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Update: Better Place wird Pilotprojekt für elektrisch betriebene Taxen in Tokio starten

Stammleser dieses Blogs wissen, dass Better Place derzeit zu einem meiner Lieblings-Startup weltweit gehört. Gründer dieser Green-Mobility-Company ist Shai Agassi, ehemaliger SAP-Vorstand. Er will mit seinem StartUp eine Abonnement-Lösung für Elektroauto-Batterien einführen. Gegen eine monatliche Dienstleistungsgebühr dürfen die Kunden bei den Service-Stationen der Firma eine leere Batterie gegen eine bereits voll aufgeladene eintauschen. Auch das Elektroauto soll bei “Better Place‹ geleast werden können, so dass sich mehr Menschen ein Elektroauto leisten können. Laut einer Beispielrechnung von Agassi sollen die Verbrauchskosten bei einem Drittel eines Benzinfahrzeuges liegen.

Im letzten Updatebericht habe ich davon berichtet, dass Better Place wichtige Kooperationen abgeschlossen hatte, um in Israel, Dänemark und Australien Markteintritte vorzubereiten. Jetzt lese ich, dass Better Place von der japanischen Regierung beauftragt wurde, ein Pilotprojekt für elektrisch angetriebene Taxen mit Batteriewechselkonzept zu starten. Dies erfolgt gemeinsam mit dem größten Taxi-Unternehmen in Tokio, Nihon Kotsu. Geplant ist, dass ab Januar 2010 elektrisch betriebene Taxen mit auswechselbarer Batterie im Stadtgebiet von Tokio im Einsatz sind. Das Projekt wurde vergeben von dem japanischen Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie sowie der Agentur für Energie und natürliche Rohstoffe.

Bereits im Mai 2009 präsentierte Better Place in Japan die erste Batteriewechselstation für Elektroautos. Obwohl japanische Taxen nur zwei Prozent des PKW-Bestandes ausmachen, sind sie aufgrund ihrer durchschnittlich zurückgelegten Tagesstrecke für den Ausstoß von rund 20 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich. Allein in Tokio fahren schätzungsweise 60.000 Taxen – weit mehr als in Großstädten wie New York, Paris oder Hong Kong. Die in Tokio durch das Pilotprojekt gewonnenen Erfahrungen könnten auch für vergleichbare Ballungszentren neue Möglichkeiten aufzeigen. Darüber hinaus helfen die Erfahrungswerte aus der Taxi-Industrie bei der Entwicklung eines massenmarktfähigen Konzepts für Elektrofahrzeuge.

Nun hat Better Place die Chance bekommen, sich in einem der wichtigsten Autoländer der Welt zu positionieren. Hier in Deutschland wird es dagegen schwer, weil RWE gemeinsam mit Daimler ebenfalls Testprojekte angehen, wenn sie auch nicht 1:1 vergleichbar sind. Das Business, Infrastruktur für Elektrofahrzeuge anzubieten, ist eben sehr lukrativ. Deshalb ist es kein Wunder, dass die Konkurrenz nicht ohne Gegenwehr das Feld Better Place überläßt. Doch jetzt wird der Markt verteilt und diesbezüglich ist Better Place gut aufgestellt. Mal schau´n, wie das in einigen Jahren aussehen wird. Wenn ich die Zeit finde, werde ich Better Place auf der IAA besuchen.

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