsseldorf) zuvorgekommen, die ihren Launch jetzt für den 15.6.2012 angekündigt haben. Die Düsseldorfer hauen im Rahmen ihrer Markteintrittsphase “kräftig auf den Putz”:

“Wir von Group Capital haben nicht die erste Crowdinvesting Plattform auf die Beine gestellt, aber wir werden in jedem Fall die beste deutsche Plattform erschaffen, die Sie sich als Unternehmer und Investor vorstellen können. Wir werden uns eben nicht auf hochriskantes Seed- und Startup-Crowdfunding beschränken, sondern etablierten Unternehmen mit ebenfalls hohen Renditen, aber wesentlich geringerem Risiko, die Möglichkeit bieten von ihrer Idee zu überzeugen.”

Folgende USP´s sollen Group Capital zur Marktführerschaft verhelfen:

  • Portal mit mehreren Crowdinvesting Angeboten gleichzeitig.
  • Crowdrating: Die Nutzer werden bei der Entscheidung einbezogen, wer ein Funding online stellen darf
  • Crowdinvesting bis 250.000 Euro pro Fundingprozess möglich
  • Sowohl stille Beteiligungen als auch Darlehen mit Gewinnbeteiligungen möglich
  • Professionelles Marketingpaket für die Bekanntmachung des Rating und Fundingprozesses

Zum Crowdrating, dem Herzstück von Group Capital, schreiben die Macher: “Bei vergleichbaren Plattformen entscheiden bisher einzig und allein die jeweiligen Geschäftsführungen, welche Ideen und Unternehmen Aussicht auf erfolgreiche Kapitalbeschaffung haben. Aus unserer Sicht entspricht dies aber nicht dem Gedanken des Crowdinvestings, daher werden .. nicht wir, sondern Sie die potenziellen Erfolgsaussichten bewerten und somit jedem Investor eine fundierte Entscheidungsvorlage liefern können. Im Vorfeld einer Investition wird demnach immer ein so genanntes Crowdrating stattfinden, indem die User, und somit die späteren Verbraucher und Konsumenten, die Idee bewerten.”

Im obigen 13-Minuten-Video wird sehr ausführlich beschrieben, wie der Crowdrating-Prozess ablaufen soll. Somit weiß jeder, wie Group Capital gegenüber den Konkurrenten “punkten will”. Aber natürlich handelt es sich auch um eine ungewollte Anleitung zum Nachbauen. Ich bin überzeugt, dass sich andere Crowdinvesting- und Crowdfundingplattform von dieser Idee inspirieren lassen werden. Denn wie soll ein kleines Team an festangestellten Mitarbeitern einer Crowdfundingplattform beurteilen, welche Idee erfolgsversprechend ist und welche nicht? Umgekehrt ist es auch eine gangbare Lösung, dass alle StartUps zum Funding zugelassen werden. Das Crowdrating kann tatsächlich ein guter Mittelweg sein.

Clever am Crowdrating ist, dass ein genialer Weg gefunden wurde, wie die Vorauswahl getroffen werden kann, welche Unternehmen “funden” dürfen. Es hat aber noch weitere Vorteile. So kann Group Capital zum Launchzeitpunkt schon das erste StartUp präsentieren, ohne sich zu verpflichten, dass es auch ein Funding starten kann. Die teilnehmenden Unternehmen werden motiviert, möglichst viele positive Ratings einzusammeln. Damit machen diese StartUps immer auch Werbung für Group Capital selber. Das Fanvertising funktioniert auch deshalb so gut, weil den teilnehmenden StartUps viele Werbe-Features zur Verfügung gestellt werden, um eine Viralkampagne starten zu können.

3 Responses to Mit Group Capital ist die nächste Crowdinvestingplattform an den Start gegangen

  1. Klaus Kramer sagt:

    Bitte rettet die Web 2.0-Aestetik, denn es quietscht bei Group-Capital gewaltig!
    Zitat: “Wir von Group Capital haben nicht die erste Crowdinvesting Plattform auf die Beine gestellt, aber wir werden in jedem Fall die beste deutsche Plattform erschaffen, die Sie sich als Unternehmer und Investor vorstellen können…..”
    Man sollte sehr vorsichtig sein mit der Verwendung des Wortes “beste” deutsche Plattform’, denn, unabhaengig von den angeblichen o.g. tollen Zielen die sich Group-Capital auf die Fahne geschrieben hat, haben es die administrativen Betreiber bis heute nicht geschafft die Webseite unter den Browsern von Google Chrome, Internet Explorer und Firefox identisch zu synchronsieren. (diverse unterschiedliche & fehlerhafte Bild & Text Ablaeufe). Hinweise und Telefonate diesbezueglich blieben unbeantwortet. Ich bewerte es so; “…keine Antwort, ist auch eine Antwort…” oder, ‘we don’t care and give a f*&&^%’

    Klaus Kramer
    CEO Voice Ads Ltd

  2. Hallo Herr Kramer,

    das verleitet mich zur Annahme, dass derzeit fast überall mit heißer Nadel gestickt wird, um noch schnell mit einer Crowdinvestingplattform an den Start zu gehen, bevor es zu spät ist.

    Ich selber lege persönlich auf graphische Elemente nicht so viel Wert, sondern bin interessiert, ob das Geschäftsmodell funktioniert und von beiden Seiten angenommen wird.

    Und mich interessieren Mehrwerte. Das Crowdrating könnte tatsächlich ein Mehrwert werden, ist aber auch sehr komplex und manipulatonsanfällig. Deshalb bin ich gespannt, wie das Experiment weiter geht.

    Burkhard Schneider

  3. […] so gute Ideen fördern und verbreiten.” Diesen Worten ist zu entnehmen, dass es wie bei Group Capital eine Bewertungsphase geben wird, bevor ein Funding möglich sein […]

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