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Warum Amazon Fashion immer mehr Eigenmarken auf den Markt bringt

Wenn nur erste Pläne bekannt werden, dass Amazon in einen neuen Markt einsteigt oder seine Anstrengungen in einem Markt erhöht, zittern häufig ganze Branchen oder zumindest die betroffenen Unternehmen. Als nun bekannt wurde, dass Amazon eine hauseigene Sportmoden-Kollektion auf den Markt bringen will, ist der Aktienkurs vom Sportmodenhersteller Lululemon am letzten Freitag um mehr als 5 % gesunken.

Wirklich neu ist es nicht, dass Amazon Fashion eigene Modemarken herausbringt, wie z.B. Arabella (Dessous), James & Erin (Damenmode), Lark & Ro (Damenmode), Mae (Unterwäsche), North Eleven (Frauenmode), Scout + Ro (Kindermode), Smart is Beautiful (Mode). Aber der Trend nimmt enorm an Fahrt auf und (fast) keiner merkt es.

Selbst für Experten ist es nicht immer einfach, auf den ersten Blick zu erkennen, dass Modemarken aus dem Hause Amazon stammen. Denn nicht alle Modemarken wurden von Amazon (bisher) markenrechtlich angemeldet. Wenn allerdings bestimmte Modemarken nur auf der Amazon-Plattform verkauft werden, liegt die Vermutung nahe, dass Amazon dahinter steckt.

Aber warum macht das Amazon eigentlich? Kopiert der E-Commerce-Riese hier nur andere Handelsunternehmen, die Eigenmarken herausbringen? Nein, denn i.d.R. sind die Eigenmarken der anderen Handelsriesen schon am Namen zu erkennen. Zwar bietet Amazon mit Amazon Basic auch eine „echte“ Eigenmarke an, aber das ist hinsichtlich Umsatz und Gewinn zu vernachlässigen.

Der wahre Grund liegt wohl darin, dass viele Modemarken nicht ihre ganzen Kollektionen auf Amazon anbieten. Das führt dazu, dass Amazon nicht alle Kundenwünsche bedienen kann. Und da Amazon sehr genau analysiert, in welchen Bereichen Angebot und Nachfrage nicht zusammenpassen, reagiert Amazon dann einfach, indem es eigene Produkte produzieren lässt und auf dem Portal anbietet. Damit schlägt das „Imperium“ zurück.

Der positive Nebeneffekt. Die Margen liegen bei Eigenmarken viel höher. Während Amazon laut Aussage von Experten mit Fremdmarken eine Bruttomargen von 35 bis 45 Prozent erzielt, erzielt der ECommerce-Gigant bei eigenen Marken eine Brutttomarge von 60 bis 65 Prozent. Damit pimpt Amazon seinen Gewinn merklich auf. Und das ist wohl auch ein Grund, warum Amazon nicht alles unter dem Amazon-Label verkauft.

Und warum bringt Amazon so viele eigene Modemarken heraus? Weil der Markt für Mode im ECommerce-Segment rasant wächst. Laut den Analysten von Cowen & Co. sollen Amazons Umsätze im Modesegment im Jahr 2017 um 30 Prozent auf 27 Milliarden Dollar wachsen. Amazon würde damit zum größten Modehändler in den USA werden. Woran liegt das? Entfielen im Jahr 2011 nur ca. 11 % der Umsätze von Modeartikel auf den Onlinehandel, sind es derzeit schon ca. 19 %.

Beschränkt sich Amazon darauf, nur im Modesegment eigene Marken herauszubringen. Nein. In einem Stern-Artikel dieses Jahres wurden u.a. folgende Amazon-Eigenmarken aufgelistet: Beauty Bar (Kosmetik), Denali (Werkzeug), Franklin & Freeman (Herrenschuhe), Happy Belly (frische Lebensmittel), Mama Bear (Babyprodukte), NuPro (Technik) und Strathwood (Möbel).

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