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Im Burgerrestaurant Ed Debevic’s gibt es aus guten Grund die unfreundlichsten Kellnerinnen der Welt

Viele Restaurants wollen mit außergewöhnlich gutem Service, moderner Einrichtung und gesunder Ernährung bei ihren Gästen punkten. Das Retro-Burgerrestaurant „Ed Debevic´s“ aus Chicago macht genau das Gegenteil. Die Einrichtung erinnert eher an die 50er Jahre. Schließlich ist auch im Mode-Business der Retro-Look immer wieder neu im Trend. Auf der Speisekarte stehen Burger, Fritten und Co. Von gesunder Ernährung kann in diesem Zusammenhang keine Rede sein. Aber der Gipfel ist die Bedienung:

Die Kellnerinnen „kotzen“ sich hier über ihre Gäste ganz bewusst aus, wie man im Video weiter unten gut sehen kann. Wenn ein Erwachsener etwas von der Kinder-Karte bestellt, wird er angepflaumt, dass er kein Achtjähriger mehr sei. Wenn er aus ihrer Sicht nicht genug bestellt, macht sie den Kommentar, dass es gut sei, dass er bei der Bestellung Geld spare, um später ein gutes Trinkgeld geben zu können. Wenn ein Gast z.B. Spaghetti bestellt, fragt die Bedienung, ob er das Gericht in der Speisekarte finden würde. Nein, und das hätte seinen guten Grund, denn man müsse schon zum Italiener gegenüber gehen, um Spaghettis essen zu können. Basta.

Dem Video, das zum Viralhit avanciert, kann man entnehmen, dass es nicht nur der Kellnerin Spaß macht, die Gäste so anzupflaumen. Letztlich ist alles Kalkül. Denn das Restaurant weiß, dass es dank der unfreundlichen Bedienungen im Gespräch bleibt. Zwar kotzen sich viele in Facebook über diesen Service aus, aber das ist gewollt. Vielmehr spielt man mit einem Kommentar auf der Firmenwebseite gerne weiter „Bande“: „We’ve been getting a lot of flack lately about a so called “rude” waitress of ours taking an order. First of all, this is Chicago, and we’re just being ourselves. Boston, San Francisco and Portland are doing a great job at being polite and boring, so let us do our job and hold it down like a real American city, capish?“

Kommt Euch das bekannt vor? Richtig. Vor mehr als fünf Jahren habe ich hier im Blog über den Heart Attack Grill. Vor dem Restaurant steht ein Ambulanzwagen, die Bedienung trägt Krankenschwesterkittel und der Chef hat einen Arztkittel an. Vor, während und nach dem Essen werden die Kunden “untersucht”. Das ist auch notwendig, wenn man bedenkt, dass der “Quadruple Bypass Burger”, der in diesem bizarren Restaurant serviert wird, mehr als 8.000 Kalorien zählt.

Hannes Treichl hatte die Geschäftsidee damals wie folgt kommentiert: “Positionierung. Differenzierung. Erlebnis. Hohes Mundpropaganda-Potenzial. – Alles perfekt umgesetzt!”. Für mich persönlich war es ein gutes Beispiel für Provokationsmarketing, perfekt umgesetzt. Und obiges Beispiel passt ebenfalls perfekt in diese Kategorie.

2 Responses to Im Burgerrestaurant Ed Debevic’s gibt es aus guten Grund die unfreundlichsten Kellnerinnen der Welt

  1. Sleepwalker1 sagt:

    Das ist natürlich mal eine besondere Marketingstrategie und macht sicherlich auch dem Personal Spass. Ich persönlich brauche sowas eher nicht. Wenn ich in ein Restaurant oder Hotel in Davos oder im Prättigau will, dann möchte ich gut behandelt werden 😉

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