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Der mobile Supermarkt Picnic bereitete deutschen Markteintritt mit einer Undercover-Aktion vor

Eine Expansion ins Ausland muss gut vorbereitet sein. Das haben sich auch die Macher des mobilen Supermarktes „Picnic“ aus den Niederlanden gedacht, die aktuell für viel Furore sorgen, weil sie dank fester Routen die Lebensmittel ohne zusätzliche Gebühr ausliefern (im Gegensatz zu vielen Konkurrenten) und dabei auch noch eine Bestpreisgarantie ausloben.

Um die Konkurrenz (im Ausland) nicht zu verschrecken oder vorzuwarnen, hieß es (bis jetzt) immer, dass sich Picnic (trotz einer Kapitalspritze von 100 Mio. Euro im letzten Jahr) erst einmal auf die Expansion in den Niederlanden konzentrieren würde. Das war aber nicht die ganze Wahrheit. Denn seit letztem Herbst testete Picnic unter anderem Namen (Sprinter Supermarkt) bereits das Konzept auch in Deutschland, wie der Supermarktblog jüngst berichtet hat.

Um keine große Aufmerksamkeit zu generieren, wurde zu Beginn nur in Kaarst und Neuss getestet. Geliefert wurde aus dem nahegelegenem Verteilzentrum in den Niederlanden. Zudem verpflichteten sich die Tester in Deutschland, nicht in den sozialen Medien über ihre Erfahrungen mit Sprinter zu schreiben und Journalisten keine Auskunft über den Test zu geben. Und tatsächlich ist gelungen, fast ein halbes Jahr „unter dem Radar“ zu testen.

Am letzten Sonntag wurde nun in einem FAS-Interview vermeldet, dass Picnic im April 2018 offiziell in Deutschland unter eigenem Namen durchstarten wird und neben dem Raum Düsseldorf zeitnah in diesem noch drei bis fünf weitere Städte in NRW nahe der holländischen Grenze dazukommen sollen. Bis Ende 2019 sollen bis zu 30 Städte abgedeckt werden. Der Sitz der Deutschland-Zentrale befindet sich in Düsseldorf. Deutschland-Chef ist Frederic Knaudt, den der Kochboxen-Versender „Kochzauber“ gegründet und mittlerweile das Startup an Lidl verkauft hat.

Während Konkurrenten wie Kaufland ihren Online-Lieferservice schon wieder eingestellt haben und andere Konkurrenten (wie Amazon Fresh und REWE) noch immer testen, scheint jetzt Picnic den „Totalangriff“ in Deutschland zu planen. Aber nicht nur der Kostenvorteil dank der festen Fahrrouten soll zum Durchbruch verhelfen. Aktuell testet Picnic in einer kleinen Region in den Niederlanden einen Retourenservice in Kooperation mit einem großen Online-Versender. Das zeigt, wie sehr viel Wert Picnic auf neue Service-Innovationen legt, um die Kundenbindung zu erhöhen. Das klingt gefährlich (für die Konkurrenz).

Update 24.03.2018: Wie wir gerade bei Exciting ECommerce lesen (via Lebensmittelzeitung), hat sich Edeka mit 20 % an Picnic Deutschland beteiligt. Das klingt ja noch bedrohlicher für Amazon Fresh und Co., als bisher schon angenommen.

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