In Idee - Verlag

Schlaf Gut-App wird um Hardcover-Buch erweitert

Und schon ist sie wieder vorbei, die Buchmesse 2012 in Frankfurt am Main. Die Frankfurter Einwohner freuen sich, dass sie mit dem Auto innerhalb von Mainhattan wieder staufrei zum Ziel gelangen können. Die Taxifahrer finden es schade, dass die Sonderkonjunktur dank der Buchmesse schon wieder vorbei ist. Was bleibt nun von der Buchmesse? Wenn man die Pressemitteilungen der Aussteller der Buchmesse durchliest, dann wird man enttäuscht. Hier wimmelt es nicht von neuen Ideen und Best Practice Beispielen, sondern eher um Mitteilungen nach dem Motto: “Same Procedure as every year”. Trotzdem will ich heute neue Wege aufzeigen, die Verlage oder Autoren gehen, um die Zukunft zu meistern.

Zum Beispiel bin ich im Newsroom der Buchmesse auf das Einschlafbuch “Schlaf Gut” aufmerksam geworden, das der Ravensburger Verlag veröffentlicht hat, nachdem die gleichnamige App von Heidi Wittlinger enorme Verkaufserfolge feiern konnte. In der „Schlaf gut!“-App geht es darum, am Abend den Tieren des Bauernhofs nach und nach „Gute Nacht“ zu wünschen und sie ins Bett zu bringen. Wittlinger entwickelte Anfang 2011 das interaktive Kinderbuch, die Firma Shape Minds GmbH setzte es als App um. Innerhalb weniger Tage landete die App auf Platz Eins der deutschen und amerikanischen App-Büchercharts sowie in den Hitlisten in mehr als zehn weiteren Ländern. Rund 150.000 Mal verkaufte sie sich seitdem und ist weiterhin in den deutschen Top-Ten vertreten.

Was in der App über Wischen oder Tippen auf dem Touchscreen passiert, funktioniert im Pappbilderbuch durch große, stabile Verwandlungsklappen. Die modernen, liebevollen Illustrationen in Collagetechnik machen das Buch zu einem Hingucker. “Moderne Eltern greifen trotz des Umgangs mit digitalen Medien nach wie vor zum gedruckten Kinderbuch“, erklärt Ulrike Metzger, Verlegerin des Ravensburger Buchverlags. „Wir bieten mit dem Bilderbuch von ‚Schlaf Gut!‘ eine haptische und elektronikfreie Alternative und sind sicher, dass sich das Buch ähnlich erfolgreich entwickeln wird wie die App.“ Interessant an der Story finde ich, dass erst die App und dann das Hardcover-Buch veröffentlicht wurde, ähnlich wie viele Autoren erst ein EBook und dann ein Hardcover-Buch in Kooperation mit einem Verlag veröffentlichen. Das Multi-ChannelPrinzip gibt es nicht nur im Handel.

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