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Durchbruchsinnovation made in Germany: ASUUM macht aus jeder Webseite einen maßgeschneiderten Onlineshop

Viele Blogger und Medien haben Google AdSense bei sich eingebunden, um zu gewährleisten, dass die Leser genau die Werbung angezeigt bekommen, die zu den Textinhalten und Lesern passt. Ich habe mir schon öfters gedacht, dass es eine geniale Idee wäre, wenn es einen Webdienst gäbe, der in jedes Onlinemedium einen Onlineshop mit den zur Webseite passenden Produkten integrieren könnte und zwar ganz automatisch. Wenn sich der Inhalt verändert oder erweitert, müsste sich auch das Angebot in diesem Onlineshop ändern. Und tatsächlich ist das deutsche StartUp Asuum auf bestem Weg, diesem Wunsch gerecht zu werden.

Wie das in der ersten Ausbaustufe aussieht, könnt Ihr Euch z.B. bei Bild der Frau anschauen. Mitten im Beitragstext ist ein Kästchen eingeblendet, das mit folgendem Text angeteasert wird: “WIR EMPFEHLEN: Das sind die Lieblingsprodukte der Bild der Frau-Redaktion. Jetzt im Bild der Frau-Shop mehr entdecken!” Im Kästchen sind drei Produkte abgebildet. Wenn Ihr auf eines der Bilder klickt, werdet Ihr zum entsprechenden Partner-Onlineshop weitergeleitet (in diesem Fall handelt es sich um den Thalia-Shop). Wie das Ganze als integrierte Shoplösung aussehen kann, findet Ihr unter asuum.de/preview.php (natürlich alles im Pinterest-Style).

Obwohl noch in der Testphase befindlich, ist Asuum beim “Matching” kompromisslos, wie mir der Asuum-CEO und Co-Gründer Thilo Konzok verraten hat: “Haben wir einen Produkt Match unter 70% Relevanz zeigen wir z.B. gar nichts an. Oder wenn man mit dem iPhone einen Artikel liest, zeigen wir anstelle von Produkten relevante Apps an. Insgesamt gibt es so über 300 flexible Designs, die je Match Relevanz ausgespielt werden (wenn z.B. ein Buch mit 95% Relevanz matcht, dann zeigen wir nur dieses eine Buch an und betiteln es als “weiterführende Literatur zum Thema”)”

Derzeit wird noch mit einigen ausgewählten Online-News-Magazinen getestet. Die Testergebnisse können sich sehen lassen. Ein Lifestyle-Magazin für Frauen zwischen 29 und 35 Jahren mit monatlich 27 Mio. Pageviews hat dank Asuum 48.000 € Mehreinnahmen im Monat erzielt und die zusätzliche Verweildauer der Leser um 7 % erhöht. Ein Newsmagazin mit 21 Mio. Pageviews hat 34.000 € Zusatzeinnahmen im Testmonat erzielt und die zusätzliche Verweildauer der Leser um 4 % erhöhen können. Aber auch Blogger können sich freuen. Ab Mitte September ist ein erster Test auf 500 Blogs geplant. Dafür muss nur ein kurzes Java Script Snippet in den Blog integriert werden.

Ich finde es beeindruckend, dass die Technologie von Beginn an nicht nur für große Online-Medien, sondern für alle zur Verfügung stehen wird. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Zielgruppen gibt es auch unterschiedliche Pricing- und Einnahmemodelle für die Publisher. Ein Blogger wird wahrscheinlich die Variante wählen, keine Monatsgebühr an Asuum zu bezahlen. Dafür erhält er 30 % der Affiliate-Provisionen, die Asuum erhält. Ein größeres Online-Magazin wird wohl eher die Variante wählen, 4.500 EUR Monatsgebühr zu bezahlen, um dafür auch 70 % der Affiliate-Provisionen kassieren zu können. Größere Enterprisekunden werden gebeten, direkt mit Asuum Kontakt aufzunehmen, um das passenden Provisionsmodell zu besprechen.

