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Wie das Rollstuhl-Raupenfahrzeug „Ziesel“ über Umwege zum Erfolg wurde

Seit 2006 entwickelt die österreichische Firma Mattro elektrische Mobilitätskonzept und umweltfreundliche Energielösungen. Eines Tages wollte der Firmengründer Alois Bauer ein Testfahrzeug bauen, um sein System für einen austauschbaren Lithium-Ionen-Akku zu testen. Eher zufällig hatte der Ingenieure zwei Raupensätze und einen Stuhl zur Hand. Das war die Geburtsstunde eines außerwöhnlichen Fahrzeugs. Der Ziesel war „geboren“.

Mit der Ursprungsidee (eine Austauschstation für Lithium-Ionen-Akkus) konnte Mattro leider keine Erfolgsstory schreiben, auch weil sie von Konkurrenten kopiert wurde. Aber der Ziesel fährt heute hundertfach nicht nur durch die österreichischen Alpen. Das lag nicht nur daran, dass der Ziesel kurz nach der Markteinführung Anfang 2014 seinen großen Auftritt in der Fernsehshow „Schlag den Raab“ hatte.

Die Firma Mattro entwickelte zwei Vermarktungskonzepte, um möglichst viele Kunden „auf den Geschmack“ zu bringen. Zum einen können die Geschäftspartner sog. Ziesel Adventure Tours im Gebirge anbieten. So können Jung und Alt die Berge hochkraxeln und dabei bequem in einem „Gelände-Rollstuhl“ sitzen. Keine andere Sportart verbindet dabei Jung und Alt so geschickt.

Zum anderen können sog. „Ziesel Adventure Parks“ eröffnet werden. Dabei handelt es sich um Anlagen, auf denen sich die Kunden „austoben“ können, indem sie einen Ziesel fahren. Nicht nur in den Alpen und im Gebirge, sondern sogar in Hamburg gab es solch einen Park, der aber leider in diesem Jahr die Tore geschlossen hat. Aber in Hamburg gibt es auch wenig Berge, um anschließend mit dem Ziesel eine Bergtour durchführen zu können.

Auch die ersten Hotels in Österreich bieten Touren mit dem Ziesel an und begeistern damit sowohl Stamm- als auch neue Gäste. Aber der Ziesel bietet nicht nur Freizeitbegeisterten die passende Lösung, sondern auch Winzern und Bauern. Und seit 2016 gibt es sogar eine Version mit Straßenzulassung. Das ermöglicht nicht nur Rollstuhlfahrern eine ganz neue Fortbewegung. Auch wenn der Kaufpreis von ca. 20.000 Euro nicht für jeden erschwinglich ist.

Das ist nicht nur ein schönes Beispiel, wie eine Firma durch einen Zufall ein neues Fahrzeug entwickelt hat, sondern auch durch intelligente Vermarktungsideen das Fahrzeug bekanntgemacht hat. Das geht dank eines durchdachten Vermarktungskonzept auch mit wenig Marketingbudget. Und das Fahrzeug ist die beste Werbung für die Ingenieurskunst der Firma Mattro. Eine Werbung, die sich selbst bezahlt macht.

Gefunden habe ich die Story bei Zimmerstunde.at.

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