In Innovation, V - Buchbesprechung

Buchbesprechung (Teil 4): Hidden Champions des 21. Jahrhunderts

Die Innovation bildet in den meisten Fällen das Fundament, auf dem der Erfolg der Hidden Champions basiert. Dabei beschränken sich die Innovationen keineswegs auf Technologien und Produkte, sondern auch auf Prozesse, Systeme, Marketing, Vertrieb, Design und Dienstleistungen. Bei vielen Hidden Champitons sind Prozessinnovationen sogar wichtiger als Produktinnovationen. Die Firma Würth ist z.B. durch ein hocheffizientes Vertriebs- und Logistiksystem erfolgreich geworden. So stehen in den Werktstätten der Kunden von Würth der ORSYMAT, der automatisch Bestellungen auslöst, wenn die Schrauben eine Mindestzahl unterschreiten. Die Firma Festo bietet kundenspezifische Bestellkataloge an, damit der Kunde schnell die Produkte bestellen kann, die er wirklich braucht.

Das Innovationsniveau der Hidden Champions kann anhand Kennzahlen wie der F&E-Intensität, Zahl der eingereichten Patente und Anteil neuer Produkte am Umsatz gemessen werden. Demnach geben die Hidden Champions im Durschnitt 5,9 % der Umsätze für F&E aus. Damit liegen diese Ausgaben fast doppelt so hoch wie bei den anderen Innovatoren aus Deutschland. Bei einem Fünftel der Hidden Champions liegt die F&E-Intensität bei mehr als 9 %. Hidden Champions weisen eine Pro-Kopf-Patentintensität auf, die fünfmal höher ist als bei Großunternehmen. Die F&E-Kosten pro Patentanmeldungen liegen allerdings nur bei einem Fünftel im Vergleich zu Großunternehmen. Während laut einer IdW-Studie 23 % der Umsätze in deutschen Unternehmen mit neuen Produkten erzielt werden, liegt diese Quote bei den HiddenChampions häufig bei bis zu 80 %.

Für 65 % der Hidden Champions stammen die Antriebskräfte für Innovationen zu gleichen Teilen von Markt und Technik. Großunternehmen sind mit 50 % eher marktgetrieben. Das ist ein Grund, warum die Hidden Champions viel häufiger mit kleinem Aufwand große Erfolge mit ihren Innovationen feiern können. Zudem entwickeln viele Hidden Champions gemeinsam mit ihren Kunden innovative Produkte. Das ist möglich, weil sie eine hohe Kundennähe und langjährige Beziehungem mit einem hohen Vertrauen aufweisen können. Zudem setzen Hidden Champions viel eher auf den Weg der kleine Schritte (Kontinuierlicher Verbesserungsprozess), als auf sog. “Durchruchsinnovationen”. Weiterhin sind Hidden Champions durch die flachen Hierarchien schnell in der Entwicklung. Und Schnelligkeit ist heute ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Innovationen, da die Konkurrenz nicht schläft.

2 Responses to Buchbesprechung (Teil 4): Hidden Champions des 21. Jahrhunderts

  1. […] > > > Für trivial Patente der Softwarebereich mag es zutreffen. Für > > Entwicklungen die viele Mannjahre erfordern, respektive Millionen > > gilt das nicht. > > Woher weißt du das? In der Wirkstoffentwicklungs, sind sehr viele Mannjahre für die Entwicklung des Stoffes und vor allem für seine klinische und toxikologische Testung notwendig. Deren Umfang hat die europäische Union veröffentlicht, daher am kann man abschätzen kann was sein Aufwand hier getrieben werden muss. [Allein durch die geänderte neuen Regelungen zur” guten klinischen Praxis” ist der Aufwand so geschickt gestiegen, dass zum Beispiel die onkologischen wissenschaftlichen Fachgesellschaften die Möglichkeit Industrie freier Forschung gegen Null reduziert sehen (verkürzt ausgedrückt)] Der Kostenfaktor ist aber weniger die Findung eines Stoffes, sondern der Beweis seiner Wirkung. So gesehen ist der Vergleich von Softwarepatenten mit Arzneimittelpatenten wie in den vorangehenden Beiträgen geschehen ein Vergleich von Äpfel mit Birnen. > > Eine nicht-triviale Entwicklungen kann ihren Niederschlag in > zahlreichen trivialen oder unangemessen breiten Patenten finden. Das zu beurteilen wäre eigentlich Aufgabe des Patentamtes, aber die scheinen damit ja deutliche Probleme zu haben. > > Außerdem sind Patente nicht die einzige mögliche Form des “geistigen > Eigentums”. Das Urheberrecht hat für eine Arzneimittelzulassungsdokumentation keine wirkliche Bedeutung, denn nach 6 beziehungsweise 10 Jahren dürfen Generikaanbieter auf die dargelegten Erkenntnisse zugreifen ohne einem Cent an den Urheber zahlen zu müssen. So ist es im deutschen Arzneimittelgesetz beziehungsweise der entsprechenden Richtlinie der Europäischenkommission vorgesehen (vormals 65/65… nach dem Review in der Richtlinie 2001/ usw. niedergelegt.) In Amerika und Japan gilt ähnliches. > > > Das Urheberrecht ist viele protektionistischer, weil die Schutzfrist > > länger ist. Die innovative Leistung in der Regel aber deutlich > > geringer. > > Es kommt weder auf die Schutzfrist noch auf die Leistung an sondern > auf die Breitedes Verbotsrechts und den Aufwand, den seine > Registrierung, Beachtung und Durchsetzung erfordert. Der Aufwand für die Beachtung, stellt wirklich ein Problem dar! Im Vergleich zu Entwicklung und Vermarktungskosten in Millionenhöhe, sind die Kosten für eine Patentrecherche und Anmeldung relativ zum Gesamtaufwand gering. Die Gültigkeit des Urheberrechtes für ein altes Buch, mit mehreren Ãœbersetzern zu ermitteln, ist teilweise völlig unmöglich. Der Autor und sein Todesdatum lässt sich zum Teil noch anhand von Lexika ermitteln, aber woher weiß man welche Menschen sich hinter den Ãœbersetzern verborgen haben? in diesem Fall ist der Aufwand groß, im Vergleich zum Aufwand für die Erstellung eines e-books aus einem vorhandenen Buch. > > Ich glaube weder die These, Patente seien nichts als Protektionismus > noch die Gegenthese sind hier auch nur ansatzweise belegt worden. Ich behaupte nicht dass Patente kein Protektionismus seien, ich behaupte dass sie in bestimmten Bereichen wie zum Beispiel der Arzneimittelentwicklung, ein nützliches Privileg zum Wohle der Menschheit ist. Für den heutigen faktisch fast 150 jahrelang Schutz von Musik und Schriftwerken einiger Leute, kann ich das nicht so eindeutig erkennen. Eine nachvollziehbare Rechtfertigung für diese exorbitant lange Schutzfrist habe ich noch nirgendwo gefunden. > Nur wird leider die Gegenthese von unseren Wirtschaftspolitikern in > der gleichen platten Weise wie hier vertreten, weshalb in diesem > Falle die Anti-Patent-These sich erfrischender liest. Ich hatte mich bemüht meine Antwort an die Plattheit des kommentierten Beitrags anzupassen. Aber ich habe noch einen anderen Beitrag geschrieben, über den Bereich, den ich überschauen kann. Dort sind die Zusammenhänge etwas länger dargestellt. […]

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