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Bräunungsdusche auf Rädern erobert Kalifornien

Haben Sie schon einmal von den Ducato-Handwerkern gehört? Das sind Handwerker, die keine stationäre Werkstatt mehr haben, sondern deren Werkstatt mobil ist (dank eines Fiat-Ducatos). Die Automobilhersteller reagieren darauf, dass sie dafür immer mehr branchenspezifische Innenausbauten anbieten. Diese und andere Geschäftsideen auf Rädern breiten sich nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland aus. Denken wir nur an Food-Trucks. Im Gegenteil zu Imbisswagen sind die Food-Trucks nicht nur sehr gut ausgestattet, sondern bieten auch Gourmet-Food an. Mobile Anbieter gehören schon lange nicht mehr zu den Billiganbietern.

Der mobile Trend erfasst immer mehr Branchen. Vor kurzem hat motor-talk.de über den Spray Tanning Bus berichtet. Dabei handelt es sich um einen Mercedes-Sprinter, der innen mit Bräunungsduschen bestückt ist. Betrieben wird der Bus von Deana und Emil Tuniyants mit Sitz in San Diego. Kann solch eine Geschäftsidee im Sonnenstaat Kalifornien (mit 300 Sonnentagen im Jahr) überhaupt funktionieren? Natürlich, weil jeder braun aussehen will, längst nicht jeder dafür aber stundenlang in der Sonne liegen will (schon aus gesundheitlichen Gründen).

Der Service kostet zwischen 39 und 69 USD pro Person. Das Business läuft sehr gut. Zu Hochzeiten wird das Ehepaar häufig gerufen, gerade weil die Zeit sehr knapp ist, um mit Braut und Brautjungfern zu einem stationären Studio zu fahren. Und in den eigenen vier Wänden will man die „Sauerei“ nicht veranstalten. Zudem kann der Sprinter auch dort positioniert werden, wo es überhaupt keine sanitären Vorrichtungen gibt. Weiterhin hilft, dass es immer Tanning-Parties gibt, auf denen sich Frauen treffen, um in Kürze braun zu werden. Und genau solche Großaufträge braucht es, damit sich die Investition des ehemaligen Friseurs Emil Tuniyants auch lohnt. Mehr als 100.000 USD hat er in den Umbau des Mercedes Sprinters gesteckt, um die Lackierkabinen und auch eine Ablüftungsanlage zu installieren.

Ganz neu ist die Geschäftsidee nicht. Schon seit 2014 fährt The Tanning Van durch Kalifornien. Zwei Gründerinnen verdienen damit ihr Geld. Und weil sie immer noch sehr erfolgreich sind, gibt es immer mehr Nachahmer, die es nicht als großes Risiko ansehen, 100.000 USD und mehr in das mobile Business zu stecken. Ganz im Gegensatz zu einem stationären Bräunungsstudio (mit Bräunungsdusche) kann das mobile Studio weiterfahren, wenn ein Standort nicht mehr attraktiv sein sollte. Insofern sind die Investitionen in solch ein mobiles Business auch weniger riskant. Ähnlich wie bei Kreuzfahrtschiffen (im Gegensatz zu stationären Hotels).

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