In V - Buchbesprechung, V - Management

Buchbesprechung: Das Entscheider-Buch

Ein Unternehmer muss täglich Entscheidungen treffen. Und wenn er keine Entscheidungen trifft, übernehmen das die Wettbewerber für einen und das ist i.d.R. nicht im eigenen Interesse. Deshalb sollte man wissen, wie man gute Entscheidungen trifft und dieses Wissen auch anwenden.

Hilfe bekommen wir dabei vom Entscheider-Coach Kai-Jürgen Lietz, der nicht nur unter entscheiderblog.de regelmäßig hilfreiche Tipps gibt, sondern auch das Das Entscheider-Buch. 15 Entscheidungsfallen und wie man sie vermeidet geschrieben hat. Sein Credo: Gute Entscheidungen trifft man, wenn man gute Alternativen zur Auswahl hat oder schafft.

Auf wenigen Seiten erläutert Kai-Jürgen Lietz das Rezept für gute Entscheidungen. Es besteht aus drei „Zutaten“:

  • Entscheidungsklarheit
    Wer herausfinden will, was er in einer Entscheidungssituation genau will, dann muss er sich über seine Ziele klar werden. Anschließend sollte er Entscheidungskriterien erstellen, Gewichtungen festlegen und letztlich bewerten.

  • Attraktive Alternativen
    Ziel sollte es ein, nur Entscheidungen über Alternativen zu treffen, die tatsächlich unseren Bedarf abdecken. Da die passenden Alternativen selten vom Himmel fallen, müssen sie erst einmal geschaffen und evtl. optimiert werden.

  • Unterstützung für die Umsetzung
    Der Hauptgrund, warum Entscheidungen nicht planmäßig umgesetzt werden können, sind die Menschen, die durch sie betroffen werden. Deshalb sollte man sich erst der Unterstützung dieser Menschen sichern, indem man die Betroffenen zu Beteiligte macht, bevor man entscheidet.

Wenn man sich nicht streng an o.g. Regelwerk hält, kann man schnell in eine der folgenden 15 Entscheidungsfallen tappen:

  • Vorteil-Nachteil-Falle
    Der Entscheider bewertet die Alternativen nur nach ihren Eigenschaften und bildet keine bedarfsorientierten Entscheidungskriterien oder Alternativen.

  • Die Angebotsfalle
    Der Entscheider vergleicht die Alternativen, bevor er seinen Bedarf kennt.

  • Die Elefantenfalle
    Der Entscheider legt mehrere Entscheidungskriterien fest, die sich ähneln und verzerrt damit das Ergebnis.

  • Die Faktenfalle
    Der Entscheider trifft seine Entscheidungen nur auf Basis von Fakten, und nicht auf Basis von Zielen oder innovativen Entscheidungen.

  • Die Randfalle
    Der Entscheider scheut sich davor, das volle Gewichtungsspektrum zu nutzen und verzerrt deshalb die Ergebnisse.

  • Die Entweder-oder-Falle
    Der Entscheider geht bei der Entweder-Oder-Falle davon aus, dass er nur das eine oder andere haben kann und nicht beides.

  • Die Wahllosfalle
    Der Entscheider glaubt nur eine Alternative zur Auswahl zu haben.

  • Die Verwechslungsfalle
    Der Entscheider trifft eine Entscheidung, ohne sein Ziel zu berücksichtigen.

  • Die Treibjagdfalle
    Der Entscheider befindet sich in einer Drucksituation und sucht nicht nach attraktiven Alternativen.

  • Die Akzeptanzfalle
    Der Entscheider realisiert nicht, dass Lösungsvorschläge i.d.R. verhandelbar sind, damit man genau das bekommt, was man will.

  • Die Enigmafalle
    Der Entscheider legt seine Entscheidungskriterien nicht offen und findet deshalb mit den anderen Beteiligten nicht die beste Lösung.

  • Die Schneckenfalle
    Der Entscheider verzögert seine Entscheidung so lange, bis keine attraktiven Alternativen mehr zur Verfügung stehen.

  • Die Bärenfalle
    Der Entscheider kann nur zwischen schlechten Alternativen entscheiden, weil er keine attraktive Alternative schafft.

  • Die Vorwärtsfalle
    Der Entscheider berücksichtigt nicht die Ausgangssituation als Basis für weitere Alternativen.

  • Die Infofalle
    Der Entscheider bewertet die Alternativen nicht auf Grundlage seines Wissens, sondern nur auf Vermutungen.

Anhand der Beschreibung der Entscheidungsfallen kann man erkennen, ob man wirklich verstanden hat, wie man richtige Entscheidungen trifft und man erkennt nachträglich, woran es lag, dass man falsche Entscheidungen getroffen hat. Erleichtert wird alles durch die Steckbriefe am Ende der Beschreibung jeder Entscheidungsfalle. Hier wird alles kurz zusammengefasst, die Häufigkeit, das Risiko und Gegenstrategien aufgelistet. Dadurch muss man nicht die ausführliche Beschreibung durchlesen, wenn man sich wieder kurz in das Thema einarbeiten will.

In den folgenden Kapiteln des Buches erläutert Kai-Jürgen Lietz, wie man durch einen stringenten Entscheidungsweg gute Entscheidungen trifft und nicht in die Entscheidungsfallen tappt. Wer etwas verkürzen will, sollte auf jeden Fall das letzte Kapital „Der Entscheidungskompass“ durchlesen, um damit eine Orientierungshilfe im Entscheidungsdschungel zu erhalten. Wem das zu schnell geht, sollte wieder zurückspringen, um anhand der zahlreichen Beispiele verständlich erläutert zu bekommen, wie gute Entscheidungen getroffen werden können.

Diese Lektüre gehört aus meiner Sicht in jede Bibliothek von Gründern, Unternehmern und Managern. Deshalb habe ich das Buch auch in meine „Buchempfehlungskiste“ aufgenommen. Hier sind alle Bücher aufgelistet, die ich nicht nur durchgelesen habe, sondern auch meinen Lesern als wertvolle Lektüre empfehlen kann. Mit Hilfe des Amazon aStores war die Einrichtung meiner virtuellen Empfehlungsliste kinderleicht. Zu Beginn habe die Empfehlungen in 11 Kategorien aufgeteilt, von „E“ wie Erfolgsbeispiele bis „Z“ wie Zukunftstrends.

Anzeige

2 Responses to Buchbesprechung: Das Entscheider-Buch

  1. Ich freue mich über diese gute Rezension. Danke dafür!

    Kai-Jürgen Lietz

  2. […] Buch Das Entscheider-Buch. 15 Entscheidungsfallen und wie man sie vermeidet ich sehr schätze (hier im Blog habe ich eine Buchzusammenfassung inkl. Auflistung und Kurzbeschreibung der 15 Fallen […]

Schreibe einen Kommentar