Auf meine Frage, ob die Gründer darüber nachgedacht haben, sich via Crowdinvesting zu finanzieren, hat mir der CEO und Co-Gründer Thilo Konzok kurz geantwortet: “Ehrlichgesagt: Nein. Wir sind gut durchfinanziert und innerhalb der nächsten 3 Monaten profitabel.” Das ist mal eine Aussage. Wie kommt es dazu? Zum einen ist Asuum (neben sieben anderen StartUps) in das Axel Spring Plug & Play Programm aufgenommen worden. Zum anderen ist das Geschäftsmodell von Asuum schnell hochrentabel und erreicht damit sehr schnell den Break Even. Und zu guter letzt stehen nicht nur wegen den guten Kontakten des Axel Springer Verlages die Online-Verlage nach Aussagen von Konzek Schlange.

Zum Schluss meines Interviews habe ich Thilo Konzok gefragt, in welchen Bereichen er sich derzeit noch Unterstützung wünscht. Seine Antwort lautet: “Wir sind intensiv auf der Suche nach drei weiteren Entwicklern, entweder im Backend (Java), sowie im Frontend (HTML, Javascript). Wir sind als Firma sehr auf Design fokussiert, deswegen würden wir uns freuen, wenn wir Leute finden, bei denen das genauso ist.
Dadurch, dass unsere Technologie alle Sprachen innerhalb von 2h lernen kann, werden wir im November den Fokus auf die Internationalisierung richten und ab Anfang des Monats ein Büro in San Francisco bzw. New York eröffnen. Dann suchen wir natürlich spannende Bewerber, die uns im internationalen Vertrieb unterstützen können.”

Ich bin baff. Da haben Gründer in Deutschland eine Geschäftsidee entwickelt, die ihres gleichen in der Welt sucht. Sie haben in wenigen Monaten ein fertiges Produkt entwickeln können und schon so viele Anfragen, dass es einem schwindelig wird. Eigentlich müssen Timo und sein Team nur kalt irgendwo anrufen und sie stoßen fast immer auf sehr großes Interesse. Dann kommen die Gründer wohl sehr schnell in die Break Even Phase. Trotzdem ist die Idee hochrentabel, so dass schnell hohe Gewinne zu erwarten sind. Und dann ist auch noch in wenigen Monaten die internationale Expansion geplant, um nicht anderen Copy Cat Schmieden das Geschäft zu überlassen. Und jetzt braucht es noch nicht einmal VC-Kapital, um die angestrebten hohen Ziele zu erreichen. Ich glaube, wir werden in nächster Zeit noch viel von Asuum hören und ich hoffe, dass kein Multikonzern irgendwelche Patente aus dem Hut zaubert, die den Erfolg von Asuum stoppen könnten.

5 Responses to Durchbruchsinnovation made in Germany: ASUUM macht aus jeder Webseite einen maßgeschneiderten Onlineshop

  1. Tobias sagt:

    Ist ja witzig, ich habe vor 12 Jahren meine Diplomarbeit genau über dieses Thema geschrieben (hatte es damals “Contextual Commerce” genannt).

  2. Wie heißt es so schän: “Keine Armee der Welt kann sich der Macht einer Idee widersetzen, deren Zeit gekommen ist.” Victor Hugo

  3. Tobias sagt:

    cooles Zitat, vielleicht setze ich das mal auf meiner Website ein…

  4. Hallo Tobias,

    war Ende der 90er (New Economy Hype) das am häufigst verwendete Zitat in Business Plänen (Schuld daran war auch ein Business Plan Buch von Mc Kinsey Beratern), nur leider passte das Zitat leider damals nur ganz selten. Alles hat eben seine Zeit 🙂

  5. […] Kategorie hatte ein anderer Artikel diesen Monat die Nase vorn. Klarer Lesersieger war der Artikel Durchbruchsinnovation made in Germany: ASUUM macht aus jeder Webseite einen maßgeschneiderten Onlin…. Kein Artikel wurde auch nur annähernd so oft in diesem Monat in meinem Blog gelesen. In der […]

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