In Innovation, V - Gastautoren

In 10 Minuten Laterales Denken lernen

Prolog
Ein Mann kauft Kokusnüsse im Dutzend zu 5 EURO – anschließend verkauft er sie im Dutzend für 3 EURO. Infolge dieser Transaktion wird dieser Mann zum Millionär. – Wie kann das sein?
(Für das Verständnis des folgenden Artikels (und seinen Epilog) wäre es hilfreich, wenn Sie sich einen kurzen Augenblick mit diesem kleinen Rätsel beschäftigen würden. )

Einleitung
„Diese Art zu denken, nenne ich Laterales Denken: die Fähigkeit, aus dem Gefängnis der alten Ideen auszubrechen und neue zu entwickeln.“ (Dr. Edward de Bono)

Die meisten intelligenten Menschen denken nicht so gut, wie sie glauben. Statt möglichst optimale Lösungen zu finden, denken viele von uns in gewohnten Gleisen. Denken ist aber nicht mit Intelligenz gleichzusetzen, sondern eine Fähigkeit, die jeder Mensch mit gezielten Techniken optimieren kann. Es spricht viel für die These, dass Denken gelernt werden kann, wie die Fähigkeit z.B. Fahrrad zu fahren oder ein Instrument zu spielen. Natürlich bringt jeder eine unterschiedliche Begabung dafür mit. Die Grundfertigkeiten jedoch können von jedem zu jedem Zeitpunkt gelernt werden. Unter anderem davon handelt das Laterale Denken.

Laterales Denken – eine Begriffsdefinition
Was bedeutet „Laterales Denken“ eigentlich und wer hat diesen Begriff geprägt?
Der Erfinder des Lateralen Denkens ist Dr. Edward de Bono. Diese Formulierung hat inzwischen sogar Einzug in das Oxford Dictionary gehalten und wurde somit als integraler Bestandteil der englischen Sprache geadelt.
Dr. Edward de Bono hat zahlreiche Bücher geschrieben, von denen einige in über 30 Sprachen übersetzt wurden. Er hat in vielen Ländern Gastvorlesungen gehalten und ist weltweit als Spezialist für das Lehren von Denkfähigkeiten anerkannt. Ursprünglich waren Medizin und Psychologie seine Fachgebiete.
De Bonos Übungen für das Unterrichten des Denkens werden mittlerweile von Millionen von Schulkindern auf der ganzen Welt angewendet. In manchen Ländern sind sie fester Bestandteil des Lehrplans. Auch Regierungen und grosse internationale Konzerne (z.B. Siemens und Bosch) verwenden seine Denkmethoden.

Die Prinzipien des Lateralen Denkens
Laterales Denken (im Gegensatz zum vertikalen, logischen Denken) bedeutet nach de Bono bewusst „um die Ecke zu denken“, „unlogisch“ und „unkonventionell“.

Vier Prinzipien leiten das Laterale Denken:
1. Das Erkennen beherrschender Vorstellungen und Denkwege
2. Die Suche nach anderen Wegen, Dinge zu betrachten
3. Die Lockerung der strengen Kontrolle, die das rational- logische (vertikale) Denken ausübt
4. Die Bewusste Verwendung des Zufalls als Form der Provokativen Operation

Beim logischen Denken muss jeder Denkschritt richtig sein, nicht dagegen beim lateralen. Für de Bono ist es wichtig, mit dem Lateralen Denken Urteile zu verzögern und aufzuschieben, Informationen neu aufeinander einwirken und so einen Freiraum für neue Ideen entstehen zu lassen. Deshalb verwendet seine Methode Informationen provokativ, strukturiert Muster intuitiv um und stellt allgemein akzeptierte Begriffe in Frage. Für de Bono ist die Umstrukturierung von Denkmustern notwendig, um bereits vorhandene Informationen wirksamer nutzen zu können.
Während das vertikale (logische) Denken aufeinander folgende, logische Schritten präsentiert, steigert Laterales Denken seine Wirksamkeit, indem es alternative Ansatzpunkte aufzeigt. Beide Denkstile schließen sich also überhaupt nicht aus. De Bono umschreibt diese Stile so: „Das vertikale Denken treibt die Ideen weiter, die das Laterale Denken hervorgebracht hat. Man gräbt kein zweites Loch, wenn man ein bereits vorhandenes vertieft. Das Laterale Denken wird angewendet, um an einer anderen Stelle ein Loch zu graben.“ Laterales Denken verändert Muster und schafft eine Neuanordnung von Informationen. Man sucht nicht nach der richtigen Antwort, sondern nach der anderen Anordnung der Informationen.

Nach dieser kleinen Einführung in die Hintergründe des Lateralen Denkens stellt sich der geneigte Leser vielleicht die Frage: „Was bringt´s für mich? Wie kann ich nun diese Prinzipien in meinem (Berufs-)Leben gewinnbringend anwenden?“

Um den zweiten Teil des Artikels zu Lateralem Denken zu lesen, klicken Sie bitte hier.

Wer bloggt hier eigentlich?
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser!
Mein Name ist Jürgen Stock. Ich freue mich hier für den Best-Practice-Business-Blog einen Artikel zum Thema Laterales Denken schreiben zu dürfen – Herzlichen Dank an Herrn Schneider!
Ich sehe mich als Spezialist im Bereich Laterales & Paralleles Denken (nach Dr. Edward de Bono) und bin cert. NLP-Master (DVNLP).
Außerdem bin ich Experte für Neue Lerntechnologien (FH), d.h. ich arbeite im Auftrag meiner Kunden an der Konzeption und Umsetzung von E-Learning & Blended Learning – Konzepten.
Ich führe seit über 10 Jahren Seminare zu den Themen Führungskräfte- und Teamentwicklung, Selbst- & Zeitmanagement, Kommunikation & Projektmanagement durch. (www.juergen-stock.de)
Gemeinsam mit Ruth Pink betreibe ich seit über einem Jahr den Heureka-Weblog & Podcast zu den Themen Kreativität & Innovation. (www.kreativblog.de)

4 Responses to In 10 Minuten Laterales Denken lernen

  1. […] Fortsetzung zu Teil I, der hier zu lesen ist. […]

  2. […] Sicherlich haben es viele Leser/innen bereits gemerkt: In dieser Woche schreiben Jürgen und ich in Burkhard Schneiders best-practice-Blog zwei Gastbeiträge. Jürgen hat sich mit “Lateralem Denken” beschäftigt; ich schreibe über das Thema “Kreativmethoden im Einzel-Coaching”. Hier und hier kann man unsere Artikel lesen… Coachingsitzung Gastbeitrag kreatives denken Kreativtechniken Laterales DenkenShare This […]

  3. […] 10 Minuten Laterales Denken oder auch Think Different! […]

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