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Alles Klout, oder was?

Im Jahre 2008 ging das StartUp Klout mit Sitz in San Francisco an den Start. Dieser Onlinedienst bezeichnet sich „the standard for online influcence measurement“. Es handelt sich um einen Webdienst, der den Einfluss einer Person im Social Web auf einer Skala von 1 bis 100 misst. Der Name für diesen Dienst ist klug gewählt, denn clout ins Deutsche übersetzt heißt Einfluss. Das Prinzip ist so simpel, wie umstritten zugleich. Der Einfluss einer Person wird mit Hilfe einer Zahl (Score) angezeigt. Zudem wird automatisch für jeden, der ein Twitter-Account mit Followern besitzt, ein Klout-Score erstellt, auch wenn der Nutzer gar nicht bei Klout angemeldet ist. Das sorgt für eine breite Abdeckung des Klout-Scores.

Bevor wir aber in die Feinheiten abdriften, wollen wir uns zunächst näher mit der Ermittlung des Klout-Scores beschäftigen, der auf drei Elementen aufbaut:

  1. True Reach (Reichweite)
    Es wird konkret gemessen, wie viele Menschen die betreffende Personen via Social Web tatsächlich erreicht und damit potentiell beeinflussen kann. Dabei wird z.B. die Zahl der Twitter-Follower um Bots und „tote Accounts“ bzw. Accounts, mit denen überhaupt keine Interaktion stattfindet, bereinigt.

  2. Amplification (Verstärkung)
    Hier wird gemessen, wie stark sich eine Botschaft von mir via Facebook, Twitter und Co. verbreiten kann bzw. verbreitet. Dazu werden z.B. die Zahl der „Mention“ und „Retweet“ in einem bestimmten Zeitraum zugrunde gelegt.

  3. Network (Netzwerk)
    Im Rahmen des Netzwerk-Werts wird ermittelt, wie einflussreich wiederum mein Kontakte sind, mit denen ich verbunden bin, was wiederum mit Hilfe des Klout-Scores gemessen wird.

Insgesamt gibt es über 30 Variablen, die für die Berechnung des Klout Scores relevant sind. Dazu gehören z.B. die Anzahl von Followern, die Häufigkeit von Updates, die Klout-Werte von Friends und Followern, die Anzahl von „Gefällt mir“-Klicks bei Facebook, die Weiterleitungen auf Twitter, die Anzahl der „Likes“ und Kommentare in Facebook-Statusmeldungen etc. Immer mal wieder verändern sich die Klout Scores von Nutzern scheinbar „ruckartig“, weil die Variablen oder deren Gewichtung verändert wurden. Böse Zungen behaupten sogar, Klout würde das absichtlich machen, um öfters ins Gespräch zu kommen. Aber vielmehr scheint hinter diesen Veränderungen das Ziel zu stecken, den Klout Score immer besser zu machen.

Als registrierter Nutzer auf Klout erhält man z.B. genaue Informationen zu den drei Elementen Reichweite, Verstärkung und Netzwerk. Man sieht, zu welchen Themen (Topics) einem (u.a. auch von anderen Klout-Nutzern) Einfluss zugesprochen wird und in welchem Ausmaß. Man kann angeben, wer einem beeinflusst und zu welchen Themen und umgekehrt, wer sich von einem zu welchen Themen beeinflusst fühlt. Zudem können Nutzer Listen mit Personen zu Themenschwerpunkten erstellen und Personen dazu hinzufügen. Letztlich wird einem in der Rubrik „Klout-Style“ gezeigt, welche Art von Influencer man ist. Auszeichnungen (Achievments) sollen die Nutzer motivieren, aktiver zu werden. Und in der Rubrik „Perks“ kann man Angebote von Firmen sehen, die einen als Influencer belohnen wollen, was in Deutschland allerdings noch keine Relevanz hat.

Neben der kurzen Beschreibung der Möglichkeiten auf Klout.com empfehle ich, obiges Erläuterungsvideo anzuschauen, um einen schnellen Einstieg zu erhalten. Als Fazit sei zu erwähnen, dass aus meiner Sicht das Klout-Scoring in der Social Webwelt nicht mehr wegzudenken ist. Immer mehr Anbieter nutzen den Service, um Influencern bei freien Ressourcen Upgrades anzubieten. Auch Arbeitgeber schielen schon auf die Klout-Scores. Aber in Deutschland ist Klout noch nicht in der „Breite angekommen“. Das liegt auch daran, dass z.B. keine API-Verbindung zu XING besteht. Und auch Blogger, die nicht ihr Blog bei WordPress.com hosten lassen, gar nicht mit ihrem Einfluss erfasst werden. Hier muss Klout nachbessern, um in der Business Welt in Deutschland wirklich ankommen zu können. Und wenn es Klout nicht macht, macht es sicherlich ein Wettbewerber. Es wird auf jeden Fall in Zukunft viel Musik in der Klout-Score-Thematik sein.

One Response to Alles Klout, oder was?

  1. […] Klout? Was sind die wichtigsten Elemente bei diesem “online influence measurement”? Im Best-Practice-Buiness-Blog habe ich diese wirklich kompakte Beschreibung gefunden, welche Faktoren und Variablen auf den […]

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