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Die Innovationsagentur Dark Horse hat sich von der Organisationsform des Klosters inspirieren lassen

Während des Aufbaustudiums „Design Thinking“ am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam haben sich die 30 Gründer (aus den verschiedensten Disziplinen) der Innovationsagentur Dark Horse GmbH & Co. kennengelernt, die im Jahr 2009 aus der Taufe gehoben wurde. Viele waren skeptisch, ob nicht so viele „Köche den Brei verderben“ würden. Doch nach sechs Jahren sind noch alle 30 Gründer dabei und die Firma kann mittlerweile eine beeindruckende Kundenliste vorweisen, die sich aus dem Who is Who der deutschen Wirtschaft und Gesellschaft zusammensetzt. Und zahlreiche Preise konnte das Unternehmen auch schon einheimsen, vor allem für ihre außergewöhnliche, zukunftsweisende Organisationsform.

Die Erfolgsgeheimnisse für diesen nachhaltigen Erfolg sind die flachen Hierarchien, Diversität, Flexibilität, das gegenseitige Vertrauen und die demokratischen Entscheidungsprozessen. Dabei dient das Kloster als Vorbild für ihre Organisationsstruktur. Ähnlich wie im Kloster gibt es bei „Dark Horse“ sog. Mönche (die in Vollzeit im Unternehmen arbeiten) und Pilger (die für begrenzte Zeit dabei sind). Für jedes neue Projekt wird eine Gruppe aus München und Pilgern zusammengesetzt. Jeder kann sich je nach seinen Wünschen und Vorstellungen in die Projekte einbinden. Dank dieser Durchlässigkeit sind noch alle Gründer mit an Bord, wenn auch längst nicht alle in Vollzeit.

Alle Gründer dürfen im Unternehmen mitreden, aber nur, wenn sie auch aktiv dabei sind. Entscheidungen werden möglichst nach dem Konsensprinzip getroffen. Ein Veto darf jeder Aktive einlegen, muss dann aber einen Alternativvorschlag präsentieren. Dank dieser Vorgehensweise gingen keine Gründer in den letzten sechs Jahren verloren, aber trotzdem werden klare Entscheidungen schnell getroffen. Um eine gewisse Regelmäßigkeit und Zuverlässigkeit zu integrieren, treffen sich alle Aktive am Freitagmorgen, um die anfallenden Aufgaben und Aufträge zu besprechen und zu verteilen.

Klingt etwas nach Gleichmacherei, aber das ist es nicht, weil entsprechend kleine (Projekt) Gruppen gebildet werden, um noch genug Dynamik zu generieren. Auch bei der Bezahlung hört die Gleichmacherei auf. Es gibt zwar für alle Gründer eine Grundausschüttung, aber der Großteil der Einnahmen wird danach verteilt, wie aktiv sich die Gründer in die Kundenprojekte eingebunden haben. Und natürlich sind im Arbeitsumfeld auch Fehler erlaubt. So wird z.B. regelmäßig ein Failure Award intern ausgerufen. Kleiner Nachteil dieser Organisationsstruktur liegt darin, dass keine neuen Gründer mehr aufgenommen werden. Aber vielleicht findet sich dafür langfristig auch noch eine Lösung.

Auch von Marketing verstehen die 30 Gründer der Generation Y etwas. Ende 2014 erschien ihr Buch „Thank God it’s Monday!: Design Thinking – Wie wir die Arbeitswelt revolutionieren“. Hier zeigen sie, wie sich Arbeit im digitalen Zeitalter organisieren lässt, damit Mitarbeiter und Unternehmen gleichzeitig davon profitieren können. Das Buch möchte der „Generation Y“ Mut machen, nicht nur über die traditionelle Arbeitswelt zu schimpfen, sondern sie schrittweise zu ändern. Dank auch des originellen Titels wurde das Buch zum Bestseller. Besser geht Werbung in eigener Sache nicht.

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