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Ex-Fußballprofi Stefan Reinartz will mit seinem Start-Up Impect die Fußballstatistik revolutionieren

Gestern haben mehr als 26 Mio. Menschen das erste Spiel der Deutschen Fußballnationalmannschaft bei der EURO 2016 gegen die Ukraine geschaut. Nach dem Spiel haben Matthias Opdenhövel und Mehmet Scholl im ARD-Studio das Spiel analysiert und Studiogäste interviewt. Und genau hier hatte Stefan Reinartz gestern seinen großen Auftritt vor großem Publikum. Nein, er war nicht in seiner Funktion als Fußball-Frührentner da (er hatte erst vor wenigen Tagen mit 27 Jahren seinen Rücktritt vom Profi-Fußball erklärt und den Vertrag mit Eintracht Frankfurt augelöst), sondern als Geschäftsführer und Vertreter des Start-Ups Impect.

Mit seiner Geschäftsidee, die er zusammen mit seinem früheren Mitspieler (bei Bayer Leverkusen) Jens Hegeler vor wenigen Jahren entwickelte, will er die Spielanalyse revolutionieren. Ausgangspunkt waren die Spieldaten des WM-Halfinales 2014 Brasilien : Deutschland. Der Spielstatistik hätte man nicht entnehmen können, dass Deutschland gerade mit 7:1 gewonnen hatte. Denn bei den Punkten gefährliche Angriffe, Ballbesitz, Torschüsse und Balleroberungen lag Brasilien vor Deutschland. Die Spielstatistik spiegelte somit in keiner Weise das Spielergebnis wider.

Das nahmen die beiden Fußballprofis zum Anlass, zu überlegen, welche statistischen Daten in Zukunft erhoben werden müssten, um der Spielstatistik mehr Aussagekraft verleihen zu können. Letztlich kommt es im Fußball darauf an, dass möglichst viele Gegenspieler mit einem Paß überwunden werden und so eine Torchance entsteht. Das nennen die Gründer Packing. Der Wert ist umso höher, umso mehr Spieler mit dem Paß „aus den Verkehr“ genommen werden. Und wenn man diesen Wert zugrunde legt, dann wird die Spielstatistik des WM-Halbfinals 2014 sehr aussagekräftig (siehe Foto oben).

Stefan Reinartz hat es geschafft, die ARD davon zu überzeugen, Kunde von ihm zu werden und diese revolutionäre Spielstatistik in Zukunft zu verwenden. Und genau deshalb hatte Stefan Reinartz gestern seinen großen Auftritt im ARD-Studio vor großem Fernsehpublikum, um das System näher zu erläutern. Aber nicht nur die ARD, sondern auch den DFB und mehrere Bundesligaclubs wie Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und RB Leipzig konnte Reinartz schon von seinem System überzeugen. Damit können die eigenen Spiele in Zukunft nicht nur besser analysiert werden, sondern auch das Scouting verbessert werden. Und hier geht es schliesslich um viel Geld und (das gilt damit auch für das Start-Up Impect).

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One Response to Ex-Fußballprofi Stefan Reinartz will mit seinem Start-Up Impect die Fußballstatistik revolutionieren

  1. Commodore sagt:

    Ich denke, dass das „Packing“ eine gute Ergänzung zu des Statistikanalysen im Fußball darstellt. Mehr sicherlich nicht. Jedoch denke ich auch, dann die Messung noch verbessern kann, wenn man sie um die Anzahl der überspielten Gegner pro Pass bzw. die Anzahl der überspielten Verteidiger pro Pass erweitert. Das würde Verzerrungen durch viele (Kurz-)Pässe und Rückpässe verringern. Vielleicht könnte man die Kennzahlen auch noch auf die Anzahl der überspielten Gegner bzw. Verteidiger bei Pässen innerhalb oder in das (letzte) gegnerische Drittel beschränken, um die Aussagekraft noch weiter zu verbessern.

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