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Erfinder der Pebble-Watch blicken auf 12 turbulente Monate zurück

Vor einem Jahr sorgten die Erfinder der Pebble-Watch für eine Hype. Es handelte sich um das erste Projekt, das bei Kickstarter mehr als 10 Mio USD einsammeln konnte. Das zeigte, dass die Erfinder den Zeitgeist getroffen hatten. Nicht Apple, Google und Co. präsentierten diese Weltsensation (Smart-Watch verbunden mit dem Smartphone), sondern ein kleines, unbekanntes Gründerteam. E shandelte sich um das erste Gründungsvorhaben, das es bei mir in 3 Top-Listen 2012 schaffte und es sogar zweimal (in den Kategorien „Produkthersteller“ und „Crowdfunding“) auf den ersten Platz. Und MIT Technology Review kürte Pepple sogar zu einem der 10 breakthrough Technologies 2013.

Wo viel Licht ist, ist aber auch viel Schatten. Diese Binsenweisheit trifft auch auf dieses Projekt zu. Denn der versprochene Auslieferungstermin Herbst 2012 konnte nicht gehalten werden. Er wurde sogar wenige Monate nach Abschluss des Fundings auf unbestimmte Zeit verschoben. Argument war, dass man nicht mit so einer großen Nachfrage gerechnet hätte und aufgrund der begrenzten Produktionskapazitäten der asiatischen Produktionspartners deutlich länger als geplant brauchen würde, um die Pepple-Watchs auszuliefern. Experten vermuteten noch andere Gründe für die verzögerte Auslieferung. Denn das bei Kickstarter eingesammelte Geld reichte zwar aus, das Produkt fertig zu entwickeln und produzieren zu lassen, allerdings fehlte Geld, um professionelle Strukturen aufzubauen und genug Experten und Mitarbeiten einzustellen.

Trotzdem konnten die Erfinder die ersten E-Watches im Januar 2013 ausliefern. Sie richteten extra eine Webseite ein, um graphisch zu veranschaulichen, wieviele Pebble-Watches zu welchem Zeitpunkt ausgeliefert wurden. Jeder Kickstarter-Kunde konnte sich ins Pebble-Account einloggen, um nachzuverfolgen, wann seine Uhr ausgeliefert worden ist. Allerdings schauten einige deutsche Kunden dumm aus der Wäsche, weil ihre Lieferung vom deutschen Zoll abgefangen wurde. Jan Schweitzer hat in einem sehr ausführlichen Zeit-Online-Artikel seine Leidensgeschichte veröffentlicht und erklärt, warum er bis heute keine Pebble-Watch in Händen halten kann:

„Für „das Inverkehrbringen“ der Uhr sei neben der Konformitätserklärung auch eine „technische Dokumentation bezüglich der Konformitätsbewertung bereitzuhalten“. Zudem müsse ein Bevollmächtigter in der EU benannt werden, sagte der Mann von der Netzagentur. Alle drei Anforderungen waren nicht erfüllt.“ Hier rächte sich, dass die Erfinder auch nicht USA-Bürger als Kickstarter-Unterstützer akzeptierten bzw. keine Strukturen aufgebaut hatten, um den weltweiten Export zu handeln. Doch das könnte sich jetzt schnell ändern. Denn Mitte Mai verkündeten die Erfinder der Pebble-Watch nicht ohne stolz, dass sich die VC-Gesellschaft Charles Rivers Venture mit 15 Mio USD „eingekauft“ hat. Das Timing passte. Denn auf der einjährigen Geburtstagsfeier gab es damit richtig etwas zu feiern.

Das klingt alles danach, also ob die Pebble-Erfolgsstory noch um viel Kapitel ergänzt werden könnten. Bereits jetzt haben Entwickler mehr als 600 Apps für die Pebble-Watch entwickelt. Es gibt Fancommunities all over the World. Auch in Deutschland halten die Fans der Pebble-Watch die „Stange“. Und auch die Macher von kickstarter, die nicht zuletzt wegen der Ereignisse rund um die Pebble-Watch schlaflose Nächte hatten, werden jetzt wohl aufatmen. Denn es sieht nicht nur nach einem Happy End aus, sondern kickstarter kann aufzeigen, dass erfolgreiche Fundings bei ihnen auch dazu führen können, dass VC-Gesellschaften einsteigen. Das wird vielleicht den Trend zum CoFunding fördern, wie ich hier im Blog schon ausgeführt habe. Ich bin mir sicher, heute nicht das letzte Mal über Pebble berichtet zu haben.

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