In Geschäftsidee, Idee - Kunst

32 ausgezeichnete Kultur- und Kreativpiloten nutzen und sind Inspirationsquellen für Gründer

In dieser Woche wurden zum vierten Mal 32 Kultur- und Kreativpiloten Deutschlands für ihre innovativen Ideen ausgezeichnet (und konnten sich damit aus 565 Bewerbungen durchsetzen). Damit soll gezeigt werden, dass Kunst und Kommerz sehr wohl zusammen passen können und die nachhaltige Basis für eine Selbständigkeit darstellen können. In einer 60-seitigen PDF-Broschüre werden die 32 Sieger dieses Jahres kurz vorgestellt.

Ich habe mir die Zeit genommen und mir alle ausgezeichneten Ideen näher angeschaut. Dabei ist mir aufgefallen, dass sich zahlreiche Künstler von bestehenden Ideen haben inspirieren lassen. Die Idee von ADDACT, Fans (auch via Crowdfunding) bestimmen zu lassen, wo und wann Konzerte ihrer Lieblingsbands stattfinden, erinnert mich sehr an die Idee von TicketoMeter, über die ich vor zwei Jahren hier im Blog berichtet habe. Und die Idee von von Original Unverpackt erinnert mich sehr stark an die Idee von Bulk Barn, über die ich erstmals 2006 hier im Blog berichtet habe. Und New Swedish Design erinnert mich stark an Parts of Sweden.

Die Quintessenz: Lasst Euch von guten Ideen aus aller Welt hier im Blog inspirieren und Ihr habt gute Chancen, die nächsten ausgezeichneten Kreativpiloten zu werden. Um nicht missverstanden zu werden. Fast jede gute Idee ist das Ergebnis eines Mixes aus bestehenden Ideen. Und die Adaption in heimische Märkte ist auch eine Kunst. Und gepaart mit neuen Ideen ist das dann die ganz große Kunst. Schliesslich lautet unser Motto: „Mix it!“ Aber es geht auch anders, wie z.B. Roswitha Fansworth zeigt. Sie modelliert gerne und hat aufgrund ihrer Erfahrungen einen neuen Werkstoff entwickelt, den sie jetzt verkauft:

NonaD heißt der Werkstoff, auf den die Künstlerin seit Herbst 2012 ein Patent angemeldet hat. Ohne mit schwerem Gerät anrücken zu müssen, kann jeder mit NonaD bildhauerisch tätig sein – als Modelliermasse an Mauern und Wänden oder als Gießmasse von Kaminkacheln ist es genau so geeignet wie für große Skulpturen
oder kleine Objekte. Außerdem kann man am Werk jederzeit weiterarbeiten. Auch Tage und Wochen später. Ohne die Gefahr von Rissen verbindet sich der Werkstoff einfach wieder. Nach dem Aushärten ist NonaD dennoch vollkommen frostsicher, wetterfest und hitzebeständig.“

Auf jeden Fall macht es Spaß, durch den Gewinnerkatalog zu blättern. Hier erhaltet Ihr viele Inspirationen, wenn Ihr Euch in naher Zukunft selbständig machen wollt. Und in der Webrubrik „Titelträger“ könnt Ihr Euch zusätzlich von den 96 Siegern der Vorjahre „etwas abschauen“. Besonders gut gefällt mir die Story vom Produktdesigner Christor, der im Rahmen seiner Diplomarbeit herausfinden wollte, was sich aus 1 EUR mit kreativen Mitteln machen lässt. Wie Ihr im folgenden lesen könnt, hatte er viele Ideen, um das Geld step by step zu vermehren:

„Er investierte zuerst in Packpapier und Klebstoff und entwarf Sonnenhüte. Durch den Verkauf erwirtschaftete er 17€. Davon kaufte er eine gebrauchte Digitalkamera und schoss Bilder von Parkbesuchern, die er ihnen für 2€ als Postkarte nach Hause sendete. Gewinn: 150€. Das steckte er in die Entwicklung von Prototypen seiner nächsten, unternehmerischen Idee: die „microflag“, eine kleine Deutschland-Flagge aus Stoff, die in den Audioausgang eines Handys passt – passend zur Fußball-EM 2012. Kurzum: Das Fähnchen ging weg wie warme Semmeln.“

2 Responses to 32 ausgezeichnete Kultur- und Kreativpiloten nutzen und sind Inspirationsquellen für Gründer

  1. Lutz Breunig sagt:

    Ideen haben und Ideen umsetzen sind zwei paar Stiefel – und beansprucht eventuell unterschiedliche Personen.

  2. Genau wegen der Funktion als Inspirationsquelle lese ich die Blogartikel gern, manchmal allerdings etwas später. Ich habe natürlich noch weitere Gründe die Beiträge zu lesen.

    Die beschriebenen Unternehmensideen bringen in jedem Fall das Gehirn auf Trab und das ist gut so im routinelastigen Alltag.

    Meistens leiten sich folgende Fragen ab?
    – Ist das komplett neu für mich oder hatte ich mit etwas Ähnlichem früher schon einmal Berührung? (s. Bemerkungen vom Chef-Blogger) Wenn ja, was ist jetzt besser?
    – Kann ich das Beschriebene so oder abgewandelt selbst nutzen?
    – Was ist die nächste Stufe der beschriebenen Unternehmensidee?
    – Habe ich Freunde, die dieser Artikel interessieren könnte? Wenn ja, dann den Link per E-Mail an diese schicken.

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