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Eine Idee, die die Welt revolutioniert: Plastic Bank macht Plastikmüll zur Währung

Wir lesen immer wieder von Horror-Storys, wie die von den mittlerweile riesigen Plastikmüllinseln im Meer oder von den riesigen Müllhalden in Entwicklungsländern oder riesigen Müllbergen am Straßenrand oder Stränden. Einige innovative Vordenker oder Entrpreneure denken, dass Bioplastik, der sich in einigen Jahren organisch abbauen kann, eine Lösung dieses Problems ist. Allerdings handelt es sich dabei nur um eine Teillösung, die auch mit zahlreichen Nachteilen verbunden ist. Deshalb werden weitere Ideen gesucht, die Teil der Lösung und nicht des Problems sind.

Und genau solch eine geniale Lösung stellt die Plastic Bank dar. Die Grundidee ist, dass Menschen den Plastikmüll bei einer Plastic Bank Receycling Station abgeben und dafür Schuhe, Essen oder andere Güter des täglichen Lebens erhalten kann. Plastimüll soll somit zur wertvollen Währung gerade in den Entwicklungsländern werden. Die Menschen sollen keine Almosen erhalten, sondern dafür belohnt werden, dass sie den Plastikmüll beseitigen und receyceln lassen. Die erste Plastic Bank Receycling Station soll im April 2014 in Peru aufgebaut werden.

Die hier beschriebene Grundidee finde ich genial. Es wird aber noch besser. Die Menschen vor Ort sollen nicht nur Plastikmüll gegen Gegenstände des täglichen Lebens eintauschen können, sondern aus dem Plastikmüll neue Dinge erschaffen, die sie verkaufen können. Das soll möglich werden, indem der Plastikmüll zu kleinen Plastikkugeln receycelt wird, die das Basismaterial für einen 3D-Drucker darstellen sollen. Die Menschen sollen daraus Dinge für das tägliche Leben drucken und verkaufen können. In den Plastic Bank Zentren sollen sie trainiert und angelernt werden.

Und es kommt noch besser. Fleißige Plastikmüllsammler sollen auch Mikrokredite erhalten, um sich ein eigenes Business aufbauen zu können. Und im besten Fall sollen sie eine eigene Plastic Bank Filiale aufbauen, um ihr Wissen an viele andere Menschen in der Umgebung weitergeben zu können. Auf diese geniale Idee, die aus meiner Sicht die Welt wirklich verändern kann, ist der Entrepreneur David Katz aus Vancouver gekommen, der schon vorher ein erfolgreiches StartUp aufgebaut hat. Wow, ich hoffe noch viele ErfolgsUpdates dieser Idee hier veröffentlichen zu können.

Mehr dazu unter Fast Company Exist

10 Responses to Eine Idee, die die Welt revolutioniert: Plastic Bank macht Plastikmüll zur Währung

  1. Die Idee ist gut. Es wird ein schwerer Weg, die Idee umzusetzen. Die Währung Plastik zieht Profiteure an, wie jede Währung (z. B. illegale Importe in die Staaten mit der Plastik-Währung).

    Bei so gemischtem Plastik wird bestenfalls das Downcycling nicht das Recycling Realität werden. Aus dem zerkleinerten Material werden Plastik-Rasensteine o.ä. hergestellt. Produzenten von neuen Produkten stellen hohe Anforderungen an die Materialeigenschaften und deren Toleranzen. Dadurch ist der Markt für recyceltes Plastik relativ klein.

    Übrigens wird auch bei uns in Europa/Deutschland der größte Anteil an Plastik energetisch verwertet, also verheizt.
    http://www.recyclingmagazin.de/rm/news_detail.asp?ID=18409&SUCHB=Plastik-Recycling&SID=756543192168100100

  2. Tim sagt:

    Die Idee wäre gut, wenn die Plastik-Anlieferung homogen, das Plastik-Processing billig und die Endstoffe hochwertig wären. Ist aber leider alles nicht so.

