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Revival Null-Stern-Hotel: Null-Stern-Bett unter freiem Himmel

Im 2008 sorgte das Null-Stern-Hotelkonzept der Riklin-Künstlerbrüder in der Schweizer Gemeinde Sevelen weltweit für Furore. Ziel damals war es, einen ehemaligen Luftschutzbunker wieder zum „Leben zu erwecken“ und dabei alle Gemeindemitglieder (als Sachspender oder Hotelmitarbeiter) mit einzubinden. Dabei wurden alle bisher bekannten Grenzen gesprengt (vorher gab es noch kein Null-Stern-Hotel) und mit kleinem Budget sehr erfolgreiche Tourismuswerbung für die kleine Schweizer Gemeinde gemacht. Im Jahr 2009 wurde das Konzept in Teufen mit dem Slogan „Null Stern – the only star is you“ weiter entwickelt. Im Jahr 2010 scheiterte in St.Gallen leider der Plan, ein leerstehendes Kino in ein Null Stern Hotel umzufunktionieren.

Nach langer Pause soll nun das Erfolgskonzept im Bündnerland im Safiental fortgesetzt werden, als neue Version. Vom Bunker geht’s aufs Land: Ohne Immobilie, ohne Wände und ohne Dach. Die Ostschweizer Konzeptkünstler Frank und Patrik Riklin eröffneten am letzten Samstag, den 2. Juli 2016, im Rahmen der ersten Alps Art Academy und in Kooperation mit dem Tourismus Safiental ihre erste Null Stern Landversion in Form eines freistehenden Doppelbettes. Das Doppelbett ist ab sofort buchbar. Eine Übernachtung im Open-Air-Bett kostet CHF 250. Riklins Vision ist, weitere Betten in anderen Tälern der Schweiz zu installieren – in Kooperation mit den regionalen Tourismusverbänden.

Der Hotelbetrieb der Null Stern Landversion soll (in Anlehnung zu den Vorgängerkonzepten) mit der freiwilligen Unterstützung der lokalen Bevölkerung betrieben werden und zu einem Ort aktiver und fantasievoller Gestaltung von Gastfreundschaft und Begegnung mit Gästen heranwachsen. Das Bett ist nur dann aktiv, wenn effektiv gebucht wird. Ohne Buchung steht das Doppelbett im Standbye-Modus, überdeckt mit einer gängigen Landwirtschafts-Schutzblache. Das Doppelbett wird durch die Bewohnerschaft des Tales betrieben. Der „Hotelier“ ist das Tal. Ein Modern Butler Verein sorgt dafür, dass die Rolle des Gastgebers alterniert. Einmal ist es eine Mitarbeiterin der Gemeinde, ein anderes Mal der Landwirt des Nachbarweilers, die oder der die Gäste vor der Bettkante mit Kaffeeservice oder Bio-Salamirädli bedient.

Das ist mal wieder ein schönes Beispiel, wie man Künstler beim Tourismarketing einbinden kann. Mittlerweile lassen sich auch andere Marketingverantwortliche von den Aktionen der Künstler-Zwillinge aus der Ostschweiz inspirieren. Das Hans-Brinker-Hotel in Amsterdam wirbt zum Beispiel damit, das schlechteste Hotel der Welt zu sein. Damit reagierte das Hostel auf die schlechte Kritik, die es zum Teil im Internet einstecken musste. Und tatsächlich scheint das nicht alle Gäste abzuschrecken, vielmehr wollen sie überprüfen, ob es wirklich so schlimm ist. Andere verstehe es als Mutprobe, in diesem Hostel zu übernachten.

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