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Geniale Fake-Kampagne: Die Miracle-Machine macht nicht Wein aus Wasser

Ein Trend kommt in Mode: Mit Fake-Produkten Werbung machen. So hat vor kurzem eine Zahnarztzusatzversicherung für einen DIY-Zahnarztbohrer geworben, den es gar nicht gibt. In einem anderen Fall hat eine Werbeagentur ein neues Parfum erfunden, um eine ganze Branche „auf die Schippe zu nehmen“. Das zeigt, dass man auch abseits vom 1. April mit Fakekampagnen viel Aufmerksamkeit erhaschen kann. Aber den „Vogel haben nun die Erfinder der Miracle Machine abgeschossen.“

In sehr vielen Medien wurde diese neue Wundermaschine vorgestellt. Sie sei in der Lage, in wenigen Stunden aus Wasser Wein zu machen. Dafür bräuchte es nur Leitungswasser, Weintrauben, ein paar Zusatzstoffe (im Wert von 2 USD pro Liter Wein) und natürlich die Miracle Machine. Sie solle im Rahmen einer Kickstarter-Kampagne, die bald starten würde, für knapp 500 USD vorbestellt werden können. Um die Glauwürdigkeit dieser Fake-Kamapgne zu erhöhen, wurden die angeblichen Erfinder der Maschine vorgestellt: Es handele sich um Philip James, Gründer der Wein-Community Snooth und des Online-Weinhändlers Lot18 sowie um Kevin Boyer, der mit seiner Firma CustomVine individuelle Weine für Firmen herstellt.

Und sie flogen reihenweise auf diese Fake-Story herein, wie z.B. Mashable, PSFK, Daily Mail und sogar Time. Und auch reihenweise Medien aus Deutschland „stimmten in diesen Fake-Chor ein“, wie z.B. N24 und der Merkur. In Wirklichkeit handelte sich um eine geniale Werbekamapgne für die kleine Hilfsorganisation „Wine to Water“. Diese Organisation will die Wasserversorung in den ärmsten Regionen dieser Welt sicher stellen, z.B. durch den Bau von Brunnen oder Regenwassergewinnungssystemen.

Diese Hilfsorganisation gibt es seit 2004 und nennt sich tatsächlich „Wine to Water“. Der Name kommt daher, weil die Gründer die ersten Spendengelder generiert haben, indem sie Wein-Events veranstaltet haben. Mittlerweile generieren sie im Jahr 1 Mio. USD an Spendengelder. Dank der oben beschriebenen Fake-Kampagne, die von der Agentur MSL Group entwickelt wurde, soll jetzt der ganz große Durchbruch gelingen. Ich bin begeistert von dieser konzeptstarken Kampagne. Eigentlich wurde nur aus „Wine to Water“ „Water to Wine“ gemacht und fertig. Aber die Story dahinter ist das eigentliche „Gesellenstück“.

One Response to Geniale Fake-Kampagne: Die Miracle-Machine macht nicht Wein aus Wasser

  1. […] Fake-Geschäftsideen zu entwickeln, um Werbung zu machen. Eines meiner Lieblingsbeispiele ist die Miracle-Machine, die angeblich aus Wasser Wein machen sollte. Oder der Denti-Drill, der als DIY-Zahnbohrer […]

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