In V - Management

Finnische Werft ist Komplexitätsweltmeister

Im November 2009 ist es soweit: Die “Oasis of the Seas” , das größte Kreuzfahrtschiff der Welt, wird vom Stapel gelassen. Auf dem 361 Meter langen Schiff werden 6.300 Passagiere und 2.160 Besatzungsmitglieder Platz finden. Auch hinsichtlich der Entertainment- und Sportmöglichkeiten sollen neue Standards gesetzt werden. Doch vorher muss das Schiff erst einmal in der STX Werft in Turku (Finnland) fertiggestellt werden. Im Gegensatz zum Bau von Containerschiffen kann man den Europäern beim Bau von Kreuzfahrtschiffen noch nichts vormachen. Das liegt an der Komplexität:

  • Die “Oasis of the Seas” besteht aus mehr als 500.000 Einzelteilen
  • Das Pflichtenheft umfasst mehr als 48 000 komplexe Arbeitsprozesse
  • Die Länge der Schweissnähte allein beträgt 2.500 Kilometer
  • 2.300 Mitarbeiter sind am Bau des Schiffes beteiligt, davon 75 % bei Subunternehmen

Nur kleinste Fehler im Projektmanagement können zu langen Verzögerungen bei der Fertigstellung führen. Das käme aber der Werft sehr teuer, denn hohe Konventionalstrafen sind heute Standard, wenn der Hersteller sein Produkt nicht rechtzeitig ausliefert. Deshalb kann man die STX-Werft unverhohlen als Komplexitätsweltmeister bezeichnen, zumindestens im Schiffsbau. Es würde mich nicht wundern, wenn STX über eine Tochtergesellschaft dieses Projektmanagment-Know-Hohe im Rahmen von Beratungsdienstleistungen anbieten würde. Wer will denn nicht vom Weltmeister trainiert werden?

Gefunden bei nzz

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