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One Laptop per Child verkauft ein Tablet für 149 USD im Walmart

Der Media Lab-Gründer Nicholas Negroponte hatte vor vielen, vielen Jahren eine Vision: Er wollte es ermöglichen, dass jedes Kind auf der Welt ein Laptop erhalten sollte: One Laptop per Child. Sein Ziel war es, dieses Laptop für weniger als 100 USD herzustellen (Mitte 2005 klang das noch als Utopie). Dieses Labtop sollte ein Display haben, das im grellen Sonnenlicht zu lesen war, es sollte per Solar oder Handkurbel angetrieben werden können, es sollte sehr robust sein und Internetzugang haben. Letztlich war das Ziel, dass jedes Kind auf der Welt den Zugang zu Bildung erhalten sollte. Seit dem Jahr 2006 wurden schon 2,4 Mio. solche Labtops an Kinder verteilt.

Doch die Technologie hat sich weiter entwickelt. Computer gehören bald der Vergangenheit an, hat schon vor vielen Jahren Steve Jobs orakelt. Und deshalb hat sich auch One Laptop per Child „weiterentwickelt“. Es wurde mit verschiedenen Partnern zusammen ein Tablet entwickelt. Im Rahmen der „Solve for X“-Konferenz rief der Vordenker Neroponte sein neues Ziel aus: One Tablet per Child für 10 USD. Der Weg dahin wird wieder ein weiter sein und er beginnt mit einem Verkaufspreis von 149 USD für das XO Tablet, erhältlich in jedem WalMart in den USA.

In dem Video weiter unten seht Ihr, was alles mit dem XO Tablet möglich ist. Umso häufiger das Tablet via Walmart verkauft werden kann, umso günstiger kann es hergestellt werden, so dass tatsächlich eines Tages die Vision wahr wird, dass das Tablet für 10 USD in Entwicklungsländern erhältlich ist. Das Ziel von Negroponte ist aber, dass jedes Kind auf der Welt mit seinen Geräten arbeitet, also auch Kinder in den USA. Aus diesen beiden Gründen ist es nur logisch, dass die Markteinführung in den USA beginnt. Bleibt nur eine Frage: Warum hat er nicht Kickstarter genutzt, um sein Projekt zu finanzieren?

Wer in wenigen Minuten mehr über die Grundidee von One Laptop per Child erfahren will, dem seien diese beiden Videos empfohlen. P.S: Ich habe seit 2005 medial die Entwicklung dieses visionären Projektes begleitet. Es hat mich fasziniert, wie positiv sich das Projekt entwickelt hat, obwohl die Vision damals utopisch wirkte. Ich persönlich bin der Überzeugung, dass mit Hilfe solcher privaten Initiativen schneller das Ziel erreicht werden kann, dass jedes Kind auf der Welt Zugang zu Bildung bekommt, als jedes staatliche Programm.

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