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Die erste Partei 2.0 wurde in Australien gegründet

Ärgern Sie sich darüber, dass es zu wenig Volksentscheide gibt? Würden Sie sich gerne in die Arbeit einer Partei einbringen, haben aber keine Lust, jahrelang unnötige Zeit in Versammlungen zu verbringen? Leben Sie in Australien? Dann werden Sie doch jetzt Mitglied der neu gegründeten Internetpartei Senator On-Line. Auf der Webseite dieser neuen Partei wird versprochen, dass die Mitglieder der Partei, wenn sie ins Parlament gewählt werden sollten, vor jeder Abstimmung im Parlament die Mitglieder der Partei um ein direktes Voting bitten und nach der Mehrheit des Votings im Parlament wählen.

Was ist in dieser Partei noch anders, als die Entscheidungsfindung? Es gibt bisher kein Parteiprogramm, der als Leitfaden für die politische Arbeit gilt. Wie auch, denn darüber müssten ja auch erst einmal die Mitglieder abstimmen. Zudem sollen Lobbyisten keine Chance haben, Einfluss auf die politische Arbeit dieser Partei zu nehmen. Die einzige Gruppe, die Einfluss nehmen darf, sind die Mitglieder selber. Und genau hier setzen die Kritiker an. Denn aus ihrer Sicht würden sehr viele opportunistische Entscheidungen gefällt werden können, wie z.B. Senkung der Steuern etc. Auch könnten extreme Lager diese Partei missbrauchen, um extreme Vorschläge zu unterbreiten.

Es ist tatsächlich ein Experiment, dessen Ausgang keiner voraussagen kann. Allerdings ist es auch eine Chance, dass sich Personen, die sich politisch interessieren, bisher aber noch nicht mit der Arbeit einer politischen Partei identifizieren konnten, jetzt politisch engagieren. Denn die Mitglieder werden nicht nur als „Stimmvieh“ gebraucht, sondern auch um inhaltlichen Input gebeten. Daneben sollen Sie natürlich auch Werbung für die neue Partei machen, was natürlich nur funktionieren wird, wenn sie sich auch längerfristig in dieser neuen Partei zu Hause fühlen und mit der Arbeit identifzieren können.

Gelesen in Springwise.

One Response to Die erste Partei 2.0 wurde in Australien gegründet

  1. […] lese gerade auf best practice, dass eine Internetpartei namens Senator On-Line gegründet wurde. Die ein bisserl anders sein möchte: sollte die Partei ins Parlament gewählt werden, verspricht man der Basis, sie vor jeder Abstimmung im Parlament um eine Direktive zu fragen, auch via Voting:)) Ob das klappt? Im Sinne von Kontinuität, Langfristigkeit etcpp? Na ja, das deutsche System ist ehrlich gesagt so viel besser? Nicht lange her, da gab es so Stories wegen Fraktionszwang und Vorratsdatenspeicherung mit interessanten Einblicken (nach dem Motto “ich habe keine Ahnung von dem Gesetzesvorschlag, aber ich richte mich nach der Fraktion”). […]

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