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Ein zu großes Produktsortiment kann zum Wachstumskiller werden

In der letzten Woche sorgte der Auftritt des Gründerteams von TattooMed bei der Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“ für viel Gesprächsstoff. Das lag daran, dass die Löwen in der Sendung kritisierten, dass die Macherin hinter dem Start-Up, Jenny Fischer, nur 5 % der Anteile am Unternehmen hält. Für die Löwen war das ein sog. „Dealbreaker“.

Und obwohl 22 Millionen Menschen in Deutschland ein Tattoo tragen, haben einige Löwen die Pflegeserie für Tattoos immer noch als Nischenprodukt eingeschätzt. Erschwerend kam hinzu, dass keiner der Löwen Zugang zu der Szene hat, schließlich trägt keiner der Investoren ein Tattoo. Letztlich kam kein Deal zustande.

Nur bei den Zahlen horchten die Löwen auf. Schließlich hat Tattoomed in den Jahren 2015 und 2016 jeweils fast eine Million Euro Umsatz realisiert und befindet sich auch schon in der Gewinnzone. Allerdings fanden die Löwen auch an diesen Zahl etwas zu kritisieren. Das fehlende Wachstum vom Jahr 2015 auf 2016 machte sie stutzig, obwohl der Markt für Tattoo-Pflegeprodukte riesig ist und das Start-Up sein Produktsortiment ständig um neue, nützliche Produkte und Produktlinien erweitert.

Das Problem: Ein zu großes Produktsortiment hat zur Folge, dass auch immer Kapital durch die Lagerhaltung gebunden wird. Das kann dazu führen, dass man bei Wachstum nur aus eigener Kraft (ohne Unterstützung von Investoren oder Lieferanten in Form von Lieferantenkrediten oder Banken in Form von Krediten) schnell an seine Grenzen kommt und das Umsatzwachstum sogar zum erliegen kommt. Damit kann ein zu großes Produktsortiment zum Wachstumskiller werden.

Auf der anderen Seite wissen wir z.B. von der Erfolgsstory Niederegger, dass man sein Sortiment immer wieder erneuern bzw. auffrischen muss, um z.B. neue Zielgruppen zu erreichen. Tattoomed hat die Produkte in enger Abstimmung mit den Kunden entwickelt. Mittlerweile gehören zum Sortiment eine Pflegeserie, eine Sun Protection-Serie (damit das Tattoo im Laufe der Jahre aufgrund von Sonneneinstrahlung) nicht verblasst), eine Laser Aftercare-Serie, eine Piercing-Serie und ein Pflaster für die Wundversorgung nach dem Tätowieren.

Aber nicht nur das Produktsortiment kann ein Wachstumskiller sein. Auch zu viele Vertriebspartner können schädlich für Umsatz und Gewinn sein. Im Jahr 2008 haben wir im Rahmen eines Blogbeitrages darüber berichtet, wie die Firma Sata (Hersteller von Lackpistolen für Autos) die Zahl ihrer Vertriebspartner um 800 auf 1.600 reduziert hat und trotzdem oder gerade deswegen den Umsatz und natürlich auch Gewinn gesteigert hat. Weniger ist manchmal eben mehr.

Noch schwieriger ist es, zu Beginn ohne nennenswertes Marketingbudget signifikante Umsatz zu erzielen. Wie das gelingen kann, erläutern wir anhand von zig Erfolgsbeispielen im Best-Practice-Special „Marketing (fast) ohne Budget“. Zudem achten Start-Ups, aber auch Wachstumsunternehmen zu wenig auf ihr Risikomanagement. So können sogar sehr erfolgreiche Unternehmen ins Straucheln kommen. Im Ratgeber-Special „Risikomanagement“ geben wir zehn wichtige Tipps, um nicht in diese Fallen zu tappen.

Foto: Tattoomed

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