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Buchbesprechung: „Zündstoff – 150 Strategien für Erfolg in chaotischen Zeiten“

Jeremy Gutsche ist Gründer von TrendHunter.com, dem weltweit grössten Netzwerk für Trendspotting, das mehr als 60 Mio. Views pro Monat verzeichnen kann. Aber nicht nur TrendHunter, sondern auch Jeremy Gutsche weiß zu begeistern. Er hat mehr als 2,5 Mio. Facebook-Fans. The Guardian bezeichnet ihn als „neue Generation der Trendspotter“ und MTV als „Vorreiter der Coolness“. Kein Wunder, dass er sich mittlerweile als Top-Speaker weltweit einen Namen gemacht hat. Und da jeder Top-Speaker sein eigenes Buch haben muss, ist auch Jeremy dieser Logik gefolgt. Und endlich ist sein Buch „Zündstoff: 150 Strategien für Erfolg in chaotischen Zeiten“ auch in deutscher Sprache erhältich. Schon der Teaser-Text macht Lust auf mehr:

„Wussten Sie, dass Firmen wie Hewlett-Packard, Disney, Apple, MTV, Microsoft, CNN, Burger King und viele andere in Zeiten von Rezessionen gegründet wurden? Perioden der Unsicherheit und des Wandels waren schon immer ein perfekter Nährboden für neue Möglichkeiten, da in diesen Zeiten die Karten neu gemischt werden. Wer Erfolg haben will, muss daher lernen, den Schwerpunkt weniger auf Struktur und Stabilität, sondern auf rasche Adaption zu legen. Die Fähigkeit, Informationen zu filtern und Chancen früh zu erkennen und zu nutzen wird künftig über den Erfolg einer Firma entscheiden. »Zündstoff« liefert Ihnen verblüffende Einsichten, spannende Fallbeispiele und clevere Strategien mit einer erfrischenden Portion Humor.“

In seinem Buch beschäftigt sich Jeremy ausführlich mit der Kultur des Umbruchs. Er teilt den Umbruch in vier Phasen auf, die bewältigt werden müssen: Perspektive schaffen, experimentelles Scheitern, Ausrichtung auf den Kunden und bewusste Zerstörung. Einer seiner wichtigsten Tipp gerade für StartUps lautet: „Steigen Sie in einen Markt ein, den die etablierten Firmen (Alteingesessene) nicht beachten. Geschützt durch die vorerst unattraktiv kleinen Märkte, bauen die Neueinsteiger Fährigkeiten auf und erwerben Marktkenntnisse, die den Großen fehlen. Indem sie unerwünschte Kunden bedienen, schaffen sie Außenseiter-Marken mit Fanpotenzial“. Und genau das können sich sich Meg-Marken entwickeln, wenn die ehemaligen StartUps weitere Märkte erobern.

Im Unterkapitel „Experimentelles Scheitern“ gibt er einen wichtigen Tipp: Jedes Unternehmen sollte seinen Mitarbeitern Spielgeld zur Verfügung stellen. Als Best-Practice-Beispiel präsentiert Jeremy Gutsche die BBC, die während ihrer größten Krise einen Spielgeld-Fonds einrichtete. Die erste große Idee, durch diesen Fonds finanziert wurde, was die Serie „The Office“. Sie wurde zu einem der größten Erfolge in der Geschichte von BBC. Und das, obwohl die internen Probeausstrahlungen floppten. Dieses Beispiel zeigt einmal mehr, dass man kreative Menschen nicht kontrollieren sollte, sondern man sollte sie austoben lassen. Und Marktbefragungen sind tückisch. Und man sollte nicht zu früh aufgeben. Alles gar nicht so einfach 🙂

Weiter hinten im Buch beschäftigt sich Jeremy damit, wie man zu einem guten Trendhunter wird. Hier befindet sich der Autor in seinem Element. Er erläutert ausführlich, wie man Trends findet, sie filtert und letztlich clustert. Sein wichtigster Tipp in diesem Zusammenhang lautet: „Zwingen Sie sich, Ihre Cluster von Zeit zu Zeit neu anzulegen, um ihre Voreingenommenheit loszuwerden und neue, einzigartige Muster zu erkennen.“ Weiterhin ruft er dazu auf, niemals Randgruppen zu ignorieren. Trends, die hier geschaffen wurden, erreichen häufig früher oder später die Massen. Und wenn man aufgrund der Trendanalyse eine Geschäftsidee umsetzt, dann sollte man immer das Unikat anstreben, wenn dieser Weg auch sehr schwierig sein mag: Ugg Boots, Hush Puppies oder Crocs.

In den letzten beiden Kapiteln erläutert Jeremy, wie man Innovationen entwickelt und an den Markt bringt und wie virales Marketing (mit Hilfe des Storytellings) dabei helfen kann. Sein wichtigster Tipp in diesem Zusammenhang lautet: „Bewirtschaften Sie Innovationen wie ein Aktienportfolio.“ Fazit: Jeremy Gutsche hat kein bahnbrechendes Buch veröffentlicht, aber viele wichtige Erkenntnisse rund um Innovation und Trendhunting leicht lesbar zusammengefasst. Er veröffentlicht fast pro Seite einen neuen Tipp und bebildert alles großzügig. So macht es Spass, dass Buch in einen Rutsch durchzulesen. Von der Machart erinnert mich das Buch an das von Hannes Treichel mit dem Titel „Meuterei des Denkens“.

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