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Eis am Stiel Startup Paletas kann mit dem Saisongeschäft gut leben

Saisongeschäft ist gerade für Anbieter von frischen Waren eine sehr große Herausforderung, gerade weil die Fixkosten ganzjährig anfallen, die Umsätze aber in der Regel nur im Sommer strömen. Ein Saison-Geschäftsmodell ist somit nichts für Anfänger. Und deshalb raten Gründungsexperten Startups häufig ab, in solch ein Business einzusteigen. Und wenn sie es machen, wie zum Beispiel Frozen-Yogurt Startup „mienfro`Natur“, wird schnell überlegt, mit welchem Zusatzangebot man „überwintern“ kann. Anders sieht es bei dem Eis am Stiel Startup Paletas in Berlin aus.

Die Macher, die die Berliner Eismanufaktur 2012 gegründet haben, freuen sich vielmehr darauf, im Winter eine Pause einlegen zu können, wie sie in einem Interview mit ngin-Food verraten haben. Demnach nutzen die Gründer diese „Saure-Gurken-Zeit“ vielfältig. Sie nutzen die freie Zeit, um Einstellungsgespräche zu führen, neue Vertriebspartner zu finden, sich neue Produkte und Geschäftsbereiche auszudenken und vieles mehr. Und sie ruhen sich von den sehr anstrengenden Sommermondaten aus, um nicht nur körperlich, sondern auch mental voll da zu sein, wenn das Geschäft wieder brummt.

Und der Erfolg gibt ihnen Recht. Aber auch, weil sie im Sommer alles herausholen. Mittlerweile verkaufen sie ihr Eis nicht nur in ihrem eigenen Eisladen, sondern laut ngin-Food-Artikel deutschlandweit in mehr als 150 Cafes und Feinkostläden, vorrangig aber in Berlin. Dabei bringen sie auch ihr White-Label-Business voran, sprich die Vertriebspartner können das Eis unter ihrem eigenen Namen verkaufen. Neben ihrer Eisdiele und dem Resale-Geschäft sind sie auch als Caterer unterwegs. Dabei hilft ihnen, dass sie sich als Equipment Eistruhen, Eisstände, Eiswagen und einen Eis-Truck angeschafft haben.

Die Winterpause hilft den Gründern auch dabei, sich immer wieder neue Eissorten einfallen zu lassen. Eissorten wie Gurke-Zitrone, Hibiskus-Himbeere oder Brombeere-Minze sind das Ergebnis ihres kreativen Testlabbors. Diese Sorten sind ein Grund, warum die Kunden auch bereits sind, 2,80 Euro für ein Eis am Stil auszugeben. Denn diese Sorten gibt es sonst nicht zu kaufen. Und die Kunden wissen, das Qualität seinen Preis hat. Selbstverständlich verzichten die Paletas-Gründer vollständig auf den Einsatz von Zusatzstoffen, Konzentraten oder Stabilisatoren.

Das Saisongeschäft ist vielleicht „Schuld daran“, dass die Gründer ein Jahr mehr als andere gebraucht haben, um in die Gewinnzone zu kommen. Da sie sich aber vornehmlich aus eigener Kraft finanziert haben, mussten sie keinen Geldgebern Rechenschaft darüber ablegen, warum es so lange gedauert hat, rentabel zu arbeiten. Und sie konnten somit ihr Geschäft im Sommer step by step ausbauen und waren nicht gezwungen, zuviel auf einmal zu machen. Es braucht also einige Voraussetzungen, um mit einem Saison-Geschäftsmodell nachhaltig erfolgreich zu werden.

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