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Weltweit erster selbstfahrender Supermarkt „Moby“ wird in Shanghai getestet

Derzeit fährt im Rahmen einer Pilotphase der selbstfahrende Supermarkt „Moby“ durch die Straßen Shanghais (der Prototyp wird allein auch aus rechtlichen Gründen noch von Menschenhand gesteuert und überwacht). Er hat die Größe eines Busses und bietet vornehmlich frische Lebensmittel an, aber auch Sneakers und Zeitschriften. Grundidee ist, dass der Supermarkt zu den Kunden kommt und nicht umgekehrt. Via App soll der Kunde automatisch informiert werden, wenn sich „Moby“ in der Nähe befindet.

„Moby“ will allerdings in Zukunft noch mehr bieten. So befindet sich auf dem Geschäft ein Drohnenlandeplatz. Von dort aus sollen Drohnen die Kunden in ferner Zukunft direkt beliefern können, ohne dass der Kunde noch einen Schritt aus seiner Wohnung macht. Weiterhin befinden sich vornehmlich auf dem Dach Solarpanels, damit das Fahrzeug energieautark ist. Zudem soll das „Moby“ die Außenluft dank Luftfilter reinigen können, um einen wichtigen Beitrag für die Umwelt und Smart City der Zukunft zu leisten.

Das Shoppingerlebnis selbst soll ähnlich bequem wie bei „Amazon Go“ sein. Der Kunde betritt das Geschäft, indem er via App die Türen öffnet. Er nimmt aus den Regalen die Waren des täglichen Bedarfs. „Moby“ erfasst automatisch, was der Kunde mitnimmt und bucht den Betrag automatisch vom Kundenkonto ab. Keine Kasse. Kein Personal. Und wenn „Moby“ erkennt, dass bestimmte Waren ausgehen, bestellt er diese Waren im Zentrallager automatisch nach und fährt zum Lager, um die Waren abzuholen.

Hinter dieser futuristischen Idee steht kein großer Handelskonzern, sondern das Start-Up „Wheelys“ aus dem schwedischen Stockholm. Wheelys stellt seit 2015 mobile Cafe-Stationen auf Rädern her und verkauft sie weltweit. Die Vision ist, dass jeder Selbständige ein Cafe eröffnen kann und nicht nur der, der 500.000 USD Kapital aufbringen kann, um eine Starbucks-Filiale zu eröffnen. Das Einstiegsmodell von Wheelys kostet gerade einmal 3.999 USD. Anders als „Coffe Bike“ aus Deutschland bietet „Wheelys“ keine Franchisekonzept an, sondern verkauft das Bike und passendes Material bzw. Zutaten.

Stellt sich die Frage, ob es sich bei „Moby“ nur um einen PR-Stunt handelt, um die Marke „Wheelys“ bekannter zu machen? Eher nicht, da der erste Prototyp schon entwickelt wurde, zusammen mit der Hefei University in China. Und im obigen Youtube-Video sieht man, wie der fertige Prototyp schon durch Shanghai fährt. Vielmehr könnte sich Wheelys zukünftig mit „Moby“ ein neues Standbein aufbauen und vielleicht nicht nur als Hersteller, sondern auch als Betreiber agieren (finanzstarke Investoren haben sich schon an Wheelys beteiligt).

Das Konzept kann auch beliebig erweitert werden, z.B. als fahrendes Cafe oder Apotheke. Und nicht nur in Städten, sondern auch am Stadtrand oder in ländlichen Gebieten könnte „Moby“ rumfahren. Mehr Ideen bieten wir im Best-Practice-Special „StartUps auf Rädern“. Knapp 200 innovative Handelskonzepte haben wir bereits in der Rubrik „Idee – Handel“ und knapp 200 Mobilitätskonzepte unter „Idee – Mobil“ vorgestellt. Mehr als 600 zukunftsweisende Trends präsentieren wir in der Blogrubrik „Trends“.

Foto: (c) Wheelys Cafe

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