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baningo ermöglicht den Bankkunden eine freie Beraterwahl

Es gibt so schöne Sprüche wie „Banking ist People Business“. Oder es gibt Claims wie „Die Beraterbank“. Damit ist gemeint, dass der Berater einer Bank den Unterschied macht, schliesslich wollen auch heute noch die meisten Bankkunden bei komplexten Finanzgeschäften persönlich beraten werden. Allerdings gibt es in diesem Zusammenhang ein großes Problem: Mir als Kunde wird ein Berater vorgesetzt, ich habe in der Regel keine Wahl. Aber genau das ist häufig der Haken. Mal stimmt die persönliche Chemie nicht, mal hat der Berater aus meiner Sicht nicht die passende Kompetenz, mal kann er sich nicht in meine Situation hineinversetzen. Und das kann dann dazu führen, dass die Bank keinen Abschluss macht oder ich sogar die Bank wechsle.

Und genau hier setzt seit 1. September 2015 das österreichische Fintech-StartUp „baningo“ an. Mit nur wenigen Klicks definiert man online auf baningo sein Finanzanliegen und findet rasch Profilansichten mehrerer Bankberaterinnen und Bankberater verschiedener Banken – passend zum jeweiligen Finanz-Bedarf und zu den gewünschten persönlichen Kriterien: bestimmte fachliche Spezialisierungen, Berufserfahrung, Fremdsprachenkenntnisse, Erreichbarkeit zur Wunschzeit etc. Mittels des angebotenen Messengers kann effizient und unkompliziert sofort Kontakt aufgenommen werden.

Das StartUp listet auf seiner Webseite wie folgt die Vorteile seines Dienstes auf:

  • Kunden können sich selbstbestimmt erstmals selbst eine Bankberaterin, einen Bankberater suchen
  • baningo bietet einen schlanken und effizienten Prozess.
  • Mehrere Meinungen zu Finanzthemen einzuholen dauert nur mehr Minuten statt Tagen
  • Profile von Bankberaterinnen und Bankberater verschiedener Banken bieten eine völlig neue Transparenz für Bankkunden
  • baningo ist zu 100% unabhängig und verdient weder an Anfragen oder Abschlüssen von Kunden

Und wie sieht nun das Ertragsmodell aus, schliesslich ist der Service für die Kunden kostenfrei? Ganz einfach: Banken bezahlen fürs Dabeisein einen monatlichen Fixbetrag, aber keinerlei Provisionen. Dafür sollen Banken viele neue Kundenleads erhalten. Dieses Konzept hat schon zu Beginn renommierte Geldinstitute wie die Bank Austria, die Oberbank, die Hypo NÖ und die WSK Bank überzeugt. Und das, obwohl der Service erst seit kurzem online ist. Die baningo GmbH wurde am 01. Juli 2015 gegründet und ist ein FinTech Startup mit Sitz in Wien. baningo ist seit 01. September 2015 auf baningo.com erreichbar. Derzeit ist baningo in Österreich tätig.

Damit ist baningo seinem Ziel einen Schritt näher gekommen, das Banking „zum Wunschkonzert“ zu machen. Allerdings könnten sich auch Headhunter freuen, auf diesen Weg neue, geeignete Kandidaten zu finden. Insofern bin ich mir nicht ganz sicher, ob das Auswahlverfahren noch etwas verfeinert und zu Beginn anonymisiert werden sollte. Weiterhin bin ich der Überzeugung, dass Banken auch an einer White-Label-Lösung interessiert sein könnten, um das System exklusiv für die hauseigenen Kunden nutzen zu können, ohne die Angst zu haben, dass der Kunde gleich abwandert. Wichtig wäre in diesem Zusammenhang, wie auch über eine Distanz von mehr als 100 km eine gute Beratung des Kunden gewährleistet werden kann. Fazit: Mir als Ex-Banker gefällt die Geschäftsidee, wenn auch noch viel Ausbaupotenzial besteht.

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