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Wie BASF Markterschließung mit Entwicklungshilfe kombiniert

Wie das Handelsblatt vermeldet, hat die BASF AG mit der Grameen Bank (vom Nobelpreisträger Yunus) eine Joint Venture Company in Bangladesch gegründet, die in den nächsten Jahren Nahrungsmittelzusätze und Moskitonetze in Bangladesch vertreiben soll. Als Anfangsinvestition stellt die BASF AG dem neuen Joint Venture 100 000 mit Insektiziden beschichtete Moskitonetze, eine Million Portionsbeutel mit Vitaminen sowie 200 000 Euro Startkapital zur Verfügung. Die Grameen Bank bietet dazu begleitend Mikrokredite und ein Leasing der Netze für Bangladeschi an, denen die Ausgaben für ihre Familien zu hoch sind.

Besonders an dem gemeinsamen Joint Venture ist, dass es sich um ein “Social Business” handelt. Konkret sollen anfallende Gewinne nicht an die Gesellschafter ausgeschüttet werden, sondern vollkommen thesauriert werden, damit das Unternehmen nachhaltig wächst und gedeiht. Und wenn das Experiment Erfolg hat, sollen weitere Joint Ventures in anderen asiatischen und afrikanischen Ländern folgen. Damit will BASF nicht nur einen neuen Weg der Entwicklungshilfe pr-wirksam gehen, sondern auch neue Märkte für sich erschließen. In einem Interview mit dem Handelsblatt erläutert BASF-Chef Jürgen Hamprecht die Vorteile und Intention:

“Für BASF hat der Einstieg in das “social business” einen doppelten Vorteil. Zum einen ist die Gründung eines “Sozialen Unternehmens” gut für die Reputation. “Wir wollen helfen und suchen dabei nach neuen Wegen neben dem klassischen Sponsoring und Spenden”, sagte Hambrecht. Der Weg des social business sei viel nachhaltiger und sinnvoller. Zum anderen ist dies für den Konzern ein neuer Ansatz, um zukünftige Märkte zu erschließen – immerhin hat allein Bangladesch mehr als 140 Millionen Einwohner. “Das ist für uns ein völlig neuer und zudem kostengünstiger Weg für das Pre-Marketing”, betonte Hambrecht. Er sieht dabei keine Gefahr, dass sich das Unternehmen mit dem neuen Projekt selbst Konkurrenz im regulären Geschäft machen könnte. “Bangladesch ist für uns ein Markt, in dem wir noch am Anfang stehen.”

Gefunden im karmakonsum-Blog

2 Responses to Wie BASF Markterschließung mit Entwicklungshilfe kombiniert

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