In V - In eigener Sache, V - Tipps und Tricks

bye, bye Google Reader und nun?

Lange habe ich es verdrängt, aber jetzt ist es soweit. Eine Ära geht zu Ende. Google wird morgen seinen Service „Google Reader“ einstellen, weil angeblich die Zahl der Nutzer rapide abgenommen hat. Ich vermute eher, dass die Kommerzialisierung nicht erfolgreich genug war. Wie auch immer, bedauere ich die Entscheidung von Google sehr. Da mein Blog im Feed-Set „Business“ gelistet war, erhielt ich viele neue Reader-Abonnenten quasi automatisch. Diese Zeit ist nun vorbei. Und ehrlich gesagt habe ich für einige Wochen darüber nachgedacht, auch meine Arbeit für diesen Blog einzustellen, um entweder Pause zu machen, andere Schreibprojekte anzugehen, Co-Autor eines anderen Blogs zu werden oder neue, sehr spezialisierte Themenblogs aufzubauen. Als mich dann Google nicht in Ihren Dienst „Google News“ aufgenommen hat, war die Entscheidung eigentlich schon gefällt.

Und auch der Termin für das „Aus“ stand schon fest, nämlich der 13. August 2013. Genau dann hätte ich 8 jährigen Blog-Geburtstag feieren können und mich mit einem Paukenschlag verabschieden können. Als der Ärger allerdings „verraucht“ war, kam die Lust wieder zurück. Noch immer finde ich fast täglich neue Beispiele aus dem Business-Leben, die mich und andere inspirieren. Und genau deshalb habe ich ja dieses Business-Ideen-Tagebuch ursprünglich aufgebaut. Doch nun hatte ich ein neues Problem. Denn wo könnte ich eine „neue Heimat finden“, sprich für welchen Reader sollte ich mich entscheiden. Oder sollte ich in Zukunft ganz auf einen Reader verzichten? Und wie konnte ich die Daten sichern?

Ich habe mir einige Alternativen angeschaut und mich letztlich für den Feedly-Reader entschieden. Der Umzug war kinderleicht. Ich habe mich via Google bei Feedly eingeloggt und mit einem Klick hatte ich alle meine knapp 300 Webquellen übertragen. Auch die Bedienung ist kinderleicht, so dass ich mich nach wenigen Minuten zurechtgefunden habe. Dank der „Title-Only-Übersicht“ kann man sich in wenigen Minuten durch mehr als 100 neue Artikel „durcharbeiten“. Das geht viel schneller als bei Twitter, Facebook, Google + und Co. Und man kann die Artikel mit einem Klick via Twitter retweeten. Mit einem Klick mehr kann man die Artikel via Facebook, Google+ und Co. weiterempfehlen. Somit hat mich das Gesamtpaket nicht nur von Feedly überzeugt, sondern auch davon, weiterhin einen Reader täglich zu nutzen, um zu recherchieren (das ist quasi seit Jahren mein Ersatz für Zeitung lesen).

Falls Ihr noch auf der Suche nach anderen Reader-Alternativen seid, dann hilft Euch vielleicht diese Linkauflistung, denn in den letzten Tagen haben z.B. Digg und AOL noch nachgelegt, um Euch die Qual der Wahl zu erschweren

Mir gefällt vom Look & Feel und der Anordnung (Übernahme der Reihenfolge der Anordnung vom Google Reader) der Digg Reader sehr gut, wenn auch der Old Reader behauptet, den Google Reader am ehesten kopiert zu haben. Die beste Vergleichsübersicht bietet Engadget (zwecks Entscheidungsfindung).

Für was Ihr Euch auch immer entscheidet, bitte vergesst nicht, die Google-Reader Daten zu speichern. Klickt dafür bitte auf die Webseite www.google.com/takeout/?pli=1#custom:reader. Dann könnt Ihr Euch noch bis zum 15. Juli 2013 folgende Exportdateien im XML-Format separat sichern und runterladen:

  • Personen, denen Du gefolgt bist
  • Personen, die Dir gefolgt sind
  • Beitrage, die Du geliked hast
  • Beiträge, die Du geteilt hast
  • Beiträge, die von Deinen Followern geteilt wurden
  • Deine Notizen
  • Deine Beiträge mit Kommentar

Und es gibt mit Reader is Dead noch ein weiteres Tool, das von einem Google Entwickler programmiert wurde, um den Export der Google-Reader-Daten zu ermöglichen. Wie auch immer, das Leben geht auch ohne Google (Reader) weiter. Eins bleibt. Meine Begeisterung für Google hat merklich abgenommen und ich erwische mich dabei, auch bei anderen Google Anwendungen zu prüfen, ob es nicht doch bessere Alternativen gibt. Man sollte den Nutzer eben nie auf den Geschmack bringen 🙂 🙂

6 Responses to bye, bye Google Reader und nun?

  1. Tim sagt:

    Lieber Burkhard, ich war geschockt, als ich gelesen habe, dass der Termin für das „Aus“ bereits fest stand. Bis schließlich ein paar Zeilen später die Erleichterung kam: „… (dann) kam die Lust zurück“ und ich muss sagen: ich freue mich darüber, denn Dein Blog ist spannend, inspirierend und informativ. Mein herzliches „Dankeschön“ dafür. Viele Grüße aus Oberbayern, Tim

  2. Martin sagt:

    Hallo Burkhard – ich war ebenfalls geschockt als ich lesen musste, dass du dir überlegst deinen Blog ruhen zu lassen. Seit 2008 ist der best-practice-business blog die Startseite meines Browsers (hat den Wechsel von Firefox auf Chrome erfolgreich mitgemacht). Ich bedanke mich für unendlich viele inspirative Beiträge – ohne die mein digitales Leben nicht so spannend wäre und hoffe noch auch viele viele Jahre. Lieben Gruß, Martin

  3. Marc sagt:

    zum Glück hast die Kurve gekriegt, sonst würden mir die int. Beiträge fehlen.
    alles ist in Bewegung und wir müssen mitgehen, dh. evtl. neue Kooperationspartner für den Blog um weitere Leser zu gewinnen.
    … und Qualität geht nunmal vor Quantität, also nicht die Leser-„Masse“ machts.

  4. Lutz Breunig sagt:

    Das ist doch nun wirklich unproblematisch – dann nutzen wir doch einfach den NSA Reader 😉

  5. CHULiO sagt:

    Auch von mir ein großes Danke für deine neugewonnene Lust zum Bloggen ;0)

    Es wäre sehr schmerzhaft geworden im August! Aber so geht’s weiter…

  6. Lieber Tim, Martin, Marc und CHULiO,

    danke für das tolle Feedback, wenn das auch nicht Intention meines Artikels war 🙂 Genau dieses Feedback ist es, das mich am meisten motiviert, weiter zu machen.

    Lieber Lutz,

    hast Du einen Link zum NSA Reader? Habe ich noch nicht gefunden 🙂 🙂 🙂

Schreibe einen Kommentar