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Areeka will Schulbücher zum virtuellen Leben erwecken

Es ist fast unvorstellbar, dass die Schulbücher heute fast noch so aussehen wie vor zwanzig, dreißig Jahren. Und das im Zeitalter von Internet, E-Learning und Virtual Reality. Das wird sich aber bald ändern. Die Frage ist nur, welche Zwischenschritte es braucht, bis alle Schüler nur noch via Online-Medien lernen. Genau solch einen Zwischenschritt bietet das Startup Areeka mit seiner VR-App an, um die Schulbücher „aufzupeppen“. Da die Gründer zu Beginn keinen passenden Schulbuchverlag als Partner finden konnten, brachten sie im Herbst 2017 selbst das Testheft „Licht und Wasser“ heraus.

Mit diesem Themenheft über „Licht und Wasser“ und der kostenlosen Areeka App bekamen die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, visualisierte Lerninhalte zu erleben. Die Areeka Technologie ermöglicht es, Physik und Phänomene wie eine Sonnenfinsternis oder die Mondphasen auf Smartphones zum Leben zu erwecken und aktiviert somit alle drei kreativen Lerntypen: visuell, auditiv und haptisch.

Zu Beginn des Projektes führte Areeka drei Pilotversuche mit über 130 Schülerinnen und Schülern in Wien und der näheren Umgebung durchgeführt. Einem Teil der Jugendlichen wurden die Lerninhalte auf klassische Art und Weise vermittelt, während der zweite Teil zusätzlich von den Augmented Reality Animationen profitierte. Die Ergebnisse zeigten, dass
in der Gruppe mit verfügbarer AR-Technologie weit über 50% mehr Schülerinnen und Schüler den Inhalt nachhaltig verstanden haben als in der Kontrollgruppe.

Kurze Zeit später konnten auch aufgrund der guten Testergebnisse die erste österreichischen Schulbuchverlage als Kooperationspartner gewonnen werden. Im Januar 2018 startete Areeka gemeinsam mit dem Österreichischen Bundesverlag (ÖBV) und dem Bildungsverlag Lemberger ein weiteres Pilotprojekt. Der Schwerpunkt liegt auf den Fächern Mathematik, Geschichte und Englisch.

Parallel dazu entschied sich Areeka, weitere Themenhefte herauszugeben. Der zweite Titel lautete „Eine interaktive Reise ins Alte Ägypten“. Bei diesem Heft liegt der Fokus auf dem Gegenstand Geschichte. Als nächstes folgte das Themenheft „Verkehrszeichen richtig verstehen“. Die Themenhefte können online für 15 Euro pro Exemplar erworben werden.

Wir finden den Ansatz von Areeka spannend, das der beste Weg, das Schulbuch zu revolutionieren, darin besteht, es im ersten Schritt nicht abzuschaffen, sondern erweiterte Funktionen anbzubieten. Denken wir an Netflix. Zuerst haben sie DVD´s verschickt, bevor sie im zweiten Schritt ein „echte“ Onlinevideothek wurden.

Beeindruckend finden wir zudem, dass mit Arkadi Jeghiazaryan ein ehemaliger Flüchtling aus Armenien Mitgründer und Geschäftsführer des Startups Amlogy ist, das hinter dem Projekt Areeka steht. Als Flüchtling wurde er in der Schule in vielen Fächern aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse nicht bewertet. Diese Erfahrung motivierte ihn, sich dafür einzusetzen, die neuen Technologien für den Schulbetrieb nutzbar zu machen.

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