In Featured, Geschäftsidee, Idee - Freizeit, Trends

Sorgt der E-Car Boom auch für einen Tiny Traveler Boom?

Immer mehr Menschen interessieren sich für sogenannte „Tiny Houses“. Die Idee dahinter ist, auf kleinem Raum zu leben. Das spart Geld und reduziert den CO2-Fußabdruck. Aus dem Trend ist längst eine weltweite Bewegung geworden. Zu den Anbietern gehören viele Startups, kleine Unternehmen und Handwerksbetriebe. Vielfalt statt Einfalt.

Warum sollte man diesen Minimalismus-Trend nicht auch auf Camping-Wagen übertragen. Gedacht, getan, gibt es mittlerweile immer mehr Anbieter für solche „Tiny Traveler“. Die Idee dahinter ist, dass das Leben vieler Camper vornehmlich im Freien abspielt. In der „Kapsel“ befindet sich nur ein Bett, nicht viel mehr. Damit die Kunden keine Platzangst bekommen, sind an der Seite und auf dem Dach meistens große Panoramascheiben angebracht. Die Küche liegt grundsätzlich außen.

Die kompakte Bauweise und das Beschränken auf die nötigsten Funktionen, ermöglicht einen günstigen Einstiegspreis und somit den breiten Zugang zu diesem neuen Segment. Wichtig ist den Herstellern auch die Umweltverträglichkeit ihrer Angebote. Deshalb sind fast alle Materialien recyclingfähig.

Natürlich verbrauchen diese kleinen, leichten Trailer auch wesentlich weniger zusätzlichen Treibstoff beim Betrieb hinter einem PKW, als die herkömmlichen Wohnwagen. Noch wichtiger: Die tiny-traveler werden auch auf lange Sicht wahrscheinlich die einzigen Modelle sein, die sich überhaupt noch aufgrund des sehr geringen Gewichts und der guten Aerodynamik/Größe, von elektrisch betriebenen PKW sinnvoll bewegen lassen.

Wer sind nun die Vorreiter in dieser Szene? Der Mink Camper aus Island gehört eindeutig dazu. Die Isländer Kolbeinn Björnsson und Ólafur Sverrisson erfanden den Mink-Camper und machten sich damit 2016 selbständig. Die ursprüngliche Geschäftsidee der beiden Isländer war ein Wohnwagenverleih für Abenteuerurlauber auf Island. Da sie keinen passenden Mini-Wohnwagen für diese Zwecke fanden, erfanden sie eben selbst das passende Gefährt.

Mittlerweile gibt es schon die zweite Generation des Mink-Campers. Der Mink Camper kann mittlerweile an fünf Standorten in Europa gemietet werden (zusammen mit einem dazu passenden Mietfahrzeug). Dazu zählt auch Hamburg in Deutschland. Wer länger mit dem Mink-Camper unterwegs sein will oder selbst ein Verleihgeschäft aufmachen will, kann den Mink Camper selbstverständlich auch käuflich erwerben.

Da es mittlerweile eine größere Auswahl an Tiny Travelern gibt, haben Harriet Wilkens und Patrick Nueske im Raum Hamburg die „Wheelhouse GmbH“ gegründet. Sie vertreiben mittlerweile Mini-Wohnwagen von sechs verschiedenen Herstellern, darunter die Stealdrop-, X-Line, Bushcamp und Hero Ranger Camper als direkte Konkurrenten des Mink-Campers. Deutlich größer sind dagegen die Lume Traveler und Crawler IZZ.

Mittelfristig wollen die Gründer der Wheelhouse GmbH auch für die sehr schnell wachsende Sharing-Community eine Lösung präsentieren, um tiny-traveler quasi als E-Gespann für Freizeit- und Urlaubsreisen mit Elektro- und Hybridfahrzeugen anbieten zu können. Mink-Camper hat es vorgemacht.

Comments are closed.