  3. Hallo,

    so simpel, wie es theoretisch klingt, wird es in der Praxis nicht funktionieren. Aber ein Proof of Concept sollte abgewartet werden, bevor alle den Stab “brechen”. Und letztlich entwickelt sich die Technik auch weiter.

    Burkhard

  4. Generell ist es natürlich eine feine Sache. Aber es klingt für mich so, als ob sich da jemand das Problem kleinredet. Wenn es so einfach wäre, Plastik zu entsorgen, gäbe es dann diese Müllberge? Es wird übersehen, dass es hunderte von Plastikarten/Kunststoffen gibt, und die nicht einfach so mal getrennt und entsorgt werden können. Hinzu kommen Lacke, Reste und Klebstoffe. Das alles macht das Recycling aufwändig, in vielen Fällen unmöglich. Was bleibt ist, alles zu verbrennen, doch ist damit wirklich geholfen? Und wer bezahlt Transport und Trennung? Und dann will man ja auch noch die “Plastiksammler” entschädigen. Mir leuchtet es nicht ein, an welcher Stelle hier das Geld verdient wird, um das alles zu ermöglichen.

    Was mich außerdem stört, ist dass Plastik dadurch (ganz allgemein betrachtet) attraktiv gemacht wird. Es wird Teil des Kreislaufes. Wer mehr verdienen will, schafft mehr Plastik heran. Das geht aber am Grundproblem, dass Plastik ein gesundheitsschädigendes, nicht nachhaltiges Material ist und eigentlich neue Wege gefunden werden müssen, vorbei.

    Dennoch drücke ich dem Startup die Daumen, es geht schließlich in die richtige Richtung, gerade die 3D-Drucker-Idee gefällt mir.

  5. Felix sagt:

    Vom Grundgedanke her ja ganz schön, gleichzeitig etwas für die Umwelt und gegen die Armut zu tun. Jedoch befürchte ich, dass dadurch wiederum vermehrt Dinge mit einer Plastikverpackung oder Ähnliches gekauft werden, um damit später wieder Geld zu verdienen. Dabei wäre es doch besser, wenn auf Plastik weitgehenst verzichtet werden würde, dann würde auch weniger davon produziert werden.

  6. Danke für das Feedback.

    Es ist tatsächlich nicht trivial, Plastiktüten zu receyceln und als Material für eine 3D-Drucker zu verwenden. Aber letztlich beginnt jede Vision mit einem ersten Schritt. Und diesbezüglich hat Plasticbank schon einige Ideen, siehe der Artikel bei Fastco.

    Und natürlich ist Plastikbank nur ein Teil der Lösung. Noch besser ist es, Plastikmüll zu vermeiden. Deshalb berichte ich auch hier immer wieder über Ideen wie unverpackt und Co. Aber diese Umkehr wird so schnell nicht funktionieren. Und die bestehenden Müllberge werden dadurch auch nicht kleiner.

    Meine Hoffnung liegt auch darin, dass sich andere Erfinder aufmachen, ein Problem zu lösen, wenn der erste Entrepreuner mit einer Lösung an den Markt geht. Ich hoffe auf diese positive Dynamik und bin jetzt gespannt auf die nächsten Nachrichten der Plastic Bank.

  7. Hallo, der Grundgedanke ist sehr gut. Es bleibt abzuwarten, wie die Idee angenommen und umgesetzt wird. Vielleicht sind die Bedenken diesbezüglich völlig umsonst. Viele Grüße

  8. […] zu werden, gibt es immer wieder neue Ideen, wie z.B. die Plastik Bank, über die ich vor kurzem hier im Blog berichtet habe. Denn nicht überall gibt es funktionierende Receycling-Systeme, wie z.B. hier in […]

  9. […] wandelt Plastikflaschen in 3D-Druckmaterial um Ich habe hier im Blog bereits über Plastik Bank berichtet. Ein ähnliches Projekt hat die Proto-Organisation in 2013 in Indien (Pune) initiiert. […]

  10. […] Hier geht’s zur Homepage der Plastic Bank: plasticbank.orgNoch mehr Fakten unter: best-practice-business.de […]

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