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Emmas Enkel bieten den Multichannel-Tante-Emma-Laden

Natürlich darf in der Serie „Tante Emma 2.0“ das StartUp „Emmas Enkel“ aus Düsseldorf nicht fehlen. Im ersten Moment klingt es tatsächlich verrückt, dass heute noch zwei junge Gründer den Traum haben, einen Tante Emma Laden zu eröffnen. Viele halten das Geschäftsmodell für überholt. Und von morgens bis abends im Geschäft zu stehen ist für viele auch nicht erstrebsam. Zudem scheint bei diesem fixkostenintensiven Geschäftsmodell das Risiko deutlich höher als die Aussicht auf Erfolg zu sein. Aber weit gefehlt. Denn Sebastian Diehl & Benjamin Brüser haben das Tante-Emma-Laden-Konzept „rundum erneuert“ und den heutigen Anforderungen der Kunden angepasst.

Emmas Enkel spielen auf der gesamten „Klaviatur“ des Multchannel-Handels. Sie verkaufen ihre Produkte nicht nur in ihrem Laden. Vielmehr kann man die Produkte auch im Web auswählen und vor Ort abholen. Alternativ kann man im Cafe-Bereich von Emmas Enkel einen Kaffee trinken, während die Mitarbeiter die Einkaufsliste zusammenstellen und den Kunden die Einkaufstützen ins Cafe bringen. Wer keine Lust hat, kurz vorbeizuschauen, kann sich selbstverständlich via Onlineshop die Waren liefern lassen. In der Anfangsszeit konnte man sich die Waren nur im Raum Düsseldorf (ab 30 EUR kostenfrei) liefern lassen (allerdings tagesgleich), mittlerweile kann man sich die Waren deutschlandweit zusenden lassen (+ 6 EUR Versandkosten).

Eigentlich fragt man sich, warum nicht schon andere Händler auf die Idee gekommen sich, auf dieser ganzen Klaviatur des Multichannel-Lebensmittelhandels zu spielen. Sehr erfreulich finde ich, dass Sebastian Diehl & Benjamin Brüser ihr Angebot ständig erweitern. Damit meine ich nicht, dass ihr Warensortiment immer größer wird. Seit kurzem gibt es auch das Angebot, Obst im Abo liefern zu lassen. Was die Web-Abocommerce-Anbieter können, können Emmas Enkel schon lange. Und auch international schauen sich die Enkel clevere Dinge ab. Wenn sie am Geschäft ihren Rolladen runterlassen, kann man eine Liste von Produkten sehen, die man via Smartphone bestellen und sich liefern lassen kann.

Natürlich besteht noch viel Potential für die Erweiterung des Angebotes Emmas Enkel. So kann man im Onlineshop von Emmas Enkel nach bestimmten Kategorien suchen, aber noch nicht nach Kochrezepten. Diesbezüglich könnte man auch seine Kunden einbinden, die ihre Lieblingskochrezepte präsentieren, natürlich nur dann, wenn alle benötigten Produkte bei Emmas Enkel zu kaufen sind. Evtl. wird Emmas Enkel wie Hubbub zum Einkaufsportal des ganzen Stadtviertels. Dann müssten Emmas Enkel keine so hohen Lagervorräte vorhalten, sondern könnten die Lager ihrer „Nachbarn“ nutzen.

Und natürlich könnten Emmas Enkel das Kooperationsmarketingprinzip für sich auf vielen weiteren Ebenen nutzen. Wie wäre es, ein kleines Einkaufsjournal zu drucken, das in den angrenzenden Cafes ausgelegt wird. Die Kunden könnten, während sie einen Kaffee trinken, im Einkaufsjournal blättern und ihren Einkauf tätigen, indem sie ihr iPad oder Smartphone zücken und nach dem Kaffeegenuss die Einkaufstüten beim Emmas Enkel abholen. Im Einnkaufsjournal könnten die Kunden aber auch die Produkte ankreuzen, das Journal der Bedienung abgeben und anschliessend die Einkaufstüten bei Emmas Enkel abholen oder sich sogar ins Cafe liefern lassen.

3 Responses to Emmas Enkel bieten den Multichannel-Tante-Emma-Laden

  1. Markus sagt:

    Ist nur die Frage, in wie weit die deutsche Frau dieses Angebot auch nutzen möchte. Wäre nicht das erste Konzept in diesem Bereich, das scheitert oder vor sich hin dümpelt…

  2. Hallo Markus,

    Multi-Channel ist für viele eine große Herausforderung und wie man im Exciting-Commerce-Blog nachlesen kann, scheitern auch viele daran.

    Im Lebensmittelbereich kann ich mir aber gut vorstellen, dass Emmas Enkel sich nachhaltig positionieren können, vor allem wenn sie in Richtug Hubbub expandieren.

    Ob es gelingt, wir natürlich erst die Zukunft zeigen. Aber ich finde es mutig und vorbildlich, dass es mutige Jungunternehmen angehen und damit einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag leisten wollen.

    Gruss

    Burkhard

  3. […] schaffen, zu denen die Kunden nicht “Nein” sagen können, wie z.B. das Kochhaus oder Emmas Enkel. Zudem braucht es überzeugende Kooperationsaktionen vor Ort. Ganz entscheidend dabei ist der sog. […]

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