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Wann wird in den Schulen endlich das Unterrichtsfach „Zukunft“ angeboten?

Das Schulfach Geschichte ist aus dem Schulunterricht nicht wegzudenken. Und das ist auch gut so. Denn letztlich ist es wichtig, zu wissen, woher wir kommen und welche Fehler der Vergangenheit möglichst nicht wiederholt werden sollten. Und zum Teil kann man aus der Vergangenheit auch die Zukunft ableiten. Aber eben nur zum Teil. Nie zuvor stehen wir vor so vielen Zukunftsherausforderungen. Nie zuvor hat sich die Welt so schnell „gedreht“. Wir werden erleben, dass es Berufe, denen die Menschen heute noch in der Mehrzahl nachgehen, in zwanzig Jahren nicht mehr geben wird oder sich die Aufgaben komplett verändern werden.

Deshalb fordere ich die Schulen auf, in naher Zukunft das Unterrichtsfach „Zukunft“ in den Schulen einzuführen. Ein wichtiges Thema dieses Schulfach könnte sein, welche Berufe Zukunft haben und wie die Berufe der Zukunft aussehen. Damit könnte frühzeitig verhindert werden, dass sich zu viele Schüler für Berufe oder Studienrichtungen entscheiden, die keine Zukunft haben. Oder zumindest wären sie sich dessen bewusst.

Ein weiteres wichtige Thema sollte sein, wie die Bildung der Zukunft aussieht. Das sollte natürlich auch beinhalten, zu überlegen, wie der Unterricht der Zukunft in Schulen und Hochschulen aussehen sollte. Welche Unterrichtsfächer sollte es in Zukunft nicht mehr geben? Und welche neuen Unterrichtsfächer sollten eingeführt werden, wie z.B. Coding, Finanz-Know-How, Entrepreneurship und vieles mehr. Natürlich würde dieses Thema viel „Sprengstoff in sich bergen“, weil dadurch vielleicht Schüler erkennen, dass manche Unterrichtsfächer veraltet sind.

Wichtig wäre auch, dass man sich im Unterricht mit dem Thema „Lernen in der Zukunft“ beschäftigt und z.B. mit Hilfe von Gamification neue Lernmethoden entwickelt. Um nicht zu sehr „im eigenen Saft zu schmoren“, sollten auch Zukunftsforscher in den Unterricht eingeladen werden und Unternehmen sowie Organisationen besucht werden, die dafür bekannt sind, die Herausforderungen der Zukunft bereits angenommen und evtl. schon gelöst zu haben.

Das wichtigste sollte aber sein, dass die Schüler in diesem Zukunftsfach lernen, wie man die Zukunft voraussagt bzw. gestaltet. Auf dieses Thema sind wir schon näher im Rahmen der Buchbesprechung „GABALs großer Methodenkoffer Zukunft“ eingegangen. Und letztlich sollten sich die Schüler, gerüstet mit dem nötigen Know How, als Trendforscher bedienen und im Unterricht Voraussagen für die Zukunft treffen (in allen gesellschaftlichen Bereichen).

Ich bin mir sicher, dass die Fehlzeiten von Schülern in diesem Unterrichtsfach minimal wären 🙂 Natürlich ist es ein weiter Weg, bis solch ein Unterrichtsfach flächendeckend eingeführt werden kann. Aber alles beginnt mit dem ersten Schritt. Aus meiner Sicht wären Privatschulen prädestiniert, solch ein Unterrichtsfach einzuichten. Vielleicht bietet man im ersten Schritt nur freiwillige Workshops an und entwickelt daraus step by step ein Unterrichtsfach „Zukunft“. Vielleicht auch als Kooperationsprojekt von mehreren Schulen?

Aber nicht nur in Schulen sollte es das Unterrichtsfach „Zukunft“ geben. Auch in Hochschulen sollte es z.B. Professuren für Zukunftsforschung geben, so wie es heute schon Standard ist, dass es an den meisten Hochschulen Professuren für Entrepreneurship gibt. Und vielleicht beschäftigt sich hier auch ein Pädagogikprofessor damit, wie der Schulunterricht der Zukunft aussehen könnte und vor allem wie das Unterrichtsfach „Zukunft“ eingeführt werden könnte.

Übrigens bin ich nicht alleine mit dieser Idee. Frauke Godat hat sich mit dem Thema schon seit vielen Jahren beschäftigt, siehe dazu ein Gruppenbeitrag bei Utopia.

Fotoquelle: Microsoft Hololens / Thyssen Krupp

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