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FastFood-Kette Crepes & Waffles aus Kolumbien stellt fast nur alleinerziehende Mütter ein

Junge, alleinerziehende Mütter haben es fast überall auf der Welt schwer, genug Geld nach Hause zu bringen und sich gleichzeitig intensiv um ihren Nachwuchs zu kümmern. Das musste auch Diana Riva aus Kolumbien feststellen, die mit 18 Jahren ungewollt schwanger wurde, von ihrem Freund in Stich gelassen wurde und somit ihr gerade angefangenes Studium gleich wieder aufgeben musste. Da es in Kolumbien kein Kindergeld und auch kein soziales Auffangnetz gibt, begann sie gleich nach der Geburt ihrer Tochter damit, eine Bewerbung nach der anderen zu schreiben, um eine Festanstellung zu erhalten. Alles ohne Erfolg. Dann bekam sie von einer Freundin den Tipp Ihres Lebens. Sie sollte sich bei der kolumbianischen FastFood-Kette Crepes & Waffles bewerben, in der mehr als 3.000 von den knapp 3.800 Mitarbeitern alleinerziehende Mütter sind.

Und tatsächlich war der Tag, als Diana Riva bei Crepes & Waffles den Arbeitsvertrag unterschrieben hat, der wichtigste Tag in ihrem Leben. In Welt.de steht, warum das so ist: „Sie profitiert von Sozialleistungen, die speziell auf alleinerziehende Mütter zugeschnitten sind. „Ich habe ein zinsloses Darlehen für meine Wohnung erhalten. Das ist in einem Land mit so hohen Hypothekenzinsen wie Kolumbien ein echter Luxus“, sagt die 31-Jährige. Tatsächlich ist es hier für alleinerziehende Mütter praktisch unmöglich, einen Kredit zu beantragen, weil sie meist keine Sicherheiten vorweisen können…Crepes & Waffles übernimmt nicht nur die Krankenversicherung für seine Mitarbeiter, sondern auch für deren Kinder.“ Aber das ist noch längst nicht alles, wie im Welt.de-Artikel zu erfahren ist:

„Außerdem hilft das Unternehmen beim Schulgeld und bezahlt ein Taxi, wenn die Frauen Spätdienst haben. Weil Sicherheit ein wichtiges Thema in Kolumbien ist, organisiert die Firma während der normalen Schichten einen eigenen Bustransport für den Nachhauseweg. „Das Wichtigste aber ist für mich, dass ich bei meinem Kind bleiben kann, wenn es krank ist. Denn ich habe sonst niemanden“, sagt Riva mit Blick auf diese firmeneigene Sonderregelung.“ Letztlich fühlen sich alle Mitarbeiterinnen im Unternehmen wie in einer großen Familie. Sie wissen, dass sie immer Unterstützung erhalten und ihnen Verständnis entgegengebracht wird, wenn es zu Hause Probleme gibt. Beatriz Fernández, die vor mehr als 30 Jahren Crepes & Waffles zusammen mit ihrem Mann gegründet hat, weiß genau, dass es ihnen die MitarbeiterInnen danken, dass sie für solch eine ausgewogene Life-Work-Balance sorgt.

Aber keine Angst liebe Männer, auch Ihr habt eine Chance, bei Crepes & Waffles angestellt zu werden. Denn die Sicherheitskräfte und Mitarbeiter, die Schwerstarbeit zu verrichten haben, sind auch hier männlich. Aber auch hier werden Alleinerziehende bevorzugt. Entstanden ist allerdings die Idee, als eine Studienkollegin von Beatriz Fernández und ihrem Mann ungewollt schwanger wurde und um die Zukunft von ihr und ihrem Kind bangte. Auch wenn der Professor, der die Idee im Rahmen eines Uni-Gründerwettbewerbes für zu sozialromantisch hielt, haben die Gründer die Idee umgesetzt. Heute hat die Fast-Food-Kette Filialen nicht nur in Kolumbien, sondern auch in Brasilien, Ecuador, Mexiko, Panama, Peru, Venezuela und sogar in Spanien. Heute klingt es noch exotisch, aber in zwanzig Jahren werden es umgekehrt Unternehmen, die für ihre Mitarbeiter keine Ersatzfamilie darstellen, sehr schwer haben.

Die ganze Story könnte Ihr unter Welt.de lesen. Das ist Pflichtlektüre für alle, die als Unternehmer nicht nur Geld verdienen wollen, sondern auch Sinn und Nutzen stiften wollen, um die Welt ein bisschen besser machen zu können.

2 Responses to FastFood-Kette Crepes & Waffles aus Kolumbien stellt fast nur alleinerziehende Mütter ein

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  2. […] Hier im Blog stelle ich immer wieder solche Leuchtturmprojekte vor, wie z.B. jüngst Crepes & Waffles, das Tiffin-Project, Solvish, die Raumunternehmen oder das Münchner Tafelwasser. Ideen am […]

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