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„Unverpackt“ als Geschäftsidee

Im letzten Jahr hatten Geschäftsideen Hochkonjunktur, die gegen das Wegwerfen von Lebensmitteln ankämpfen. Ich habe hier im Blog zahlreiche Beispiele zu diesem Thema präsentiert. Vielleicht gibt es dieses Jahr eine Fortsetzung und zwar in der Form, dass sich viele Gründer Gedanken darüber machen, wie man den „Verpackungswahnsinn“ in der Lebensmittelindustrie „bekämpfen kann“. Es ist unglaublich, wie viel Müll entsteht, wenn wir täglich Lebensmittel einkaufen. Wie kann man das ändern?

Emilie Florensky will ihren Beitrag mit ihrer StartUp-Idee „unverpackt“ leisten, die es beim enorm-Sozialunternehmer-Wettbewerb ins Finale schaffte: „Der erste Schritt wird sein, mit einigen Produzenten wichtige Partnerschaften einzugehen und mit einem Bulkwarenstand in einigen Märkten in Berlin präsent zu sein. Obwohl unverpackt an der Untersuchung von verpackungsfreien Möglichkeiten für verschiedene Produkte interessiert ist, soll zunächst damit begonnen werden, den Fokus der Bemühungen auf das Trockensortiment zu legen. Alle Aktivitäten richten sich zunächst auf die Region Berlin-Brandenburg.“ Gerne werden wir die Idee hier im Blog weiter verfolgen, wenn mehr Infos via Facebook und Blog zur Verfügung stehen.

So wirklich neu ist die Idee des Bulkwarenverkaufs nicht, aber leider ist sie etwas in Vergessenheit geraten. Viele erinnern sich heute nicht mehr an die Krämerläden, in denen viele Grundnahrungsmitteln aus großen Behältern „geschaufelt“ werden konnten. In Kanada hat diese Art des Verkaufs wieder Hochkonjunktur, der Einzelhandelskette Bulk Barn sei dank. Wir haben über dieses Unternehmen erstmals hier im Blog im Januar 2006 berichtet. Mittlerweile hat das Unternehmen, das 1982 gegründet wurde, in Kanada mehr als 200 Verkaufsfilialen und bietet ein Sortiment von mehr als 4.000 Produkten an. Mehr Impressionen gibt es im Video weiter unten.

Auch Unternehmen in Deutschland sind schon auf gutem Weg. Dazu gehören nicht nur zahlreiche Bioläden, sondern auch Schuhbeck´s Gewürzläden. Hier kann man sehr viele Gewürze direkt aus den Behältern in kleine Tütchen „schaufeln“. Leider werden dabei wiederum Einwegverpackungen genutzt, weshalb hier noch viel Verbesserungspotenzial auf den Weg zum Bulkwarenverkauf besteht. Deshalb die gute Nachricht an Gründer: Es gibt noch viel Verbesserungspotenzial. Ich will hier einige Ideen zum Nulltarif anbieten:

Wie wäre es, wenn jemand auf verschiedenen Wochenmärkten in seiner Region „Müsli zum Selbermixen“ anbieten würde. Mit Hilfe einer „Müslimix-Maschine“ könnte man den Kunden gleichen einen Mehrwert anbieten. Und die passenden Behälter könnte man gleich mit verkaufen. Oder wie wäre es mit einem Verkaufsstand für Gewürze, Trockenfrüchte, Backmischungen, Süßigkeiten etc. Die passenden Rezepte könnte man gleich mitliefern. Und ganz findige Unternehmer könnten sich evtl. auch die Master-Franchiselizenz von Bulk Barn für Deutschland sichern. Es wird Zeit, dass Bewegung ins deutsche Bulk-Barn-Business kommt.

4 Responses to „Unverpackt“ als Geschäftsidee

  1. Tom sagt:

    …..da ist schon der nächste „HYPE“ enthalten. Nach den Teeläden und CoffeShops kommen als nächstes die Coffe Shops, bei denen man die Bohnen für seinen individuellen Coffee selbst zusammenstellt. Geröstet und natural. Rezepte und Anleitungen für DEN Coffee gibt es gratis dazu. Weiter gehts mit entsprechenden „Geräten“ z.B. die Röstereie für Zuhause – oder im Laden „rösten lassen“ riech schon, wie die Einkaufsmeilen riechen – daneben der Bäcker :-). Nach den Beuteln und den Pads, die ja mehr Verpackung als Inhalt sind – jetzt das echte Selbermachen – klar – der Coffe ist aus „FAIR“ Anbaugebieten. Wer macht das? – Ab 200 000 Euronen lässt sich das locker profitabel realisieren – Franchice dann sowieso.

  2. Hallo Tom,

    sehr gute Idee 🙂

    Revivals sind nicht nur in der Modebranche angesagt, sondern auch bei Geschäftsmodellen.

  3. […] Geschäftsideen wie Bonaverde, e-volo, NumberFour, storyfeed, Lernstift, Museotainment und unverpackt (noch) nicht berücksichtigen. Aber dafür ist mein “Horn” für nächstes Jahr schon […]

  4. […] genau vor einem Jahr habe ich hier im Blog erstmals über die Geschäftsidee von “Original Unverpackt” berichtet, die […]

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