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Der Bankautomat von Bank of America spricht ab sofort mit seinen Kunden

Traditionelle Banken haben schon lange erkannt, dass auch Ihnen das Internet in Form von Onlinebanken neuen Wettbewerb beschert hat. Die Onlinebanken können deutlich bessere Konditionen als ihre traditionellen Wettbewerber anbieten, da sie eine schlankere Kostenstruktur aufweisen. Die erste klassische Reaktion der „Dickschiffe“ war, ebenfalls Onlinebanken zu gründen, um die wechselwilligen Kunden nicht zu verlieren, sondern innerhalb des Konzerns zu behalten.

Die andere klassische Reaktion bestand aber darin, die Zahl der Filialen zu verringen, um auch im traditionellen Geschäft die Kosten zu reduzieren. Das Ergebnis ist, dass immer mehr Bankkunden dazu gezwungen sind, an Automaten oder im Internet Geschäfte abzuwickeln, weil die Zahl der Präsenzfilialen mit Personal deutlich reduziert werden. Aber dadurch entsteht eine neue Gefahr: Man wird beliebig austauschbar (aus der Sicht des Kunden).

Deshalb überlegen sich findige Marketingexperten, wie sie die neu entstandene Servicewüste wieder bewässern können. Die Bank of America ist dabei auf eine ganz nette Idee gekommen: Die neu aufgestellten Bankautomaten können nicht nur Geld rausgeben, sondern bieten auch eine Videokonferenz mit einem Bankberater an, der im zentraleigenen Call Center sitzt. Er soll wochentags von 7.00 Uhr morgens bis 10.00 Uhr abends und am Wochenende und Feiertagen von 8.00 Uhr morgen bis 17.00 Uhr nachmittags erreichbar sein.

Der erste „Video-Chat“-Geldautomat wird im April in Boston aufgestellt. Danach sollen viele weitere Filialen in den USA folgen. Wie die Privatssphäre allerdings in solchen Fällen geschützt sein soll, ist mir ein Rätsel. Aber die Idee ist gut, dass die Bankberater mehr mit ihren Kunden sprechen. Eine passende App könnte dabei helfen, allen Smartphone-Nutzern einen ähnlichen Service anzubieten, ohne viele neue Automaten aufstellen zu müssen. Clevere Onlinebanken werden das sicherlich machen 🙂

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