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Donut-Bäckerei in Chicago schließt den Laden schon nach kurzer Zeit, wenn sie ausverkauft ist

Nicht unbedingt in der besten Lage in Chicago gibt es die Donut-Bäckerei The Doughnut Vault. Am Tag werden ca. 600 Donuts gebacken und verkauft. Das ist nichts Besonderes. Aber besonders ist, dass diese Donut-Bäckerei in Chicago nahezu perfekt auf der Klaviatur des Knappheitsmarketings spielt. Das beginnt damit, dass die Bäckerei ihre Türen konsequent schließt, wenn sie ausverkauft ist (1. Stellschraube des Knappheitsmarketings). Und das kann bei den leckeren Donuts, die die Jungs und Mädels in der Backstube backen, schon nach wenigen Minuten passieren.

Weil es sich schnell in Chicago herumgesprochen hat, dass die Donuts im obigen Laden nicht nur sehr lecker sind, sondern man auch früh aufstehen muss, um noch welche zu ergattern, bilden sich schon oft vor Öffnung des Ladens lange Schlange bis um die Ecke des Gebäudes, in der die Bäckerei untergebracht ist (siehe Foto oben). Die Schlange ist auch deshalb sichtbar, weil der Laden sehr klein ist. Das ist die 2. Stellschraube des Knappheitsmarketings. Und der Clous: Die Schlange ist für alle sichtbar und macht deshalb neugierig. Ich nenne es deshalb auch das Lemminge-Marketing. Weiterhin ist es sehr clever, dass es immer einen Donut des Tages gibt (siehe Foto unten), der nur an einem bestimmten Tag im Monat dort erhältlich ist (3. Stellschraube des Knappheitsmarketings). Das ist zwar keine einmalige Idee, passt aber genial ins gesamte Marketingkonzept.

Daneben spielt die Donut-Bäckerei noch auf der gesamten Klaviatur des Social Media Marketings, indem es auf tumblr, Facebook und Pinterest präsent ist. Aber auch hier beschränkt sich die Bäckerei auf das Wesentliche, nämlich auf die Abbildung von Fotos (4. Stellschraube des Knappheitsmarketings). Wenn Ihr Euch z.B. auf tumblr die Fotos angeschaut habt und Euch mal in der Nähe von Chicago befinden solltet, dann wette ich, dass Ihr in diesem Laden vorbeischauen werdet. Mir fließt ja jetzt schon das Wasser im Mund zusammen. Gefunden auf PSFK.

9 Responses to Donut-Bäckerei in Chicago schließt den Laden schon nach kurzer Zeit, wenn sie ausverkauft ist

  1. […] ich im letzten Artikel erläutert habe, spielt die Donut-Bäckerei The Doughnut Vault in Chicago auf der gesamten Klaviatur des […]

  2. Markus sagt:

    Sehr interessant, klingt einfach ;-).
    Wie wäre dieses Konzept – „Knappheitsmarketing“ nun auf App Store Verkäufe anzuwenden? OK, für ein paar Tage gratis.
    Was könnte man allgemein Online daraus lernen?
    Danke für interessante Artikel! Markus

  3. Robin sagt:

    Finde den Laden und die Umsetzung auch spannend und klasse. Aber bin sehr skeptisch ob dieses Konzept so übertragbar wäre und vor allem ist ja auch die Frage ob der Laden nur wegen dem Knappheitskonzept so erfolgreich ist.
    Ich würde spontan darauf wetten, dass es an den unschlagbar guten Donuts liegt. Denn wenn die nicht mehr so gut sind steht auch keiner extra früh dafür auf.
    Und wenn die wirklich so unschlagbar gut sind dann dauert es wohl auch nicht mehr lange, bis der Laden versucht zu wachsen(Neue Laden, größere Produktion, evtl. andere location usw.)

  4. Hallo Markus,

    Knappheitsmarketingkampagnen laufen häufig am besten, wenn das Gut wirklich knapp ist, also nicht beliebig häufig und beliebig schnell reproduziert werden können.

    Im ersten Moment würde ich Dir die Lektüre folgenden Artikels empfehlen: http://www.best-practice-business.de/blog/?p=3390 (Better than free).

    Ansonsten macht evtl. Sinn, exklusive Editionen herauszubringen, die nur für kurze Zeit gültig sind oder Zusatzleistungen nur für die ersten 100 Abonnenten pro Monat anzubieten oder oder. Künstliche Verknappung ist eine große Kunst.

    Gruss

    Burkhard

  5. Hallo Robin,

    Du hat absolut Recht, ohne eine Top-Produkt laufen fast alle Marketingkampagnen früher oder später ins Leere.

    Aber ich kenne viele, die haben ein gutes Produkt und verkaufen nicht genug davon, obwohl es Kundennachfrage und Marktpotential hergeben würden. In diesen Fällen ist Knappheitsmarketing ein hilfreiches Instrument. Das soll die Botschaft meines Artikels sein.

    Es spricht auch gar nichts dagegen, zu expandieren. Allerdings sollte man immer darauf achten, dass die Güter relativ knapp bleiben. Und warum sollte ein inhabergeführtes Unternehmen immer mehr wachsen und zwar um jeden Preis. Hier haben wir im Gegensatz zu den börsennotierten Unternehmen einen großen Vorteil.

    Besonders beachtenswert an obiger Story ist natürlich die Tatsache, dass die Jungs aus Chicago tatsächlich ihren Laden schliessen, wenn sie ausverkauft sind, auch wenn das schon eine Stunde nach Öffnung der Fall sein sollte. Das finde ich mehr als erwähnenswert und mutig.

  6. Conrad sagt:

    Einmal ganz davon abgesehen, das dieses Konzept dieser Donut Bäckerei höchst schlüssig erscheint, darf ich meine Zweifel anbringen das figurbewusste Menschen Donuts essen. Ich komme noch immer mal nach chicago, northside at north-southport, und wenn ich mir die vollgefressenen cops anschaue wie sie sich im Schaufenster des dortigen Donutladens mit Donuts vollstopfen, dann kommt mir das Kotzen. Sorry.

  7. Hallo Conrad,

    selbstverständlich dürfen sich auch Vollkornbäckereien etc. von o.g. Beispiel inspirieren lassen.

    Ich verstehe meinen Blog als Baukasten mit dem Aufruf, weiter zu basteln.

    Mir geht es nicht darum, DAS perfekte Unternehmen zu präsentieren, sondern einzelne geniale Ideen und Aktionen als Inspirationsquelle anzubieten.

    Bei meinem Blog ist es wie mit einem Geschenk. Man darf es annehmen oder ablehen. Und jeder neuer Artikel ist als Geschenk anzusehen 🙂

    Gruss

    Burkhard

  8. Intelligent ist das System aber nur dann, wenn die Anzahl der verfügbaren Donuts immer etwas gesteigert wird. Denn sonst steigt ja nur der Bekanntheitsgrad, aber nicht der Umsatz. Von Ruhm kann man die Miete nicht bezahlen.

  9. […] ca. einem Jahr habe ich hier im Blog über eine Donut-Bäckerei in Chicago berichtet, die aufgrund des großen Käuferansturms schon […]

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