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Warum das Automaten-Start-Up Bodega häufig keine Standmiete zahlen muss

Im letzten Artikel haben wir über das kleinste Fitnessstudio der Welt berichtet, das in Zukunft an jeder Straßenecke, im Büro- oder Wohnkomplex aufgestellt werden könnte. Dieser Trend, einen kleinen Teil des Sortiments an jeder Straßenecke und Gebäude anzubieten, hat den Einzelhandel längst erreicht. So haben wir vor wenigen Wochen über Three Square Market berichtet, die in den Pausenräumen von Firmen Verkaufsstände mit Lebensmitteln platzieren.

Während das StartUp aus Wisconsin für viel PR-Rummel gesorgt hat, weil sich die Mitarbeiter des Unternehmens kostenlos einen Chip implantieren lassen können, sorgt das US-StartUp Bodega aus anderen Gründen für viel Gesprächsstoff. Denn aus Sicht vieler Kritiker und Journalisten könnten solche Start-Ups, die an dezentralen Stellen kleine, unbemannte Lebensmittelverkausstellen, -boxen oder -automaten installieren, die kleinen Lebensmittelläden um die Ecke verdrängen. Diese kleinen Läden, die häufig von Hispanos betrieben werden, heißen im Sprachgebrauch “Bodegas”. Insofern regen sich viele über die vermeintlich schlechte Namenswahl des Start-Ups auf, das von zwei Ex-Goolge-Mitarbeitern gegründet wurde. Dieser Shitstorm sorgt allerdings auch dafür, dass das StartUp schnell in aller Munde ist.

Das Start-Up Bodega will allerdings nicht nur den 24-Stunden-Läden Umsätze wegschnappen, sondern auch den Lieferdiensten wie Amazon fresh. In den Bodega-Boxen sollen 100 nicht schnell verderbliche Lebensmittel, Getränke. Kosmetik- und andere Verbrauchsartikel angeboten werden. Die Kunden können die Glastür des Bodega-Schrankes via App öffnen und auch via App bezahlen. Das Angebot jeder Box soll sich unterscheiden und an den Bedürfnissen der Käufer vor Ort anpassen. Aber nicht nur in Wohnkomplexen, sondern auch in Turnhallen, Büros, öffentlichen Einrichtugnen und Einzelhandelsgeschäften, die keine Lebensmittel verkaufen, sollen die Bodega-Boxen platziert werden.

Die Bodega-Gründer freuen sich besonders darüber, dass sie an vielen Standorten keine Stellplatzmiete bezahlen müssen, weil die Vermieter das Angebot als wichtigen Mehrwert für ihre Kunden bzw. Zielgruppe ansehen. Das kann tatsächlich ein wichtiger Wettbewerbsvorteil für Bodega (im Vergleich zu Konkurrenzangeboten) sein. Und das geht derzeit in der Diskussion um die unglückliche Namensbezeichnung komplett unter. Nachdem in den ersten Monaten nach Start 30 Bodega-Boxen platziert wurden, sollen in den nächsten Wochen weitere 50 Boxen an der Westküste folgen. Bis 2018 sollen dann im besten Fall mehr als 1.000 Bodega Boxen in den ganzen USA stehen. Ehrgeizige Ziele, die von den Investoren unterstützten werden.

Schon Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Firma Stollwerck sehr reich damit, ihre Schokolade in Automaten zu verkaufen. Auch heute ist es noch ein gutes Geschäft, Automaten aufzustellen und darin Produkte aller Art anzubieten. Im Best-Practice-Special “Automaten Start-Ups” stellen wir zehn Erfolgsbeispiele vor. Neben Automaten gibt es noch andere lukrative und außergewöhnliche Vertriebswege, wie wir im Best-Practice-Special “Vertriebskanal” anhand zahlreicher Beispiele veranschaulichen.

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