In Featured, Geschäftsidee, Idee - Green, Idee - Hotel, Innovation, Marketing - Preis, Trends

Upcycling-Hostel Dock Inn besteht aus ausrangierten Überseecontainern

Weltweit gibt es schon einige sogenannte Container-Hotels, wie die Übersicht auf Pinterest eindrucksvoll beweist. Es sind auch schon findige Unternehmer darauf gekommen, aus ausrangierten Überseecontainern solche Hotels zu errichten oder zumindest dank der Container auch zusätzliche Übernachtungsmöglichkeiten auf dem Dach oder vor dem Gebäude anzubieten. Aber das, was dieses Jahr in Warnemünde eröffnet hat, sucht seinesgleichen. Es handelt sich um das Upcycling-Hotel Dock Inn, das komplett aus ausrangierten Überseecontainern „gebaut“ wurde.

Im April 2017 hat dieses etwas andere Hostel in Warnemünde die Türen geöffnet. Übernachtungsgäste sind seitdem vorrangig Backpacker, Aktivurlauber, Familien, Freizeitgruppen, Schulklassen und Gäste, die alles, außer gewöhnlich übernachten wollen. Das Angebot ist beeindruckend: Das Dock Inn bietet 64 Zimmer mit insgesamt 188 Betten in vier verschiedenen Container-Typen: Aus 25 Quadratmeter großen High Cube Seecontainern entstanden geräumige Doppelzimmer und praktikable Vierbettzimmer. Aus zwei zusammengeschweißten Containern ergeben sich großzügig geschnittene Hafen-Suiten oder günstige Acht-Bett-Dorms.

Die Mehrbettzimmer bieten Platz für größere Gruppen und eignen sich somit perfekt für Freunde, die zusammen reisen, Familien mit Kindern, Jugendreisen und Klassenfahrten oder Surfer, die abends noch über die perfekte Welle fachsimpeln wollen. Dorm-Gäste finden in den Containern jeweils zwei Bäder sowie abschließbare Spinde vor. Obendrein wird die Urlaubskasse geschont, denn es geht preislich schon bei 19 Euro pro Person und Nacht los. Das alles lockt schon viele Gäste an, aber beschreibt noch nicht annähernd das Angebot des Hostels.

Im „Kasino“-Bereich der Lobby können rund 90 Gäste im Restaurant mit Bar-Container essen und trinken. Die „Kombüse“, eine voll ausgestattete Küche, lädt die Gäste zum gemeinsamen Kochen ein. Wer sich bei Schietwetter auspowern möchte, kann die „Felshelden“ im angrenzenden Gebäude besuchen: Während die Seefahrer früher in die Wanten kletterten, können hier sowohl Erstbesteiger als auch erfahrene Freeclimber in Mecklenburg-Vorpommerns erster Boulderhalle auf 540 Quadratmetern abwechslungsreiche Routen absolvieren. Zudem gibt es eine Sauna, die aus fünf Überseecontainer besteht und jede Menge Platz für Sauna, Erlebnisduschen, Fußbecken, Relaxliegen und ein Kissenfloß mit Hafenblick bietet.

Auch Freiberufler aus der Umgebung werden dank eines Coworking-Angebotes angesprochen, Teile des Hotelangebotes zu nutzen. Und auch Studenten aus Rostock werden gezielt angesprochen, um ihr Wochenende hier zu verbringen. Die Energie kommt hauptsächlich von der Solaranlage auf dem Dach. Und die Container sind schon im Einsatz gewesen und für diesen Zweck aufbereitet worden. Grüner geht es fast nicht. Überzeugend für viele Gäste ist auch, dass das Hotel einfach mit S-Bahn, aber auch mit dem Fernbus erreichbar ist (die Fernbushaltestelle liegt nur ca. 200 Meter vom Hotel entfernt). Das „Gesamtkunstwerk“ hat auch die Jury vom Deutschen Tourismuspreis 2017 überzeugt.

Dieses Beispiel zeigt, dass die Deutschen häufig nicht die ersten sind, um einen neuen Trend zu generieren, aber wenn sie die Trend aufgreifen, dann „richtig“! Man muss schon zweimal hinschauen, um zu erkennen, dass das Hostel fast nur aus Überseecontainern besteht. Eigentlich fehlt uns nur noch eine Inhouse-Farm, bestehend aus Containern. Und die Architektur ist nicht nur geeignet, um Containern eine „neues Leben zu schenken“, sondern auch, um ein Plug & Play Appartmenthaus zu konzipieren, wie wir schon 2015 gezeigt haben.

Schreibe einen Kommentar