In Marketing - Kunde, Marketing - Verpackung, V - Erfolgsfaktoren

Beachten Sie bei Ihren Marketingmaßnahmen, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist

Immer mehr Menschen, Firmen und Institutionen machen sich Gedanken darüber, wie man Plastikmüll reduzieren und sogar vermeiden kann. Wir berichten hier im Blog immer wieder über solche Projekte, wie zuletzt hier und hier. Die beste Idee besteht natürlich darin, ganz Verpackungen zu vermeiden. Auch deshalb schätzen zahlreiche Kunden, dass es immer mehr Unverpackt-Geschäfte in Deutschland und darüber hinaus gibt (wir bieten seit 2016 in unserem Best-Practice-Special „Unverpackt“ einen Marktüberblick).

Aber immer noch kaufen nur wenige Bürger in diesen Geschäften ein. Woran liegt das? Das Marktforschungsinstitut SPLENDID RESEARCH GmbH geht dieser Sache in seiner repräsentativen Umfrage vom März 2018 auf den Grund. Es hat insgesamt 1.016 Bundesbürger im Alter von 18 bis 69 Jahren online befragt, wie hoch die Akzeptanz solcher Geschäfte ist und welche Gründe es für Zuspruch oder auch Ablehnung selbiger gibt. Ganze 71 Prozent der Kunden sind begeistert vom Konzept des Unverpackt-Ladens. Gleichwohl haben nur acht Prozent bereits in einem solchen Geschäft eingekauft.

Was bewegt die Kunden dazu, in einem Unverpackt-Laden einzukaufen? 73 Prozent gefällt es, dass durch einen solchen Einkauf Verpackungen vermieden werden können und fast genauso viele, 72 Prozent, nennen das Thema Umweltschutz als Grund. Welche Gründe sprechen gegen einen Unverpackt-Laden? 58 Prozent derjenigen, die sich nicht vorstellen können, dort einzukaufen, nennen als Hauptgrund die vermeintlich mangelnde Hygiene. Immer noch 51 Prozent der Verweigerer geben an, dass die fehlende Präsenz sie davon abhielte, in einem Unverpackt-Geschäft einzukaufen.

Was wird am liebsten unverpackt gekauft? Obst, Gemüse und Nüsse teilen sich die ersten drei Plätze – kein Wunder, denn diese Lebensmittel können zum Einen gut und sicher transportiert werden und werden zum Anderen bereits von den bekannten Ketten häufig unverpackt angeboten. Die Konsumenten sind es also schon gewohnt. Joghurt und Honig liegen mit jeweils 22 Prozent auf den letzten Rängen. In diesen Fällen ist es für die Kunden schwer vorstellbar, die Sachen erst im Laden einzupacken.

Achten Sie bei jedem Ihrer Narketing- und Geschäftskonzepte darauf, dass viele Kunden Gewohnheitstiere sind. Prüfen Sie, welche Teilzielgruppen am ehesten wechselwillig sind und sprechen Sie die gezielt an. Aber Achtung: Erfinden Sie nicht alles neu! Die Kunden brauchen sog. „Anker“, an denen sie sich festhalten können. Und solche „Anker“ können Angebote sein, die der Kunden schon kennt (siehe die Erkenntnisse in o.g. Studie).

Und auch dann braucht es häufig noch viel Geduld, bis viele Kunden wechseln. Nur Startups haben keine Zeit, zu warten. Anders sein als die Konkurrenz und dabei die Kunden nicht verschrecken, dass ist die Kunst, die Startups beherrschen sollten. Analysieren Sie so früh wie möglich, welche Kaufbarrieren noch für Ihre Kunden existieren und wie sie diese wegräumen können. Dabei kann es sich auch um Markteintrittsbarrieren handeln, die Ihre Wettbewerber bereits errichtet haben. Das Gegengift können u.a. wertvolle Kaufimpulse sein, die Sie setzen.

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