In Featured, Geschäftsidee, Idee - Food, Idee - Green, Idee - Landwirt, Marketing - Vertrieb, Trend - LOHAS, V - Update

ECF Stadtfarm erschließt neue Vertriebswege und expandiert

Die Erfolgsstory der ECF Farmsystems GmbH mit Sitz in Berlin begleiten wir nun seit fünf Jahren hier im Blog, von der Planungsphase bis zur Eröffnung der ersten Stadtfarm in Berlin und Expansion in andere Städte und Länder. Vorzeigeprojekt ist und bleibt die Berliner Stadtfarm. Hier gibt es nicht nur Führungen, sondern werden im Hofladen auch die frisch geernteten Produkte verkauft. Um allerdings die Umsätze zu steigern, werden auch Vertriebspartner in die Verkaufsaktivitäten eingebunden.

Seit einem halben Jahr ist das aquaponisch angebaute „Hauptstadt-Basilikum“ aus der ECF Farm Berlin in allen REWE Märkten der Region Berlin-Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern erhältlich. Die Verkaufszahlen übertreffen deutlich die Erwartungen. Das Basilikum aus der ECF Farm hat nicht nur eine bessere Qualität und ein volleres Aroma als die Konkurrenzprodukte im REWE-Markt, sondern sind auch viel länger haltbar, wie interne Store Life Tests gezeigt haben.

Aber nicht nur das Hauptstadtbasilikum, sondern auch der Hauptstadtbarsch wird seit März 2017 in 140 REWE-Märkten in der Umgebung verkauft. Der Hauptstadtbarsch wird in einer Aquakultur mit Bio-Futter und ohne Antibiotika aufgezogen sowie ständig kontrolliert. Durch die Ausscheidungen der Fische reichert sich das Wasser mit vielen guten Nährstoffen an – und wird deshalb einfach weiterverwendet. Zum Beispiel für das Hauptstadtbasilikum. Das innovative Verfahren spart nicht nur Wasser, sondern nutzt auch das darin gelöste CO2. Im ECF Aquaponik-Kreislauf wird es für die Pflanzen als zusätzlicher Dünger verwendet und schließlich wieder in Sauerstoff umgewandelt.

Das Ergebnis: eine bessere CO2-Bilanz. Urban Farming – also die Aufzucht und der Anbau mitten in der Stadt – garantiert gleichzeitig kurze Transportwege und Kühlketten für frischere und nachhaltigere Produkte in den Märkten. Durch die kurzen Transportwege kann auf die Plastik-Bewässerungsschalen beim Basilikum verzichtet werden. So können jährlich sechs Tonnen Plastikmüll eingespart werden. Das ist eine gute Blaupause dafür, wenn die Stadtfarm in andere Städte Deutschland expandieren sollte.

Das Erfolgsmodell der ECF-Stadtformen findet auch im Ausland immer mehr Kunden. Im Juni 2017 hat das Brüsseler Unternehmen Building Integrated Greenhouses das Berliner Startup ECF Farmsystems mit dem Bau einer 2.000m2 großen Farm nach dem Vorbild der ECF Farm Berlin beauftragt. Die Aquaponik-Farm wird auf einem Dach neben dem historischen Abattoir Schlachthof Areals mitten in Brüssel entstehen und soll bereits Ende 2017 in Betrieb gehen. ECF und BIGH planen in den kommenden Jahren weitere Aquaponik-Farmen in Belgien, Frankreich, Italien und Luxemburg zu errichten.

Parallel zum Bau der Brüsseler Farm arbeitet das Team der ECF Farmsystems GmbH derzeit an interessanten Studien für weitere Kundenfarmen in Deutschland, Dänemark, Luxemburg, Albanien, Kasachstan und der Schweiz. Die Studien umfassen ein Farmkonzept für den jeweiligen Standort sowie eine detaillierte Berechnung der projektspezifischen Bau- und Betriebskosten, damit die anschließend nötigen Finanzierungsgespräche „Hand und Fuß“ haben.

Mittlerweile hat das Berliner Pionierunternehmen viele Ansatzpunkte gefunden, um Teile oder das Gesamtsystem verkaufen zu können. So können Betreiber von existierenden Gewächshäusern oder Aquakulturen ihr Projekt um die anderen Bestandteile erweitern. Weiterhin können Industriebrachen neu aufgewertet werden (wie auch in Berlin geschehen) oder Dächer endlich sinnvoll genutzt werden (mit einer Dachfarm). Aber auch bestehende Industriebetriebe können ihre Abwärme nutzen, um die Stadtfarm mit Energie zu versorgen. Ich hoffe, dass immer mehr Stadtentwickler auf dieses Konzept aufmerksam werden.

Schreibe einen Kommentar