In Marketing - kl.Budget, Marketing - PR

Simfy spielt auf der Klaviatur des Konfliktmarketings

Dank der Macht der vielen Medien kann heute ein kleines StartUp gleich zweifach siegen, wenn es von einem großen Unternehmen verklagt wird. Ein gutes Beispiel für erfolgreiches Konfliktmarketing ist die Story von DeinBus und die Klage der Deutschen Bahn gegen deren Geschäftsmodell. Fast jeder Medienvertreter stürzt sich auf eine Story, wenn David gegen Goliath kämpft. Und viele freuen sich, wenn David gewonnen hat und berichten noch einmal darüber. Der Anstieg der Fanzahlen von DeinBus auf Facebook ist ein guter Beleg dafür.

Funktioniert das Prinzip des Konfliktmarketings aber auch, wenn man selber einen großen Player angreift und damit in die aktive Rolle einsteigt? Die Macher der Musikplattform simfy, die im Mai 2010 gestartet ist, versuchen genau das mit folgender Aktion laut aktueller PM von gestern: „Die simfy AG hat heute offiziell Beschwerde beim Bundeskartellamt gegen Technologie-Konzern Apple eingereicht. Grund ist die verzögerte Genehmigung der simfy App für das iPad. Ohne Angabe von Gründen befindet sich diese seit über drei Monaten im Approval-Prozess für die Zulassung zum App Store. simfy sieht hier einen Missbrauch der Marktposition von Apple.“

Da viele simfy-User den Service unterwegs via Smartphone & Co. nutzen, ist es für die Macher von simfy so wichtig, dass der Service auch via iPad genutzt werden kann. Das die PM mit der Ankündigung der Kartellbeschwerde aber gerade gestern erschienen ist, hat seinen Grund. Denn gestern fand im Rahmen der jährlichen WWDC-Entwicklerkonferenz von Apple eine große Show statt, im Rahmen derer auch der Datendienst icloud von Apple vorgestellt wurde. simfy bewies damit ein gutes Gefühl für das richtige Timing, denn derzeit wird im Web und in der Presse sehr viel über Apple und die Pläne zu iCloud berichtet. Mehr Infos gibt es hier.

Nach dem Motto: „Angriff ist die beste Verteidigung“ wollen sich die Simfy-Macher um ihre Position in Deutschland kämpfen und greifen deshalb auch „großer Tanker“ an, wenn sie durch deren Verhalten Wettbewerbsnachteile auf sich zukommen sehen. Das haben sie mit dieser PM eindrucksvoll zum Ausdruck gebracht. Ob es etwas nützen wird, steht in den Sternen. Denn mit Apple tritt ein Gegner auf den Plan, der aus der Sicht der Kunden sehr hipp ist. Bei der Deutschen Bahn ist das etwas anders gewesen 🙂 Auf jeden Fall sind wir gespannt, wie sich alles weiterentwickeln wird.

Schreibe einen Kommentar