In Innovation

Weiterentwicklung statt copy cat

Es wird immer schwieriger, mit Copy Cats alleine in Deutschland erfolgreich zu werden. Denn nicht selten kopieren gleich drei bis zehn Start Ups gleichzeitig eine Idee aus den USA und stellen dann fest, dass sie sich gegenseitig den Markt wegnehmen und die Userzahlen bei keinem groß genug sind, um langfristig zu überleben. Das Ergebnis besteht darin, dass immer mehr dieser StartUps via EBay für ein Appel und ein Ei versteigert werden. Mein Lieblingsbeispiel dazu sind immer noch die Twitter-Klone.

Mindestens genauso wenig Erfolgsaussichten hat es, wenn man ein Geschäftskonzept aus Deutschland kopiert und hofft, auch als Nr. 2 und Nr. 3 noch Erfolg zu haben. Hier muss man sich ja noch weniger Gedanken machen, weil man noch nicht einmal mehr das Konzept auf deutsche Verhältnisse anpassen muss. Doch Vorsicht: Wenn Ihr z.B. ein Geschäftskonzept wie mymuesli kopiert, dann werdet Ihr schnell Schiffbruch erleiden. Denn wenn Firmen wie mymuesli so viele Fans haben, dann werdet Ihr als “billige Kopierer” genau von den Fans des “Originals” aus dem Land getrieben.

Trotzdem macht es aus meiner Sicht Sinn, sich andere Geschäftskonzepte anzuschauen und davon inspirieren zu lassen. Ich will das am Beispiel von mymuesli exemplarisch darstellen und bin mir damit bewusst, ein ganz heißes Eisen anzufassen.

  1. Besser machen
    Überlegt bei jedem Angebot, was Ihr besser machen könnt und wie schnell diese Verbesserungen das “Original” kopieren kann. So bestünde eine Idee darin, den Kunden auch die Wahl beim Mischverhältnis der einzelnen Ingredentien zu geben. Doch solch eine Idee könnte mymuesli schnell übernehmen und deshalb könnte die Idee, wenn ich darauf allein setzen würde, schnell verpuffen.
  2. Anders machen
    Man könnte sich z.B. ein ganz anderes Produkt suchen, das man in der individuellen Mischung anbietet. Gerade versuchen die Jungs von zuckr, die Idee von mymuesli zu adaptieren und auf Kaffee zu übertragen. Ich bin mir nicht sicher, ob das von Erfolg gekrönt sein wird. Denn der Erfolg von mymuesli ist auch darin zu erklären, dass man sich ein Produkt ausgesucht hat, dass aus mehr als 10 Bestandteilen zusammengestellt wird.
  3. Idee verändern bzw. ergänzen
    Ich hätte z.B. die Idee für einen Versender von Backwaren, Gewürzen oder sonstigen Zutaten, die Idee von mymuesli aufzugreifen. Wie wäre es, wenn Sie Kunden einen kostenlosen Mixer zur Verfügung stellen, wenn der Kunde bei Ihnen eine Abo abschließt und für einen Gegenwert von mindestens 200 EUR pro Jahr Zutaten bestellt. Dann könnte sich der Kunde sein indivdiuelles Müsli in seinem gewünschten Mischverhältnis mixen.
  4. Ein virtuelles in ein reales Angebot wandeln
    Auch der Einzelhandel vor Ort könnte die mymuesli-Idee adaptieren. Wie wäre es damit, wie beim alten Krämerladen wieder große Boxen aufzustellen, aus denen man die einzelnen Ingridentien für das Müsli erhalten kann. Vor Ort kann dann in einer Mixmaschine das Müsli gemixt werden und schon habe ich mein Lieblingsmenü fertig, ohne noch ungeduldig auf die Post des Versenders zu warten.

Natürlich kann auch mymuesli einige dieser Ideen aufgreifen und für sich verwenden. Nur ist die Gefahr dann sehr schnell da, sich zu verzetteln. Denn schon jetzt gibt es wohl bei einigen Kunden Beschwerden darüber, nicht gut betreut zu werden. Wachstumsmangement ist eben eine Kunst, die auch erst erlernt werden muss.

Insgesamt will ich mit diesem Beitrag Anregungen geben, wie man eine gute Idee aufgreifen und so verändern kann, dass man damit auch erfolgreich werden kann. Vielleicht entstehen dadurch in Zukunft ein paar weniger 1:1 copy Cats und mehr neue, einzigartige Konzepte. Dann hätte ich ja schon mein Mindestziel erreicht. Nur meckern gilt nicht 🙂

3 Responses to Weiterentwicklung statt copy cat

  1. Diabolo sagt:

    Ich finde diesen Artikel hervorragend! Diesbezüglich erlaube ich mir, auf das Buch “Der Blaue Ozean als Strategie. Wie man neue Märkte schafft, wo es keine Konkurrenz gibt” hinzuweisen.

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