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Staubsauger-Hersteller Dyson will das Elektroauto neu erfinden

Weltberühmt wurde der Erfinder James Dyson mit seiner gleichnamigen Firma durch den beutellosen Staubsauger, der herkömmliche Staubsauger unter Aspekten der Saugleistung „alt aussehen“ ließ. Der Weg bis dahin war sehr steinig. 15 Jahren Entwicklungszeit und 5127 Prototypen später war es endlich soweit: Unter dem Namen „Dual Cyclone“ führte Dyson 1993 seinen tütenlosen Staubsauger ein. Schnell wurde sein hochpreisiger Staubsauger auch dank des Designs zum Statussymbol (gerade für) Männer.

Mittlerweile hat Dyson noch mehr Produkte im Sortiment, wie z.B. Ventilatoren, Heizlüfter, Luftreiniger, Luftbefeuchter, Haartrockner und Händetrockner. Seine Prinzipien bleibt er aber immer treu: Viel Geld in Forschung und Entwicklung investieren, wenig in Marketing. Wichtig sind Patente und Design, um mit den hochpreisigen, innovativen Produkten viel Geld verdienen zu können. Und da sein Sohn nicht in seine Firma einstieg, sondern selbst eine Firma gründete, kaufte er einfach diese Firma auf und bietet jetzt auch revolutionäre Leuchten an. Und die Nachfolge der Firma scheint damit auch gelöst zu sein.

Und jetzt verkündete James Dyson, was viele schon munkelten. Dyson will ein eigenes Elektroauto auf den Markt bringen. Auch hier will er seinen Prinzipien treu bleiben. Er will das Elektroauto neu erfinden. Eine Zusammenarbeit mit etablierten Autoherstellern schließt er deshalb aus. Er will auf eine neue Batterietechnologie setzen. Im Gegensatz zur Batterie sei der Elektromotor von seinem 400-Mann-starken Team schon fertigentwickelt worden. Seit drei Jahren entwickele sein Team schon am E-Auto der Zukunft. Das Design soll atemberaubend sein, das Produkt hochpreisig sein, aber es soll sich nicht um einen Sportwagen handeln. Das Auto soll unter dem Namen „Dyson“ vermarktet werden. Das erste Modell soll 2021 auf den Markt kommen, weitere Modelle sollen folgen.

Einmal mehr will ein Quereinsteiger den Markt für Elektroautos aufmischen. Die Erfolgsrezepte ähneln sehr denen von Tesla, nur dass sich Dyson gleich an eine Eigenentwicklung wagt. Allerdings erscheint des Entwicklungsbudget von 2 Mio GBP relativ bescheiden zu sein, wenn man bedenkt, wieviel Geld die Wettbewerber in den nächsten Jahren investieren, um Elektroautos zu entwickeln und in den Markt einzuführen. Dyson hofft wohl, von Großbritannien ähnliche hohe Fördergelder zu erhalten, wie es Elon Musk mit Tesla in den USA gelungen ist. Zudem hofft Dyson natürlich, dass sein bekannter Markenname und die vielen Fans seiner Produkte auch Markenbotschafter und Kunden seines neuen E-Autos werden.

Noch ist nicht bekannt, wo Dyson die Autos produzieren lassen will. Experten gehen davon aus, dass ähnlich wie die Staubsauger die Autos in Asien produziert werden sollen, schließlich gehöre Asien laut Erwartungen der Experten zum größten Absatzmarkt für Elektroautos im nächsten Jahrzehnt. Neben der Herausforderung, ein Auto zu produzieren, müsse aus Sicht von Dyson die Infrastruktur für Ladesäulen erst noch aufgebaut werden. Auch hier erhofft er sich von der britischen Regierung tatkräftige Unterstützung. Denn es gibt schließlich viele Faktoren, dass wir tatsächlich einen E-Auto-Boom erleben. Deshalb ist es gut, dass immer mehr Quereinsteiger in diesen Markt einsteigen und mit Innovationen ihren Beitrag leisten wollen bzw. werden.

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