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Das soziale Lebensmittel-Startup „share“ startet gleich in 3.000 REWE-Supermärkten durch

Sebastian Stricker ist schon viel rumgekommen. Nach seinem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien und anschließender Promotion (im Fach Politikwissenschaft) arbeitete er als Unternehmensberater u.a. für Lebensmittelhersteller. Über die Clinton Stiftung kam er zum Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen und engagierte sich in Tanzania und Westafrika. Mit diesem „Rüstzeug im Gepäck“ initiierte er 2013 die Spenden-App „ShareTheMeal“. Mit Hilfe dieser App wurden schon mehr als 20 Mio. Tagesrationen für Kinder in Not realisiert.

Beim Mitagessen kam er auf seine nächste Geschäftsidee. Normalerweise spendete er während jedes Mittagessens mit Hilfe der „SharetheeMeal“-App eine Mahlzeit an hilfsbedürftige Kinder. Doch eines Tages vergaß er mittags sein Smartphone. Deshalb überlegte er, wieso dies noch nicht mit Lebensmitteln geht. Gemeinsam mit seinem Kollegen Ben fragte er bei Freunden und Bekannten nach: Iris, Tobias und viele andere wünschten sich solche Produkte – sofern sie hochwertig sind und sich auch nachvollziehen lässt, wo man hilft. Es entstand die Idee, beim Kauf von nur einem Lebensmittel ein gleichwertiges zu spenden: 1+1. Zack: Die Idee von share Foods war geboren.

Und seit dieser Woche nimmt die Idee vom sozialen Lebensmittel Startup richtig Fahrt auf. Denn seit diesem Montag bietet REWE bundesweit in über 3.000 Märkten und im REWE Lieferservice exklusiv als einziger Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland Produkte der sozialen Marke „share“ an. Deren Spendenprinzip ist einfach und transparent: Für jedes verkaufte Produkt der Marke wird einem Menschen in Not mit einem gleichwertigen Produkt oder Service geholfen. Per Tracking- und QR-Code auf den Verpackungen kann außerdem nachvollzogen werden, wo die Produkte herkommen und wo die Hilfe hingeht.

Derzeit können die Kunden drei verschiedene share-Produktlinien in den REWE-Märkten kaufen: Natürliches Mineralwasser (still oder medium) in der 1-Liter Flasche, glutenfreie Bio-Nussriegel in den Sorten Honig & Mandel, Kirsche & Mandel und Kokosnuss & Physalis sowie vegane Handseife in den Duftrichtungen Mandarine & Rosmarin, Limette & Koriander und Vanille & Patschuli. Dank des einfachen 1-1 Spendenprinzips wird zwischen Kauf und Spende der direkte Bezug hergestellt:

Für jede verkaufte Flasche „share Natürliches Mineralwasser“ wird in Kooperation mit der Hilfsorganisation „Aktion gegen den Hunger“ einem Menschen in Not ein Tag Trinkwasser ermöglicht, zum Beispiel durch den Bau von Brunnen. Für jeden „share Bio-Nussriegel“, der über das Kassenband geht, wird in Kooperation mit der „Berliner Tafel e. V.“ und „Aktion gegen den Hunger“ eine Mahlzeit an einen bedürftigen Menschen verteilt. Und für jede verkaufte „share vegane Handseife“ erhält ein Mensch in Not ein Stück Seife, oft in Kombination mit Hygiene-Trainings an Schulen.

Die soziale Verantwortung geht aber noch weiter: Alle Produkte der Marke „share“ (bis auf der Bio-Nussriegel Honig & Mandel) sind vegan und ohne Zusatzstoffe. Auf die Herkunft, Zutaten und Inhaltsstoffe wurde besonders geachtet. Das Mineralwasser stammt aus einem Familienbetrieb in den Allgäuer Alpen und die Handseife von einem Familienbetrieb in Augsburg. Zudem kommt die Handseife ohne Parabene und Silikone aus und enthält nur natürliche ätherische Öle. Die PET-Flaschen des Mineralwassers sind aus mindestens 25 Prozent recyceltem Material.

Wir sind beeindruckt, welchen fulminanten Start Share Foods hingelegt hat. Wir haben zwar schon öfters hier im Blog über Buy One – Give One – Aktionen berichtet, aber diese Kraft haben wenige der bisher beobachteten Aktionen versprüht. Nur TOMs Shoes-Gründer Blake Mycoskie hinterlässt „Fußspuren“, die noch beachtlicher sind. Aber genau diese Story ist auch Vorbild für Sebastian Stricker und sein Team. Bei einem Update unseres Best-Practice-Specials „Sinnstifter“ werden wir sicherlich auch Share Foods berücksichtigen.

Titelfoto: Viktor Strasse / REWE-Foto: Meta Welling

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